Der FC Wil bleibt im Jahr 2019 auch nach fünf Spielen ohne Sieg. Der Auftritt im Joner Grünfeld ist als Tiefpunkt dieser Saison zu werten. Für einmal war nicht nur die Offensive die Problemzone, sondern auch die Abwehr. Es stimmte hinten und vorne nichts zusammen. Selbst ein ersatzgeschwächter Tabellenletzter war zu stark.

Dabei verwunderte vor allem, wie emotionslos die Wiler in die Niederlage schlitterten. Eine Zahl stach dabei heraus: Gerade einmal vier Fouls leisteten sich die Gäste in 94 Minuten. Selbstredend kassierten sie keine Verwarnung. Das hat als Vorteil, dass die zahlreichen vorbelasteten Spieler auch in der nächsten Partie gegen Winterthur spielberechtigt sind. Es zeigt aber auch deutlich auf, wie wenig Feuer bei den Gästen drin war. Einen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor brachten sie zustande, zu zwei Cornern kamen sie. Ivan Audino war es einige Minuten vor der Pause vorbehalten, Rapperswils Golaie Diego Yanz ein erstes und letztes Mal zu beschäftigen.

 
Im Video: Die wichtigsten Szenen des Derbys. (Quelle: www.sfl.ch)

Rapperswiler Sieg Marke FC Zürich

Die Rosenstädter, die mit dem 2:0-Heimerfolg eine Woche zuvor gegen Schaffhausen frischen Mut geschöpft hatten, machten es besser und gingen mit ihrem ersten Schuss auf das Wiler Tor in Führung. Pedro Teixeira konnte nach knapp einer halben Stunde an der Strafraumgrenze jonglieren und legte rüber zum neben ihm stehenden Aldin Turkes, der in halblinker Position sofort abschloss und traf. Somit ging eine lange Durststrecke des besten Rapperswiler Torschützen dieser Saison zu Ende. Fast vier Monate lang hatte er seit dem 4. November nicht mehr getroffen. Auf den zehnten Saisontreffer liess Turkes nach der Pause auch gleich den elften folgen, nachdem die Wiler mehrfach nicht nahe genug am Gegenspieler gestanden waren.

Spätestens dieses Tor in einer frühen Phase der zweiten Halbzeit war gleichbedeutend mit der Entscheidung. Denn die Wiler liessen in Abwesenheit des weiterhin verletzten Top-Torschützen Silvio offensiv jegliche Durchschlagskraft vermissen. Für die Rapperswiler kam die Zeit des Schaulaufens. Mit Aktivposten Maren Haile-Selassie und Sangoné Sarr trafen zwei Spieler, die in der Winterpause vom FC Zürich gekommen waren. Da auch Turkes eine Vergangenheit bei den Stadtzürchern hat, hatte dieser Erfolg eine ordentliche Portion «FCZ» in sich.

 
Im Interview: Vize-Captain Nick von Niederhäusern und Trainer Konrad Fünfstück sprechen Klartext nach der hohen Niederlage. (Quelle: www.fcwil.ch)

Erinnerungen an das Spiel in Aarau

Zum allerersten Mal in der Vereinsgeschichte hat der FC Wil gegen Rapperswil-Jona verloren. Er kassierte zudem die höchste Niederlage in dieser Saison. Seit Konrad Fünfstück den Klub im Sommer 2017 übernommen hat, gab es erst einmal mehr Gegentore in einem Spiel: Es war bei der Aufstiegsparty von Xamax im vergangenen Mai, als auf der Maladière vor über 9000 Zuschauern eine 3:6-Niederlage akzeptiert werden musste. Der Auftritt in Rapperswil ähnelte phasenweise jenem beim Rückrunden-Auftakt dieser Saison in Aarau, als die Wiler ebenfalls einen schwachen Auftritt an den Tag legten und nach einer Stunde mit 0:3 zurücklagen. Die Niederlage auf dem Grünfeld war nicht nur aufgrund der Höhe gar noch bitterer. Sondern auch, weil Rapperswil nicht die Qualität eines FC Aarau hat.

