Um ihren Patientinnen und Patienten ein spezialisiertes Fachwissen anbieten zu können, hat die SRFT (Spitalregion Fürstenland-Toggenburg) vor zehn Jahren die Expertenteams ins Leben gerufen. Bis heute wurden sieben Teams gegründet, die ihr vertieftes Wissen intern zur Verfügung stellen.Nach einer Knieoperation kommt ein älterer Herr, Jahrgang 1935, zum akutgeriatrischen Aufenthalt ins Spital Wattwil. Er erholt sich körperlich zwar gut, macht tagsüber einen guten Eindruck und ist kognitiv fit, doch der Nachtdienst stellt Halluzinationen und eine Unruhe fest. Einmal stürzt der 82-Jährige, als er nachts auf die Toilette will. Wie üblich wird nach dem Vorliegen eines Delirs, einem Verwirrtheitszustand, gefahndet und ein solches vermutet. Die Beobachtung wird weitergeleitet an den zuständigen Arzt, welcher mittels einer weiteren Methode versucht, das Vorliegen eines Delirs zu bestätigen. Ein Delir bringt den Alltag der betroffenen Patienten, der Angehörigen und des betreuenden Personals durcheinander.

Es ist oft ein Grund, warum ein Patient im Anschluss an eine stationäre Behandlung nicht direkt nach Hause zurückkehren kann, sondern vorübergehend in einem Alters- und Pflegeheim betreut werden muss. Im Falle des 82-Jährigen klingt das Delir nach dem zweiwöchigen Aufenthalt auf der Akutgeriatrie ab und er kann nach Hause zurückkehren.

Richtige Behandlung fördert die Orientierung
Die Pflegefachpersonen, Ärzte und Therapeuten der SRFT sind vertraut mit dem vo-rübergehenden Verwirrtheitszustand. Besonders ältere Menschen, die dement sind, sind von einem Delir betroffen. Dessen Auslöser sind zahlreich: die Person wird durch ein Ereignis wie einen Sturz, eine Operation oder einen Ortswechsel aus der Bahn geworfen. Der Verwirrtheitszustand ist theoretisch behebbar; wie lange er anhält, ist aber individuell unterschiedlich.

Wichtig ist es, das Delir schnellstmöglich als solches zu erkennen. Dann wird nach dem Auslöser gesucht und dieser zu beheben versucht. Angehörige von Verwirrten sind häufig überfordert. Ein aufklärendes Gespräch mit Ärzten und Pflegeper-sonal hilft oft. Zentral im Umgang mit verwirrten Patienten ist das Fördern einer ruhigen Umgebung, das Formulieren von einfachen und kurzen Sätzen und das Vermitteln von Sicherheit durch beispielsweise vertraute Gegenstände.

Ausgebildetes Personal stellt Fachwissen sicher
In der SRFT arbeitet das Expertenteam Delir, interprofessionell zusammengesetzt aus Ärzten, Pflegefachpersonal und Therapeuten, eng zusammen. Es ist eines von sieben Expertenteams der SRFT. Sie wurden am 1. Dezember 2007 gegründet, um den Ansprüchen an Spezialistenwissen (z.B. Palliative Care, Wundbehandlung etc.) gerecht zu werden und die bestmögliche Behandlung garantieren zu können.

Denn aufgrund des Leistungsauftrages zur Grundversorgung für die Bevölkerung sind in den Spitälern Wattwil und Wil insbesondere als Generalisten ausgebildete Personen tätig. Die zunehmende Mehrfacherkrankung sowie die steigende Zahl chronisch kranker Patienten erfordern.