Ein Remis gegen den Rekordmeister und Tabellenführer ist aus Wiler Sicht im Grundsatz gewiss eine gute Sache. Die Äbtestädter zeigten über eine Stunde lang einen starken und vor allem kämpferisch einwandfreien Auftritt. Für einmal hatten sie auch das Fortune, dass ein Ball via Innenpfosten knapp hinter die Linie trudelte. Es war Mitte erster Halbzeit eine Produktion zweier ehemaliger GC-Spieler. Valon Fazliu behauptete das Spielgerät gut vor Toti Gomes und spielte zu Mergim Brahimi, der 16 Jahre für GC gespielt hatte. Mit einem Abschluss aus halblinker Position schaffte der Wiler Offensivspieler fast schon Historisches: Im elften Pflichtspiel der Saison trafen die Äbtestädter zum allerersten Mal vor der Pause ins gegnerische Tor. Und zum erst zweiten Mal in dieser Spielzeit erzielten sie den Führungstreffer zum 1:0.

Dieses Tor gab den Wilern Sicherheit. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein waren sie dem Liga-Krösus ebenbürtig, phasenweise gar überlegen. Das sollte aber nicht zum Sieg reichen. Denn die Zürcher fanden noch rechtzeitig in die Partie, um ihre dritte Saisonniederlage abzuwenden. Sie erhöhten nach rund einer Stunde die Kadenz merklich, näherten sich dem Ausgleichstreffer an und fanden diesen sieben Minuten vor Schluss. Wils Goalie Philipp Köhn, sonst ein sicherer Wert, liess eine scharfe Hereingabe von GC-Captain Nikola Gjorgjev nach vorne abklatschen, wo der fünf Minuten zuvor eingewechselte Cristian Ponde den Ball direkt aus der Luft nahm und aus kurzer Distanz einnetzte.

Die Hoppers taktisch überrascht

Den Punkt hatten sich die Zürcher verdient. 15:5-Schüsse zu ihren Gunsten und über 60 Prozent Ballbesitz unterstrichen dies. Zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen ist es den Hoppers gelungen, dank einem Treffer nach der 80. Minute das Punktekonto zu erhöhen. Ein Zähler auf dem Bergholz war aus ihrer Sicht aber zu wenig.

Wils Trainer Alex Frei ärgerte sich, dass seine Mannschaft einen «dreckigen» Sieg verpasst hatte. Denn lange war der Schlachtplan aufgegangen. Er bestand auch darin, den Gegner mit einer neuen taktischen Variante zu überraschen. Mit der Wiler 3-4-2-1-Formation konnten die Zürcher lange nicht wirklich etwas anfangen. Captain Philipp Muntwiler wurden in die Innenverteidigung zurückbeordert, was den defensiven Auftritt homogener und stabiler machte. Auch sonst hatte Frei ordentlich gewirbelt. Jan Kronig spielte nicht auf der angestammten Position als Verteidiger, sondern im Mittelfeld. Auf dem anderen Flügel bekam Mika Mettler genauso eine Chance in der Startformation wie dazwischen Robin Kamber.

Kein Sieg im Oktober und November

Auch wenn der Wiler Auftritt lange gut war: Er war nicht reif genug, um die Grasshoppers zu besiegen. Denn auch in dieser Partie streute das jüngste Team der Liga naive Fehler ein, die vor dem eigenen Tor für Gefahr sorgten – und zum Ausgleich führten. So sind Wiler seit nunmehr acht Partien sieglos und haben weder im Oktober noch im November ein Spiel gewonnen. In allen diesen acht Partien hat der FC Wil immer höchstens einen Treffer erzielt – zusammengezählt nur deren vier.

Es blieb einmal mehr der Eindruck haften, dass nicht viel fehlt – aber eben doch ein bisschen was. Und das gegen ein GC, das zwar stark begann, dann aber immer mehr Mühe bekundete mit den aufsässigen Wilern. Die grosse Frage bleibt: Wann gelingt dem FC Wil der Befreiungsschlag?

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate Challenge League, 11. Runde:
Wil - Grasshoppers 1:1
Thun - Chiasso 3:0
Aarau - Winterthur 3:1
Kriens - Stade Lausanne-Ouchy 0:2
Schaffhausen - Xamax 2:0

FC Wil 1900 – Grasshoppers 1:1 (1:0)

Bergholz: 50 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Horisberger.

