Seit vergangener Woche hat die Stadt Wil drei Sperrzonen. Zwei eher kleine beim Skaterpark Bergholz und dem Allee-Schulhaus. Eine ist deutlich grösser und riegelt die Aussensportanlage Lindenhof ab. Ziel: Grössere Menschenansammlungen verhindern und so die restriktiven Vorgaben des Bundesrates zur Eindämmung des Coronavirus einhalten. Dabei soll es nun bleiben. «Gemäss heutigem Stand sind keine weiteren Areale für eine Absperrung vorgesehen», sagt Samuel Peter, stellvertretender Stadtschreiber zu hallowil.ch.

Es ist ja auch schon einiges eingezäunt. Gitter in einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern mussten bestellt werden. Allein im Lindenhof dürfte der Zaun geschätzt etwa ein Kilometer lang sein. Die Baugitter wurden gemietet, können nach dem Einsatz also wieder zurückgegeben werden. Was das wohl kostet? Die einmaligen Kosten für Anlieferung und Montage belaufen sich laut Peter auf 14'000 Franken. Dazu kommen wöchentliche Mietkosten von 750 Franken. Zu berappen ist dies von den Wiler Steuerzahlern. Und das nur, weil sich einige Unbelehrbare nicht an die Vorgaben gehalten und in grösseren Gruppen die genannten Gebiete betreten haben.

Wie lange die Gitter noch stehen bleiben, ist offen. «Die Situation wird laufend analysiert», sagt Peter.

In einer Umfrage (siehe unten) von hallowil.ch sagten übrigens 83 Prozent aller, die mitgemacht haben: Es ist richtig, dass die Stadt diese Gitter aufgestellt hat.

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Blick in die ersten beiden Wiler Sperrzonen (4.4.20)

Die Situation wirkt grotesk. Ein auf den ersten Blick nicht enden wollendes Baugitter wurde rund um die Aussensportanlage Lindenhof gestellt, womit das Gebiet hermetisch abgeriegelt ist. Der Zaun führt einmal rund um die ganze Leichtathletik-Anlage samt Finnenbahn, aber auch um den roten Aussensportplatz und selbst um den Langacker-Nebenplatz. Ein Augenschein von hallowil.ch am frühen Samstagabend zeigt: Nur auf dem Kinderspielplatz herrscht noch etwas Leben. Aber alles ist im Rahmen.

Auch ein Teil der Sportanlage Bergholz wurde von der Stadt Wil am Freitag zur Sperrzone erklärt. Der Skaterpark ist ebenfalls mit Gittern abgeriegelt. Der Umfang jenes Zauns ist allerdings deutlich weniger gross als jener im Lindenhof. Nötig wurde dies, weil auf beiden Sportanlagen immer wieder Menschengruppen mit mehr als fünf Personen angetroffen worden sind, wie die Stadt Wil mitteilt. Dies passt zur Meldung der Kantonspolizei St. Gallen, welche am Samstag vermeldete, dass die Massnahmen des Bundes zunehmend auf die leichte Schulter genommen würden. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene würden negativ auffallen.

Darum einmal mehr der Aufruf: Auch jetzt bei schönem Wetter und den effektiven Schulferien gilt es, zu Hause zu bleiben – wenn immer möglich. Wir alle haben es in den eigenen Händen, ob es bei diesen beiden Sperrzonen bleibt, oder ob weitre dazukommen. Es geht um Menschenleben.

Bildergalerie: So sehen die Wiler Sperrzonen aus