Auch wenn dieser Tage der Sommer einen womöglich letzten Gruss von sich gibt, scharren die Eishockeyspieler bereits mit den Kufen und brennen auf den Saisonstart am Wochenende. Nach diversen Testspielen und Turnieren steht am Samstag und Sonntag die erste Standortbestimmung im Pflichtspiel-Modus an. So auch für den EC Wil, der aufgrund der vergangenen Saison und der frühzeitig erfolgten Kaderzusammenstellung als besseres der beiden Teams in der Region gesehen werden darf. Noch wach sind die Erinnerungen an die vergangene Saison, als in einem packenden Playoff-Viertelfinal der favorisierte EHC Frauenfeld aus dem Rennen geworfen wurde. Es war für die Wiler die sportlich erfolgreichste Saison seit 2006.

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Die Wiler wollen wie in der vergangenen Saison nach dem Playoff-Sieg gegen Frauenfeld wieder Grund zur Freude haben.

Schon früh, nämlich im Mai, konnten die Äbtestädter ihr Kader für die neue Saison präsentieren. Weiterhin mit dabei ist das Trainerduo Andreas Ritsch und Emanuel Karrer, welches bereits im Verlauf der vergangenen Saison für ein weiteres Jahr unterschrieben hatte. «Das Ziel ist, die Leistungen der letzten Saison zu bestätigen», sagte Sportchef Daniel Zeber unlängst an einem Anlass des Fördervereins Club 22 zu den Zielsetzungen. Zudem geht es darum, bis zur nächsten Hauptversammlung einen Präsidenten zu finden. Derzeit hält Vizepräsident Peter Wittwer die Fäden in der Hand. Die Wiler starten am Sonntag, 23. September, um 15.30 Uhr in Grüsch mit einem Auswärtsspiel gegen Prättigau-Herrschaft in die neue 1.-Liga-Saison. Eine Woche später findet am Sonntag, 30. September, um 16 Uhr in der Eishalle Bergholz das erste Heimspiel gegen Argovia statt.

Geschäftsstelle aufgelöst
Anders präsentiert sich die Ausgangslage beim EHC Uzwil. Der Verein ist weiterhin im Umbruch und der Ligaerhalt hing in der vergangenen Saison an einem äusserst dünnen Faden. In der entscheidenden Playout-Serie gegen Weinfelden musste das siebte und letzte Spiel den Absteiger bringen. Ein Penaltytreffer kurz vor Schluss bescherte den Uzwilern schliesslich den Verbleib in der vierthöchsten Spielklasse. Später wurde bekannt, dass der Schuldenberg in der vergangenen Saison um 57'000 Franken auf fast 160'000 Franken angewachsen ist. Die Geschäftsstelle, welche im Uzwiler Ochsner Hockey Pro Shop eingemietet war, musste diesen Sommer aus finanziellen Gründen aufgelöst werden. So erstaunt es nicht, wenn der im Juni neu gewählte Präsident Philipp Herzog als eines der Ziele für die anstehende Saison vorgibt, die Finanzen zeitnah aufzuarbeiten, um das Vertrauen der Bevölkerung zum Verein wiederherzustellen.

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In der Uzehalle wird dieses Saison wohl um den Ligaerhalt gekämpft. (Bild: Josef Bischof)

Es gibt an so mancher Front etwas zu tun bei den Habichten. Wenige Tage vor dem Saisonstart sagt nun Präsident Herzog: «Personell und strukturell sind wir wieder auf den Beinen. Die verschiedenen Bereiche im Verein sind zusammengewachsen.» Trotzdem ist das Gerippe der Mannschaft ein dünnes. Als Zielsetzung gibt Herzog die Playoff-Qualifikation vor. Er sagt aber auch, dass dies schwierig zu erreichen sei. Realistischerweise muss das Unterfangen der Uzwiler sein, nicht abzusteigen. Die Saison beginnt am Samstag, 22. September, um 18 Uhr mit einem Heimspiel gegen Bellinzona. Es wird Gratiseintritt gewährt.

Wie man auf- oder absteigt
Es handelt sich in der 1. Liga um eine Übergangssaison mit einem speziellen Modus. Hinsichtlich dieser Spielzeit wurde die Anzahl Gruppen schweizweit von drei auf zwei reduziert. Das bringt mit sich, dass mit Argovia und Reinach auch zwei Vereine aus dem Mitteland in der Ostschweizer Gruppe mitspielen. Zuerst erfolgt in der 12er-Ostgruppe eine Qualifikationsphase mit 27 Spielen, wobei mindestens zweimal gegen jedes andere Team um Punkte gekämpft wird. Gegen fünf Teams gibt es drei Spiele. So wird zum Beispiel das Derby Wil gegen Uzwil dreimal ausgetragen – zweimal im Bergholz.

Die besten acht Mannschaften bestreiten danach die Playoffs, wobei der Sieger gegen den Playoff-Final-Sieger der West-Gruppe um den Titel «1.-Liga-Meister» und somit um den Aufstieg in die dritthöchste Liga spielt. Die vier letzten Teams der Ost-Gruppe spielen die Abstiegsrunde gegeneinander, wobei es gegen jedes Team ein Heim- und ein Auswärtsspiel gibt. Die Punkte aus der Qualifikation werden mitgenommen. Der Tabellenletzte steigt in die 2. Liga ab. Der Tabellen-Vorletzte spielt eine Best-of-5-Playoff-Serie gegen den Vorletzten der Abstiegsrunde West. Der Verlierer jenes Duells steigt ebenfalls in die 2. Liga ab.