Tore: 24. Brahimi 1:0. 83. Ponde 1:1.

FC Wil 1900: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiler, Sauter; Mettler, Kamber (59. Zumberi), Krasniqi, Kronig; Fazliu, Brahimi (68. Haile-Selassie); Camara (72. Jones).

Grasshoppers: Matic; Fehr (78. Ponde), Nóbrega, Toti Gomes, Schmid; Ronan (65. Kalem), Santos (46. Lenjani); Morandi, Pusic, Gjorgjev; Bonatini (65. Demhasaj).

Bemerkungen: Wil ohne Ballet, Sarcevic (krank), Abubakar, De Mol, Mayer, Ndau, Ismaili, Abazi (verletzt), Paunescu und Blasucci (nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Salvi, Cvetkovic, Nadjack (verletzt), Keller, Dickenmann, Yang, Diani, Arigoni, Correia und Rastoder (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 42. Fazliu (Reklamieren, im nächsten Spiel gesperrt), 86. Morandi (Unsportlichkeit). 87. Zumberi (Reklamieren).

Rangliste:
1. Grasshoppers 10/20. 2. Thun 11/18. 3. Schaffhausen 11/16. 4. Stade Lausanne-Ouchy 10/16. 5. Winterthur 8/14. 6. Aarau 10/14. 7. Kriens 11/12. 8. Wil 10/10. 9. Xamax 8/9. 10. Chiasso 9/5.

Nächste Spiele (6. + 9. + 12. Runde):
Dienstag,  1. Dezember: Winterthur - Chiasso (19.00 Uhr, Nachtragsspiel 6. Runde), Xamax - Stade Lausanne-Ouchy (19.00 Uhr, Nachtragsspiel 9. Runde).
Freitag, 4. Dezember: Stade Lausanne-Ouchy - Wil (19.00 Uhr), Winterthur - Thun (19.00 Uhr), Grasshoppers - Kriens (20.00 Uhr), Xamax - Aarau (20.00 Uhr).
Samstag, 5. Dezember: Chiasso - Schaffhausen  (18.15 Uhr).

Im Video: Mergim Brahimi und Lavdim Zumberi ordnen ein

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein. Danke für Ihr Interesse, gute Nacht aus dem nebligen Bergholz und bis bald auf hallowil.ch.

Schlussfazit: Erst als die Kräfte etwas nachliessen und GC im Mittelfeld mehr Platz vorfand, häuften sich die Torchancen für die Gäste. Nach dem Ausgleich fingen sich die Wiler aber schnell, hielten in der Schlussphase dann gut dagegen und verteidigten den einen Punkt leidenschaftlich. Zwar wartet das Team von Trainer Alex Frei nun schon seit acht Spielen auf einen Sieg und der späte Ausgleich dürfte etwas schmerzen. Alles in allem lässt diese Leistung aber hoffen für das nächste Auswärtsspiel beim FC Stade Lausanne-Ouchy. Auch von dieser Partie wird hallowil.ch am kommenden Freitag mit einem Liveticker berichten.

Schlusspfiff im Bergholz: Der FC Wil und die Grasshoppers trennen sich 1:1.

94. Minute: Noch ein letzter Eckball für GC: Der Ball fliegt über Freund und Feind hinweg ins Toraus.

92. Minute: Muntwiler hält den Laden hinten jetzt zusammen. Wieder verhindert er mit einer Grätsche einen gefährlichen Ball in den Fünfmeterraum.

91. Minute: "Uusä." Alex Frei treibt seine Mannen nach vorne.

90. Minute: Mindestens drei Minuten werden nachgespielt.

89. Minute: Es gibt nochmals einen Freistoss aus vielversprechender Situation für den FC Wil: Doch GC klärt die Hereingabe.

89. Minute: Starke Grätsche von Muntwiler, der einen Abschluss aus gefährlicher Position blockt.

87. Minute: Das werden heisse Schlussminuten für den FC Wil, der jetzt mit Mann und Maus verteidigt.

87. Minute: Gelb für Zumberi wegen Reklamierens.

86. Minute: Gelb für Morandi von GC für eine Unsportlichkeit.

83. Minute: TOOOOOR für die Grasshoppers durch Ponde zum 1:1-Ausgleich. Da ist es passiert. Nach einer Flanke Gjorgjevs von rechts verwertet der Joker einen Abpraller von Köhn aus nächster Distanz direkt.