Selbst wenn der Erfolg der Rapperswiler um ein Tor zu hoch ausfiel, so war es für die junge Wiler Mannschaft doch ein Rückschritt. Liegt es an der Trainer-Situation mit dem bevorstehenden Abgang von Konrad Fünfstück und dem noch nicht bestimmten Nachfolger? Fünfstück stellte dies vehement in Abrede und sagte: «Das ist zu einfach gestrickt. Wenn keine Spannung mehr in der Mannschaft wäre, hätten wir zuvor nicht dreimal hintereinander unentschieden gespielt. Es war schlicht und einfach ein Spiel, in dem bei uns ab der 30. Minute nichts mehr zusammengelaufen ist. Bei Rapperswil hat dafür alles geklappt. Das muss man einfach mal so akzeptieren.»

FC Rapperswil-Jona – FC Wil 1900 4:0 ( 1:0)

Grünfeld: 1060 Zuschauer. – Sr: Schärli.

Tore: 28. Turkes 1:0. 54. Turkes 2:0. 63. Haile-Selassie 3:0. 78. Sarr 4:0.

FC Rapperswil-Jona: Yanz; Thiesson, Kllokoqi, Simani, Elmer; Haile-Selassie, Sarr (81. Rohrbach), Schmied, Teixeira (86. Hadzi); Shabani (62. Pasquarelli); Turkes (84. Frick).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, Havenaar, von Niederhäusern; Gonçalves, Zé Eduardo (46. Savic), Lombardi (56. Gasser), Schällibaum; Schmid (67. Scholz); Audino, Cortelezzi (69. Breitenmoser).

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Kubli, Zenuni (krank), Güntensperger, Ciccone, Eberle, Rexhepi, Nater (verletzt), Truniger und Festic (nicht im Aufgebot). Wil ohne Silvio, Schäppi (verletzt), Chande, Herrmann, Sejdija, Herter, Gülünay, Beka und Latifi (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 23. Simani (Foul). 70. Sarr (Foul).

Resultate Challenge League, 23. Runde:
Rapperswil-Jona – Wil 4:0
Winterthur - Lausanne-Sport 1:1
Chiasso - Kriens 2:2
Schaffhausen – Vaduz 1:1
Aarau – Servette 3:3

Rangliste:
1. Servette 23/45. 2. Lausanne-Sport 23/39. 3. Winterthur 23/39. 4. Aarau 23/33. 5. Wil 23/32. 6. Schaffhausen 23/28. 7. Vaduz 23/25. 8. Rapperswil-Jona 23/24. 9. Kriens 23/23. 10. Chiasso 23/23.

Nächste Spiele (24. Runde):
Freitag, 8. März: Wil – Winterthur (20.00 Uhr).
Samstag, 9. März: Lausanne-Sport – Aarau (17.00 Uhr), Kriens – Rapperswil-Jona (17.30 Uhr).
Sonntag, 10. März: Servette – Schaffhausen (16.00 Uhr), Vaduz – Chiasso 16.00 Uhr.

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Der Liveticker zum Nachlesen:

Vorerst bedanke ich mich für das Interesse am heutigen Spiel. Wir liefern noch heute Abend an dieser Stelle den ausführlichen Bericht zur Partie im Grünfeld. Vorerst verabschiede ich mich und wünsche einen schönen Samstagabend. Bis bald auf hallowil.ch

Weiter geht es für den FC Wil mit einem nächsten Derby. Schon am kommenden Freitagabend (8. März, 20.00 Uhr) erscheint der FC Winterthur in der IGP-Arena. Auch dieses Spiel können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen. Lukas Tannò wird dann für Sie durch den Abend tickern.

