Der 1919 gegründete Personalverband (PV) der Stadt Wil vertritt aktiv die Interessen der Arbeitnehmenden des öffentlichen Dienstes der Stadt Wil. Im Personalreglement anerkennt der Wiler Stadtrat ausdrücklich den Personalverband als Sozial- und Gesprächspartner. Der PV versteht sich als Berufsverband und lebt von der Kommunikation mit seinen Mitgliedern und von der Solidarität unter allen Mitarbeitern der Stadt Wil und deren angegliederten Betriebe. Er ist politisch und konfessionell neutral und zählt heute 146 Mitglieder. Im PV seien Frauen und Männer je etwa zur Hälfte vertreten, weiss Aktuar Thomas Weiss.

Der im vergangenen Jahr nach einer Vakanz neugewählte Präsident Robin Bannwart brachte die Hauptversammlung 2019 des Personalverbandes der Stadt Wil speditiv über die Bühne. Einleitend blickte er auf die Anfangsgeschichte des Personalverbandes zurück, über die archivierte Akten vorhanden sind. Infolge seines unvorhergesehenen Arbeitsstellenwechsels nach Wattwil stellte Bannwart sein Amt zur Verfügung, liess sich jedoch mit der Bestätigung durch die Versammlung für ein weiteres Jahr engagieren. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann bestätigte in ihrem Grusswort das gute Einvernehmen zwischen dem Stadtrat und dem PV. Sie drückte ihre Wertschätzung gegenüber dem initiativen Vorstand aus, der seine Anliegen in kritischem Dialog, aber fair und sachlich vertrete. Sie gratulierte dem Verband zum 100-jährigen Bestehen.


Rückblick in die Gründungszeit

Aus der Chronik des ersten Präsidenten Alois Löhrer wird auch ein Stück Zeitgeschichte ersichtlich. Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse am Ende des Ersten Weltkriegs führten zu enormen Preissteigerungen, denen die Lohnentwicklung der Angestellten und Arbeiter nicht zu folgen vermochte. So büsste auch die Kaufkraft des Geldes stark ein. Diese Situation bewog das Personal der Politischen Gemeinde Wil zur Gründung eines Personalverbandes. Die offizielle Gründungsversammlung fand am 4. Februar 1919 in der Aebtestube des Hof zu Wil statt. 21 Funktionäre traten dem Verband bei und genehmigten zwei Wochen später die Statuten. Für die erste Kommission stellten sich zur Verfügung: Alfred Elser, Stadtschreiber; Friedrich Setz, Betriebsleiter Gas- und EW; Siegfried Helbling, Steuersekretär; Josef Bischoff, Gemeindebuchhalter und Alois Löhrer, Gemeinderatsschreiber-Adjunkt.

Alois Löhrer übernahm das Präsidium, das er 20 Jahre lang mit grossem Einsatz führte. Er fasste anlässlich seines Rücktritts im Jahr 1939 die Verbandstätigkeit der ersten zwei Jahrzehnte in einem umfangreichen Bericht zusammen. Anfänglich habe der Personalverband bei der Gemeindebehörde wenig Gegenliebe gefunden, weil er natürlicherweise stets mit Forderungen auftreten musste, berichtet der Chronist. Ein erstes Zwischenziel zur Verbesserung habe der Personalverband mit der Gewährung der Teuerungszulagen erreicht. Als weitere Schritte folgten die Neuregelung der Arbeitszeit, der Ferien, des freien Samstagnachmittags und der Versicherungen.


Spass am laufenden Band

Für die Jubiläumsversammlung liess sich der Vorstand eine zusätzliche Überraschung einfallen. Nach dem Nachtessen mit Salat-, Grillfleisch und Dessertbüffet aus der Küche des Alterszentrums Sonnenhof folgte der Auftritt des bekannten FM1-Moderators und Komikers Ives Keller alias „dä Chäller“. Mit seiner Comedy-Show begeisterte er das Publikum und beanspruchte am laufenden Band die Lachmuskeln der Zuschauer. Für eine humorvolle Parodie liess sich der Informatiker Sebastian auf das Spiel mit „Chäller“ ein. Das jubiläumswürdige Unterhaltungsprogramm fand bei den PV-Mitgliedern guten Anklang.