83. Minute: Nächste dicke Chance für GC: Wieder ein Abschluss aus nächster Distanz, wieder verzogen.

82. Minute: Und plötzlich liegt der Ball im GC-Tor. Doch das Eigentor wird wegen Offsides von Fazliu aberkannt.

81. Minute: Und da wäre es fast passiert. Doppelchance für GC: Wieder geht es über links. Köhn segelt an der scharfen Flanke vorbei. Aber in der Mitte verpassen alle. Beim anschliessenden Corner kommt ein Zürcher zum Kopfball, doch Köhn hat ihn.

79. Minute: Im Moment sieht es so aus, als wär für den FC Wil das Gröbste erstmal überstanden. Doch Vorsicht: In den letzten vier Spielen hat GC dreimal nach der 85. Minute zum Unentschieden oder gar zum Sieg getroffen.

78. Minute: Wechsel bei GC: Anstelle von Fehr kommt Ponde ins Spiel.

74. Minute: Positionsgetreuer Wechsel beim FC Wil: Für Stürmer Camara kommt Stürmer Jones.

73. Minute: Die Führung des FC Wil wackelt. Die Äbtestädter brauchen dringend Entlastung. Doch im Moment spielt nur noch GC. Dann endlich ein Freistoss für die Gastgeber, der etwas Ruhe reinbringt. 

71. Minute: Das muss der Ausgleich sein: Wil kann mehrfach nicht klären. Schliesslich kommt Santos zentral völlig frei zum Abschluss, verzieht aber gröber.

70. Minute: Wieder kommt GC über links gefährlich in den Strafraum: Der Abschluss wird gerade noch zum Eckball geklärt.

69. Minute: Der junge Köhn strahlt viel Sicherheit aus. Er hat bisher alle hohen Bälle und macht das Spiel in den richtigen Momenten schnell - oder lässt sich auch mal Zeit.

68. Minute: Wechsel beim FC Wil: Torschütze Brahimi verlässt das Feld, für ihn kommt Haile-Selassie.

66. Minute: GC wird jetzt merklich stärker: Mit schnellen Angriffen vor allem über die linke Seite kommen die Zürcher immer wieder zu gefährlichen Torchancen. Aber die Wiler verteidigen mit allem, was sie haben. Diesmal wirft sich ein Verteidiger in den Schuss. Ihm bleibt kurz der Atem weg, doch es geht weiter.

64. Minute: Bei GC macht sich Demhasaj bereit. Beim letzten Duell der beiden Teams, einem 3:0-Sieg der Zürcher im Letzigrund, traf der Stürmer doppelt. Es waren bisher seine einzigen Saisontore. Er kommt für Bonatini. Ausserdem kommt Kalem für Ronan.

63. Minute: Grosschance für GC: Nach einem Eckball kommt Nóbrega im Strafraum völlig frei zum Schuss. Sein scharfer Abschluss geht jedoch parallel zur Grundlinie am Tor vorbei.

61. Minute: Und im Gegenzug die Schreckssekunde: Ein für einen Verteidiger gedachter Wiler Rückpass landet in den Füssen eines Zürchers. GC fehlt dann noch ein Pass in den Fünferraum, der nicht ankommt.

60. Minute: Gute Aktion des FC Wil: Ein Weitschuss aus halbrechter Position streicht knapp am Pfosten vorbei.

59. Minute: Wechsel beim FC Wil: Für Kamber kommt Geburtstagskind Zumberi, das seine Karriere einst beim FC Bazenheid startete. 

57. Minute: Wie lange reichen den Wilern die Kräfte? Der Aufwand für das aggressive Pressing ist hoch. Doch GC hatte zwei Tage weniger Erholung seit dem letzten Spiel.

53. Minute: Und wieder der Wiler Schlussmann: Ein Zürcher wird steil in den Strafraum geschickt, doch Köhn eilt aus dem Tor und krallt sich den Ball vor dem Stürmer.

52. Minute: Köhn! GC kombiniert sich nach einem Wiler Fehlpass schnörkellos in den Strafraum. Morandi geht etwas gar leicht am Verteidiger vorbei. Seinen Schuss von halbrechts aus rund acht Metern pariert der Wiler Goalie aber sicher.