Schlussfazit: Da hat gar nichts zusammengepasst an diesem Abend beim FC Wil. Hinten anfällig, vor absolut harmlos. Einen einzigen Schuss aufs Tor haben die Wiler in 94 Minuten zustande gebracht. So ist natürlich nichts zu holen. Enttäuschend: Eine Reaktion kam in der zweiten Halbzeit nicht. Nicht eine wirkliche Chance war nach dem Seitenwechsel bei den Gästen zu notieren. Der FC Wil ist weit von dem entfernt, was er im Herbst gezeigt hat. Wenn man "positiv" schliessen will: Es kann eigentlich nur besser werden.

Schlusspfiff: Der FC Rapperswil-Jona gewinnt erstmals in der Vereinsgeschichte gegen den FC Wil - und dies gleich mit 4:0.

93. Minute: Der neu gekommene Hadzi kann sich gleich gegen mehrere Wiler durchsetzen. Schliesslich wird dann aber "nur" ein Corner draus. Im Anschluss an diesen hält Schmied drauf, trifft aber das Tor doch deutlich nicht.

91. Minute: Vier Minuten obendrauf sollen es noch sein. Nun denn ...

88. Minute: Es ist übrigens erst das zweite Mal unter Fünfstück, dass der FC Wil mehr als drei Gegentore kassiert in einem Spiel. Erstmals war das in der Schluss-Runde der vergangenen Saison der Fall bei der 3:6-Niederlage auswärts gegen Xamax. Oder anders formuliert: Es zeichnet sich die höchste Niederlage unter Fünfstücks Führung ab.

86. Minute: Und es wird gleich weitergeklatscht: Teixeira macht platz für Hadzi.

85. Minute: Noch ein Applaus-Wechsel bei Rappi: Doppeltorschütze Turkes hat Feierabend und wird durch Frick ersetzt.

84. Minute: Heute ist also nicht nur die Offensive das Problem, sondern auch die Defensive. Vier Gegentore in einem Spiel gab es noch nie in dieser Saison. In Aarau beim Rückrundenstart waren es drei Verlusttreffer, sonst höchstens deren zwei.

81. Minute: Ein nächster Rappi-Wechsel: Für Sarr ist der Arbeitstag vorbei und er wird unter Applaus ersetzt durch Rohrbach.

81. Minute: Es wird Zeit, den ehemaligen österreichischen Nationalspieler Toni Pfeffer im Halbzeit-Interview des Länderspiels Spanien - Österreich beim Stand von 5:0 zu zitieren: "Hoch werdan mars nimma gwinna." Am Ende stand es da übrigens 9:0 für Spanien. Ganz so schlimm dürfte es hier nicht werden.

80. Minute: 1060 Zuschauer sind heute hier.

78. Minute: TOOOOOOR Rapperswil-Jona durch Sarr zum 4:0. Ein weiterer Leihspieler des FC Zürich, der zur Winterpause gekommen ist trifft. Da er nicht angegriffen wird, schliesst er mit einem prächtigen Hockeckschuss ab. So macht man das.

75. Minute: Nächste Grosschance von Rapperswil-Jona: Elmer kommt von links zum Abschluss und setzt den Ball ins Netz. Ins Aussennetz. Kostadinovic wäre wohl da gewesen.

72. Minute: Der Wiler Auftritt erinnert mittlerweile stark an das Rückrunden-Auftaktspiel in Aarau. Auch da waren die Wiler bereits relativ früh nach einem schwachen Auftritt mit drei Längen distanziert und fanden kein Mittel. Immerhin verkürzten die Äbtestädter auf dem Brügglifeld in der Schlussphase noch auf 1:3. Mal schauen ,was hier im Grünfeld noch geht. Oder: Ob überhaupt noch etwas geht. Es scheint nicht, also ob ...

70. Minute: Gelbe Karte für Rapperswils Sarr,  nachdem er Gonçalves umgemäht hat.

69. Minute: Wils Trainer Fünfstück tätigt bereits den letzten Wechsel: Cortelezzi geht raus. Für ihn kommt Breitenmoser rein.

