Ganz genau 1'424'964 Franken hoch ist die Erbschaft, welche die Gemeinde im Juni antreten durfte. Doch wie kommt es dazu? Wenn ein Erblasser keine Erben hinterlässt, fällt die Erbschaft an denjenigen Kanton, in welchem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte. Oder aber an diejenige Gemeinde, die von der Gesetzgebung dieses Kantons als berechtigt bezeichnet wird. Im Thurgau geht das Geld an die Gemeinde des letzten Wohnsitzes.

Und davon profitiert nun Sirnach. Die gut 1,4 Millionen Franken fliessen ohne Zweckbindung in die Gemeinderechnung des laufenden Jahres. Und was passiert mit dem Geld? Gibt es eine Steuerfuss-Senkung? «Über eine konkrete Verwendung des Betrags kann frühstens im Rahmen der Genehmigung der Jahresrechnung 2020 an der Gemeindeversammlung im Frühjahr 2021 befunden werden. Aus heutiger Sicht dürfte der Entscheid dazu führen, dass trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation ein positiver Jahresabschluss 2020 resultiert», lässt die Gemeinde verlauten.

Wie Bichelsee-Balterswil das Geld verteilte

Es kommt im Hinterthurgau immer mal wieder vor, dass Gemeinden erben. Münchwilen gelangte dank einem Legat der im Jahr 2012 verstorbenen Anneliese Sutter-Stöttner in den Besitz des Afred-Sutter-Parks im Dorfzentrum. Und gar noch deutlich mehr als Sirnach erbte die Gemeinde Bichelsee-Balterswil vor gut einem Jahrzehnt. Der Zürcher Ludwig Schwager, welcher 2009 verstarb, vermachte seiner Heimatgemeinde drei Millionen Franken, obwohl er nie im Tannzapfenland gelebt hatte.

Mehrere Jahre war in Bichelsee-Balterswil danach über die Gewinnverwendung diskutiert worden. Zwei Millionen wurden schliesslich in das Projekt «Wohnen im Alter investiert». Die verbleibende Millon ging in drei Fonds für die Jugendförderung, Kultur & Freizeit sowie für die Gebäude-Infrastruktur.