48. Minute: Schade kommt Kronigs Schnittstellen-Ball auf Camara nicht ganz an. Der Stürmer wäre frei durch gewesen.

47. Minute: Schöne Ballstaffette der Wiler über Brahimi und Mettler. Nach einem Pass in den Rückraum kommt Fazliu aus 14 Metern zum Abschluss. Matic hat leichte Probleme, kann den unplatzierten Flachschuss letztlich aber festhalten.

47. Minute: Beim FC Wil scheinen die Marschroute klar und die Akkus geladen. Vorne wird sofort im Vollsprint gepresst.

46. Minute: Wechsel bei GC: Für Santos ist Lenjani ins Spiel gekommen.

46. Minute: Der Ball rollt wieder.

Die Spieler kommen schon mal für ein leichtes Aufwärmen zurück. Gleich geht es weiter.

Pausenfazit: Nach einem etwas fahrigen Beginn mit viel Zürcher Ballbesitz hat sich Wil gesteigert und ging durch den schönen Flachschuss von Ex-Hopper Brahimi verdient in Führung. Seit dem Tor agiert Wil auf Augenhöhe, wirkt in der nebligen Kälte gar bissiger und williger als die Gäste. Trotzdem kommt bei den Aktionen der wirbligen Offensivkräfte der Gäste immer wieder Gefahr auf. Die Frage wird sein, wie lange Wil das engagierte Pressing durchstehen kann und ob sich, je länger es 1:0 steht, Möglichkeiten für gefährliche Konter ergeben. Das grössere Problem hat aber Gäste-Trainer Pereira. Der muss seiner Mannschaft, die so wirkt, als hätte sie sich die Aufgabe im Bergholz etwas zu leicht vorgestellt, eine gehörige Motivationsspritze verpassen.

Pausenpfiff im Bergholz: Der FC Wil führt gegen die Grasshoppers mit 1:0.

43. Minute: Das Spiel ist jetzt etwas hektischer geworden. Fouls und knappe Entscheidungen sorgen für rote Köpfe im Nebel auf dem Bergholz. Gut, dass bald Pause ist. Zum ersten Mal dieses Saison mit einer Führung des FC Wil?

42. Minute: Gelbe Karte für Fazliu wegen Reklamierens. Damit fehlt der Wiler Topscorer am kommenden Freitag auf der Pontaise gegen Stade Lausanne-Ouchy.

40. Minute: Unglückliche Aktion von Kamber: Beim Versuch eines taktischen Fouls kommt er selber zu Fall und bleibt mit Schmerzen liegen. Es geht aber schon wieder.

39. Minute: Der Spielstand geht aufgrund des Gezeigten längst in Ordnung. Wil verteidigt aufsässig und kommt in Strafraumnähe immer wieder zu guten Aktionen. GC agiert derzeit vor allem mit langen Bällen.

38. Minute: Und dann wieder Wil: Eine Flanke von links gerät zum Torschuss, Matic wischt den Ball gerade noch so aus der Gefahrenzone.

37. Minute: Grosschance für GC: Nach einem Freistoss aus halbrechter Position kommt Toti Gomes völlig blank zum Kopfball. Er zielt aber genau auf Köhn, der den Ball festhält.

36. Minute: Schöne Kombination über Fazliu und Camara: Schlussendlich flankt Mettler - doch der Ball fliegt hinter das Tor.

34. Minute: Was auffällt: Philipp Muntwiler als Abwehrpatron - das funktioniert bislang. Die Verteidigung wirkt gut sortiert und lässt nicht viel zu.

32. Minute: Von der anfänglichen Überlegenheit der Limmatstädter ist nicht mehr viel übrig. Wil spielt jetzt schön aufgebaute Angriffe über die Flügel. GC unterlaufen immer wieder kleine Fehler in der Defensive.

29. Minute: Erst zum zweiten Mal in dieser Saison führt der FC Wil in einem Spiel.

27. Minute: Das Tor scheint den Wilern Auftrieb zu geben. Das Gegenpressing wirkt jetzt aggressiver. Es wird direkter kombiniert, konsequenter geklärt.