68. Minute: Das Resultat ist zwar ein Tor zu hoch, aber mittlerweile allemal verdient. Rappi hat das Spiel in der Zwischenzeit im Griff und ist in der zweiten Halbzeit das aktivere Team. Der Wiler Auftritt ist enttäuschend harmlos.

67. Minute: Dritter Wechsel beim FC Wil: Schmid macht platz für Scholz. Für Scholz ist es das Comeback nach einer längeren Verletzung.

63. Minute: TOOOOOR Rapperswil-Jona durch Haile-Selassie zum 3:0. Der Torschütze kommt aus sechs, sieben Metern frei zum Abschluss und trifft flach.

63. Minute: Die Wiler haben übrigens leicht umgestellt. Gasser spielt nun Verteidiger, von Niederhäusern im Mittelfeld.

62. Minute: Auch Rappi wechselt: Shabani geht, Pasquarelli kommt.

59. Minute: Der Ausgleich ist gefallen. In Sachen Corner. Zum 1:1  nach knapp einer Stunde. Gasser kommt zum Kopfball, setzt diesen aber an die Brust von Kllokoqi. Die Chance ist vertan.

58. Minute: Man kann sich nur schwer vorstellen, wie der FC Wil hier in dieses Spiel finden soll. Offensiv ist das viel zu harmlos. Und das gegen den Tabellenletzten.

56. Minute: Zweiter Wechsel bei Wil: Captain Lombardi verlässt das Feld und wird durch Gasser ersetzt. Captain ist nun von Niederhäusern.

54. Minute: TOOOOOR Rapperswil-Jona durch Turkes zum 2:0. Auf Zuspiel von der rechten Seite von Haile-Selassie kommt Turkes im Strafraum an den Ball. Er kann sich drehen und trifft dann durch die Beine von Rahimi zur Zweitore-Führung.

49. Minute: Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Lombardi in Rappis Hälfte setzen die Gastgeber zum Konter an. Turkes schickt Teixeira steil auf die weite Reise. Am Ende dieser steht Teixeira alleine vor Kostadinovic, dessen rechter Fuss aber das scheinbar sichere 2:0 verhindert. Der Nachschuss von Turkes wird vom Rücken Rahimis abgefälscht. Kostadinovic kann knapp vor der Linie klären. Ui, das war doppelt eng.

46. Minute: Die Wiler haben in der Pause gewechselt. Zé Eduardo ist nicht mehr erschienen. Dafür spielt nun Savic. Somit fungieren nun Savic und Cortelezzi als Stürmer. Audino und Schmid rückten je eine Position noch hinten. Taktisch hat sich aber nichts getan.

46. Minute: Es geht weiter. Der Ball rollt wieder.

Pausenfazit: Ein magerer Auftritt der Wiler, die zu wenig die Tiefe suchen und darum keine Präsenz haben im gegnerischen Strafraum. Ein paar Zahlen zur ersten Halbzeit: Torschüsse: 1:1. Corner 1:0. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Ausser: Es braucht eine Leistungssteigerung von den Gästen, um nicht die erste Niederlage der Vereinsgeschichte gegen Rapperswil-Jona zu beziehen.

Pausenpfiff: Schiedsrichter Schärli macht pünktlich Schluss. Rapperaswil-Jona führt gegen den FC Wil zur Pause mit 1:0.

44. Minute: Die Wiler tun sich weiterhin schwer und kommen offensiv nicht in die heisse Zone.

42. Minute: Die Gastgeber sind aktiver: Zuerst wird ein Turkes-Abschluss von Havenaar geblockt, im zweiten Versuch sieht Schmied seien Abschluss von Lombardi geklärt.

41. Minute: Es ist augenscheinlich: Offensiv fehlt es den Wilern selbst gegen den Tabellenletzten an Durchschlagskraft. Den Strafraum sieht kaum je ein Gäste-Spieler von innen.

38. Minute: Nach einem Rappi-Freistoss aus dem Halbfeld können die Wiler nicht klären. Kllokoqi kommt aus spitzem Winkel und kurzer Distanz zum Abschluss. Jedoch ist Kostadinovic hellwach und kann das 2:0 verhindern. Das war heiss.

35. Minute: Hier ist die erste Top-Chance für den FC Wil: Auf Zuspiel von Schällibaum kommt Audino an der Strafraumgrenze plötzlich frei zum Abschluss. Es fehlt dann allerdings die letzte Überzeugung im Abschluss. Yanz kann parrieren. Aber davon hätten wir gerne mehr.

32. Minute: Auch wenn das Führungstor aus dem Nichts kam: Gestohlen ist es nicht. Rapperswil tritt nicht wie ein Tabellenletzter auf. Es ist eine ausgeglichene Partie. Wil hat bisher noch kein Mittel gefunden, um dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen.

28. Minute: TOOOOOR Rapperswil-Jona durch Turkes zum 1:0. Teixeira kann an der Strafraumgrenze jonglieren. Wils Gonçalves kommt nicht an die Kugel, so dass diese bei Turkes landet. Der Rapperswiler Top-Torschütze erzielt dann aus rund zwölf Metern Distanz und halblinker Position seinen zehnten Saisontreffer. Ausgerechnet gegen Wil beendet Turkes also seine Torimpotenz, die schon seit November anhält. Kalte Dusche für den FC Wil.

25. Minute: Gefahr könnte allenfalls von der Sonne ausgehen. Diese steht relativ tief und blendet Rapperswils Goalie Yanz. Eine Tächli-Kappe hat er nicht. Ist ja auch erst Anfang März. Wiler Abschlüsse sind also gefragt.

24. Minute: Der Abschluss von Schmid ist dann aber zu hoch angesetzt und fliegt gut einen Meter über das Tor. Keine Gefahr.

23. Minute: Nach einem groben Fehlpass von Kllokoqi zieht Cortelezzi los und kann von Simani nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Gelb für Simani. Freistoss für Wil aus 22 Metern, zentrale Position.

21. Minute: Wil wird etwas aktiver. Auf die erste Chance der Gäste warten wir aber noch.

16. Minute: Eine Viertelstunde rum: Die grossen Aufreger waren noch nicht dabei. Kostadinovic musste bisher einen Ball behändigen: eine Fairplay-Rückgabe auf ihn. Oder positiv formuliert: Defensiv sieht das gut aus - bei beiden. Die Null steht recht sicher.

13. Minute: Wieder wollen die Wiler einen Penalty haben: Dieses Mal soll es ein Handspiel von Rapperswils Schmied im eigenen Strafraum gewesen sein. Aber da war keine Absicht dabei.

11. Minute: Da fordern auch die Wiler einen Penalty: von Niederhäusern sei im Strafraum von Simani geklammert worden. Das war aber zu wenig für einen Elfmeter.

9. Minute: Auch das sah im Ansatz gefährlich aus: Rapperswils Haile-Selassie kommt an der Strafraumgrenze zum Abschluss, testet das Feld aber in seiner kompletten Höhe. Ball aus dem Stadion.

7. Minute: Hier ist die erste Chance: Und sie gehört den Gastgebern. Wils Rahimi unterläuft einen Ball. Kllokoqi kommt per Kopf zum Abschluss, setzt ihn aber über das Tor. Zuvor hatte Shabani einen Penalty gefordert. Die Pfeife von Schiedsrichter Schärli blieb aber stumm.

6. Minute: Ausgeglichene Startphase - fernab der beiden Strafräume.

3. Minute: Das ganz grosse Prickeln in diesem Derby ist es übrigens nicht. Oder zumindest noch nicht. Rund zehn Wiler Fans sind mitgereist - und tonangebend im "Stadion". Mal schauen, ob die Spieler die Würze reinbringen. Bis anhin gab es noch keinen Abschluss.