24. Minute: TOOOOOOR für den FC Wil durch Brahimi zum 1:0. Der Tabellenvorletzte führt gegen den Leader. Mergim Brahimi zieht aus halblinker Position flach ab. Via rechtem Innenpfosten trudelt der Ball ins Tor. Zum ersten Mal in dieser Saison trifft der FC Wil in der 1. Halbzeit. Und Brahimi trifft gegen seinen Ex-Klub.

24. Minute: Auf der anderen Seite wird es nach einem Ballverlust gefährlich. Aber geblockt.

22. Minute: Knifflige Szene: Fazliu dreht sich im Strafraum in den gegnerischen Verteidiger rein und kommt zu Fall. Die 50 Zuschauer im Bergholz monieren lautstark Penalty. Doch die Pfeife des Unparteiischen bleibt stumm. Die Berührung ist zwar da, aber wohl zurecht kein Penalty. Fazliu fällt mehr in den Gegner rein.

19. Minute: Jetzt wird Matic zum ersten Mal geprüft: Der Flachschuss aus 15 Metern ist aber zu unpräzise und bereitet dem Zürcher Goalie keine Probleme.

17. Minute: Über dem Bergholz liegt mit dem Nebel und der Eiseskälte eine Atmosphäre, die dem Namen "Geisterspiel" alle Ehre macht.

15. Minute: Erster Abschluss der Hoppers: Ein Weitschuss geht einen guten Meter über das Tor.

12. Minute: Da transportiert das Spiel des Tabellenführers mehr Selbstvertrauen. Der Ball läuft, die Zuspiele kommen an. Zum Glück aus Wiler Sicht aber nur bis zum Sechzehner.

10. Minute: Noch fehlt beim FC Wil die Präzision. Viele kurze Pässe kommen nicht an, oder sind für den Empfänger schwer zu verarbeiten.

8. Minute: Im dichten Nebel auf dem Bergholz ist der FC Wil in seinen weissen Tenues beinahe im Tarnanzug unterwegs.

5. Minute: Wieder gewinnt Fazliu den Ball in gefährlicher Position. Seine abgefälschte Flanke bringt Camara jedoch mit zu wenig Druck per Kopf aufs Tor. Kein Problem für Matic. Und sowieso wird Stürmerfoul abgepfiffen.

2. Minute: Schade. Nach Ballgewinn durch Fazliu am Strafraum der Zürcher missversteht dieser sich mit dem Mitspieler und der Querpass landet bei GC.

1. Minute: Camara stösst an, der Ball rollt.

Die Mannschaften erscheinen. Gleich geht es los mit FC Wil gegen  GC. Viel Vergnügen.

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichter Stefan Horisberger aus Steffisburg im Kanton Bern.

GC-Trainer João Carlos Pereira beginnt in einem 4-2-3-1-System mit Matic im Tor. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen Fehr, Nóbrega, Toti Gomes und der Ex-Wiler Schmid. Davor agieren Ronan (rechts) und Santos. Im offensiven Mittelfeld spielen von rechts nach links Morandi, Pusic und Captain Gjorgjev. Einziger Stürmer ist Bonatini.

Kommen wir zu den Aufstellungen: Der FC Wil beginnt unter der Leitung von Trainer Alex Frei in einem ungewohnten 3-4-2-1-System mit Köhn im Tor. Die defensive Dreierreihe bilden von rechts her gesehen Izmirlioglu, Captain Muntwiler und Sauter. Davor agieren von rechts nach links Mettler, Kamber, Krasniqi und Kronig. Etwas offensiver sind die beiden Ex-Hopper Fazliu (rechts) und Brahimi. Einziger Stossstürmer ist Camara. Neben den langzeitverletzten werden heute Sarcevic und Ballet krank gemeldet. Frei hat im Vergleich mit dem enttäuschenden Thun-Spiel (0:3-Niederlage) am vergangenen Samstag ordentlich gewirbelt.

Ein Blick auf die Statistik lässt nicht gerade auf ein torreiches Spiel hoffen. GC hat mit 11 Gegentreffern die zweibeste Abwehr der Challenge League. Und auch der FC Wil hat nur gerade zwei Tore mehr kassiert. Gerade aus Wiler Sicht gibt aber auch die die Offensivabteilung Anlass zu Bedenken. Mit 9 erzielten Toren stellt Wil nach Schlusslicht Chiasso die zweitschlechteste Offensive. Besonders in der ersten Halbzeit harzt es. Vor dem Pausentee traf Wil in dieser Saison noch nie.