1. Minute: Schiedsrichter Schärli hat das Spiel freigegeben. Der Ball rollt.

Die Mannschaften sind da. Viel Spass mit FC Rapperswil-Jona - FC Wil.

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Gleich geht es los mit dem Derby hier in Jona.

Das Spiel wird geleitet von Schiedsrichter David Schärli. Ein gutes Omen? Bereits zum vierten Mal in dieser Saison pfeift Schärli ein Spiel des FC Wil. Die bisherigen Resultate: 2:0-Sieg in Chiasso, 2:1-Erfolg zuhause gegen Rapperswil-Jona und 2:0-Sieg in Vaduz.

Bei Rapperswil-Jona, das in einem 4-4-1-1-System spielt, steht Yanz im Tor. Die Abwehr bilden von rechts nach links Thiesson, Kllokoqi, Simani und Elmer. Im Mittelfeld spielen von rechts: Haile-Selassie, Sarr, Schmied und Teixeira. Hängende Spitze ist Shabani. Als einziger Stürmer läuft Turkes auf.

Kommen wir nun zu den Mannschaftsaufstellungen. Bei den Wilern, die in einem 3-4-1-2-System beginnen, steht wie immer in dieser Saison der zuletzt stark aufspielende Kostadinovic im Tor. Die Verteidigung bilden von rechts nach links Rahimi, Havenaar und von Niederhäusern. Im Mittelfeld laufen von rechts her gesehen Gonçalves, Zé Eduardo, Lombardi und Schällibaum auf. Hängende Spitze ist Schmid. Und die beiden Stürmer heissen Audino (rechts) und Cortelezzi.

Der FC Wil hat nicht mehr gewonnen seit dem 1:0-Sieg am 25. November hier in Jona. Die Rapperswiler gewannen seither genau eine Partie – am vergangenen Samstag mit 2:0 zuhause gegen Schaffhausen. Wer kann heute seine Bilanz aufbessern? Wir sind gespannt.

Ohne Sie direkt wieder vertreiben zu wollen: Ein torreiches Spiel würde überraschen. Dies auch mit Blick in die Vergangenheit. Erst dreimal sind diese beiden Mannschaften bisher im Grünfeld aufeinandergetroffen in der gesamten Historie. Dabei ist im Durchschnitt genau ein Treffer pro Spiel gefallen.

Eine weitere zentrale Frage: Wer um alles in der Welt soll heute die Tore schiessen? Es treffen die harmlosesten beiden Offensivabteilungen der Liga aufeinander. Bei den Wilern ist in Abwesenheit des weiterhin verletzten Top-Torschützen Silvio kein Akteur dabei, der seit vergangenem Sommer schon mehr als zwei Tore erzielt hat in der Meisterschaft. Bei Rapperswil-Jona hat Topskorer Aldin Turkes seit bald vier Monaten Ladehemmungen und wartet seither auf seinen zehnten Saisontreffer.

Fussball oder Fasnacht? Das ist heute wohl die grosse Frage. Aber es geht ja auch beides. In diesem Sinne: Herzlich willkommen zur 23. Challenge-League-Runde und dem Auswärtsspiel des FC Wil beim FC Rapperswil-Jona. Spielbeginn auf dem Grünfeld ist um 17.00 Uhr. Simon Dudle hat sich heute für Fussball entschieden und tickert für Sie durch den Vorabend.

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Die Derby-Vorschau:

Zuletzt spielte der FC Wil gegen zwei Mannschaften, die ihn über die Jahre gesehen alles andere als liegen. Von dem her war je ein Punkt gegen die Spitzenteams aus Genf und Lausanne eine ansprechende Ausbeute. Nun aber ist die Ausgangslage vor dem Gastauftritt im Grünfeld anders. Der FC Rapperswil-Jona ist Wils Lieblingsgegner. In den bisherigen sechs Vergleichen, die es in der Vereinsgeschichte unter Pflichtspielbedingungen erst gab, siegten die Wiler viermal und zweimal teilte man sich die Punkte. Auf einen Vollerfolg in diesem Derby warten die Rapperswiler noch. Auch in dieser Saison setzten sich zweimal die Wiler durch: 2:1 im Bergholz und 1:0 im Grünfeld.

Gewinnen die Wiler heute Samstag, geht für sie nach sieben sieglosen Spielen eine kleine Durststrecke zu Ende. Den bis dato letzten Sieg gab es am 25. November des vergangenen Jahres in … Rapperswil-Jona. «Wir sind allerdings auch schon seit drei Spielen unbesiegt», sagt Wils Trainer Konrad Fünfstück. Die Leistungskurve war zuletzt gegen starke Gegner ansteigend.

Die Wiler:

Bei den Wilern stellt sich vor allem die Frage, wer die Tore erzielen soll. Da Stürmer Silvio weiterhin wegen einer Fussverletzung verletzt ausfällt, wird kein Äbtestädter Spieler dabei sein, der schon mehr als zwei Tore erzielt hat in dieser Saison. Und das nach immerhin 22 Runden. Die Wiler stellen mit 24 Toren die harmloseste Offensive der Liga. Am zweitharmlosesten ist mit 26 Treffern Rapperswil-Jona. Viele Tore in diesem Spiel würden überraschen. «Die Offensive ist es dann auch, warum es womöglich nicht ganz nach oben reicht», sagt Fünfstück.

Eine weitere Auffälligkeit: Die Wiler nutzen die erste Halbzeit gar selten für Produktives. Erst acht Treffer wurden in dieser Saison vor dem Pausentee erzielt. In den zweiten Halbzeiten waren es schon doppelt so viele. In der Umkehr: Die Äbtestädter lassen vor der Pause nur sehr wenig zu – nämlich bisher ebenfalls nur acht Treffer. Zudem wäre förderlich, keinen Penalty zu verursachen. Nachdem das in der gesamten Hinrunde geglückt war, zeigten die Schiedsrichter seit der Winterpause schon dreimal auf den Wiler Punkt. Immer war der Ball drin.

Und dann ist da noch die Sache mit den vorbelasteten Spielern. Gleich sechs Akteuren sind im Falle einer Verwarnung im Folgespiel gesperrt. Es sind dies Michael Gonçalves, Sandro Lombardi, Andelko Savic, Nick von Niederhäusern, Silvano Schäppi und Silvio, wobei die letzten beiden in Jona aus Verletzungsgründen nicht auflaufen werden.

Die Rapperswiler:

«Endlich», werden die Rapperswiler am vergangenen Samstag gesagt haben, als der 2:0-Heimsieg gegen das kriselnde Schaffhausen unter Dach und Fach war. Endlich, weil somit eine Phase mit 13 sieglosen Spielen beendet wurde. Seit Ende September und einem 1:0-Erfolg in Chiasso waren die Rosenstädter ohne Vollerfolg geblieben. Diese Schwächephase ging einher mit der Ladehemmung von Aldin Turkes, der in dieser Saison zwar schon neun Treffer erzielt hat, aber schon bald vier Monate auf ein persönliches Erfolgserlebnis wartet. Am vergangenen Wochenende gegen Schaffhausen hat er beide Tore vorberietet.

Der Befreiungsschlag ist nicht überraschend. Denn die Rapperswiler haben in der Winterpause an Qualität zugelegt. Vom FC Zürich kam Sangoné Sarr, von den Young Boys Pedro Teixeira und aus Minnesota der Ex-Wiler und ehemalige Super-League-Spieler Jérôme Thiesson. Zudem steht mit Diego Yanz der gewohnt sichere Rückhalt im Tor nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung. «Wer denkt, dass dies eine einfache Aufgabe wird, der kann grad zuhause bleiben»», sagt Fünfstück. Zu ausgeglichen sei die Liga.