Nach zwei Spielen grüsste der FC Wil noch vom dritten Tabellenplatz. Dann setzte es eine ziemliche Talfahrt. Wil wartet seither auf einen Sieg. Und jetzt kommt Tabellenführer GC. Vielleicht ist das Spiel heute eine gute Gelegenheit für die Trendwende. Wir erinnern uns: Als GC vor vier Monaten im Bergholz zu Gast war, gewann Wil dank eines späten Treffers von Julian von Moos mit 3:2. Wir sind gespannt. Herzlich willkommen aus dem nebligen Bergholz. Pablo Rohner tickert live durch diesen Black-Friday-Abend.

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Die Vorschau:

Die Auftritte von GC und dem FC Wil waren in den vergangenen Wochen in zentralen Punkten genau gegenteilig. Während die Äbtestädter oftmals ohne zu gewinnen ordentlich bis gut spielten, wurde bei den «Hoppers» die spielerische Qualität zwar bemängelt, nicht aber die Punkteausbeute. Drei der letzten vier Spiele haben die Zürcher gewonnen – alle mit einem Tor Unterschied. In drei dieser Partien verhalfen Treffer in der Schlussphase oder gar der Nachspielzeit zur zusätzlichen Aufwertung des Punktekontos.

Mit 19 Zählern aus 9 Spielen – also mehr als zwei Punkte pro Spiel im Durchschnitt – darf man beim Schweizer Rekordmeister zufrieden sein. Und man kann es so sehen: Wenn nun auch noch die Leistungen besser werden, wovon bei der Qualität innerhalb der Mannschaft ausgegangen werden darf, kommt es gut bei GC. Der sehnlichst angestrebte Wiederaufstieg ins Fussball-Oberhaus ist also durchaus realistisch, ja eigentlich gar Pflicht.

Noch kein Tor vor der Pause

Genau gegenteilig ist die Situation beim FC Wil. Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg herrschte unter der Woche im Bergholz Gesprächsbedarf zwischen Trainer Alex Frei und den Spielern, vertreten durch den Spielerrat. Zu diskutieren gab es einiges. Zum Beispiel: Was ist die Ursache für die offensive Harmlosigkeit? Nur gerade drei Tore wurden in den sieben Partien ohne Sieg erzielt. Oder warum kassierten die Wiler zuletzt alle Gegentreffer aus ruhenden Bällen? Es braucht von allen einige Prozent mehr in Sachen Einsatzbereitschaft und auch Konzentration. Zudem wäre es hilfreich, zum erst zweiten Mal in dieser Saison den Führungstreffer zum 1:0 zu erzielen – am besten gar vor der Pause. Einen Wiler Treffer in Halbzeit eins gab es in dieser Saison in zehn Pflichtspielen bisher noch nicht.

Eine unangenehme Frage dieser Tage ist auch: Wird der FC Wil in den Abstiegskampf gezogen? Seit dem ersten Saisonsieg von Schlusslicht Chiasso am Dienstagabend beträgt die Reserve der auf dem vorletzten Platz klassierten Wiler nur noch vier Zähler. Nach Verlustpunkten ist es gar nur noch eine Länge Differenz. «Wir nehmen das zur Kenntnis. Um über das Thema Abstiegskampf zu reden, ist es aber noch zu früh», sagt Frei.

Im Oktober war es noch ein Spitzenspiel

Trotzdem ist augenfällig, wie sehr die Leistungskurven der beiden Teams auseinanderklaffen. Als sie sich Anfang des vergangenen Monats im Letzigrund trafen, war es ein frühes Spitzenspiel, da die Wiler zuvor ihre ersten beiden Partien der Saison gewonnen hatten. Auf einen dritten Vollerfolg der Äbtestädter wartet man seither vergebens.

Die Erinnerungen an die «Hoppers» sind aber trotz jener 0:3-Niederlage im Letzigrund Anfang Oktober gut. Denn das bis dato letzte Spiel dieser beiden Teams im Bergholz haben die Wiler gewonnen. Sie verspielten vor auf den Tag genau vier Monaten zwar innert kürzester Zeit eine 2:0-Führung, kamen dank eines späten Treffers von Julian von Moos aber noch zu einem 3:2-Erfolg. Es war damals der beste Wiler Auftritt der gesamten Saison.