Die erste urkundliche Erwähnung Oberuzwils ist ein unscheinbares Schriftstück. Es geht um die Beilegung eines Streitfalls. Datiert vom 16. Juni 819 werden darin Güter aus dem Gebiet von uzzinvillare dem Kloster St. Gallen geschenkt und zu Lehen wieder übernommen. Dabei wird noch nicht zwischen Uzwil und Oberuzwil unterschieden.

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Dieses Dokument – das Original ist im Stiftsarchiv in St. Gallen – ist Anlass für die 1200-Jahrfeier Oberuzwils.


Kein pompöses Fest

Die Jubiläumsfahnen, zu Beginn des Jahres gehisst, machen es deutlich: 2019 schaut Oberuzwil zurück, feiert das Erreichte und setzt Akzente für die Zukunft. Der Slogan «Oberuzwil bisch du» bringt als Zielrichtung die Stärkung der dörflichen Gemeinschaft zum Ausdruck. Seit zwei Jahren ist das achtköpfige OK an der Arbeit. Mit seiner vollzähligen Anwesenheit an der Medienorientierung unterstrich es die Bedeutung, die dem Jubiläum beigemessen wird. Dabei sei es nicht das Ziel, einen Grossanlass zu organisieren, betonte OK-Präsident Frits Gerber. Unter der Devise «klein, aber fein» seien fünf Projekte vorbereitet worden, die über das Jubiläumsjahr hinaus wirken sollen.

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Seit Jahresbeginn machen die Jubiläumsfahnen (hier beim Gemeindehaus) auf die bevorstehenden Aktivitäten aufmerksam.


„Alt ist nicht kalt“

Der Auftakt wird am 14 Februar mit einer Lesung aus dem Jubiläumskrimi «Alt ist nicht kalt» gemacht. Der Autor Andreas Giger wird um 19.30 Uhr im Singsaal des Oberstufenzentrums Schützengarten neugierig auf sein Werk machen. Es ist nach Gesprächen mit zahlreichen Oberuzwilern und in Zusammenarbeit mit der Donnerstagsgesellschaft entstanden und hat deshalb einen direkten Bezug zum Dorf an der Uze. Es geht um einen Schreibwettbewerb. Das Preisgeld ist erpresst worden.

Das Buch wird in einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt. Es kann an den Jubiläumsanlässen und auf der Gemeindeverwaltung für 7 Franken gekauft werden.

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Das Ortsmuseum Oberuzwil im alten Statthalterhaus zeigt eine Sonderausstellung zum Jubiläum.


Sonderausstellung „Ersterwähnung“

Das Ortsmuseum Oberuzwil zeigt das schriftliche Dokument der Ersterwähnung und ergänzt es durch weitere Dokumente aus der Region. Zusammen mit Johanneswilare, dem heutigen Jonschwil, bildete das damalige Oberuzwil den Mittelpunkt einer alemannischen Hundertschaft. Die Ausstellung ist am 17. Februar und am 10. März jeweils von 14 bis 16 Uhr offen. Während des Festaktes am 16. Juni ist sie in der Mehrzweckanlage Breite zu sehen.

Der Unterhaltungsabend am 15. Juni beginnt bereits um 16 Uhr mit Sport und Spiel für Kinder und Erwachsene. Ab 18 Uhr konzertiert der Jasoro-Chor. Dann führt das Freiwillige Rettungskorps einen Einakter auf. Ab 21.30 Uhr spielt die Band «Endlich» auf. Den Abschluss macht die Guggenmusik «Gräppäläschränzer».


Regierungsrat Klöti als Festredner

Der eigentliche Festakt findet am folgenden Tag nach dem Unterhaltungsabend statt. Der 16. Juni ist der exakte Jahrestag der erstmaligen Erwähnung. Der Tag beginnt mit einem Brunch in der Mehrzweckanlage Breite. Die Platzzahl ist beschränkt, eine Anmeldung deshalb erforderlich. Erwachsene leisten einen Unkostenbeitrag von 5 Franken. Die Feier wird durch musikalische Kurzauftritte und Darbietungen von Vereinen umrahmt. Regierungsrat Martin Klöti wird die Festansprache halten.

Am Nachmittag geht es zum Brunnen bei der Bürgerhütte im Schoren. Weil dieser am Zerfallen ist, wird er bis zum Sommer durch das Forstamt durch einen neuen ersetzt werden. Der Einweihung stellt einen Bezug zum Wasser her. Die Uze ist Namensgeberin des Dorfes. Bedeutend waren und sind auch die Glatt und die zahlreichen Weiher.

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Dieser morsche Brunnen im Schoren nimmt sich zwar recht malerisch aus. Am 16. Juni wird an seiner Stelle ein neuer eingeweiht werden.


Oberuzwiler entwickeln Visionen

Als Abschluss des Jubiläumsjahres wird am 16. November eine Zukunftswerkstatt durchgeführt werden. Die Teilnehmer werden sich Gedanken machen, wie Oberuzwil künftig aussehen soll: «Was soll erhalten werden? Was muss sich ändern?». Es werden auswärtige Moderatoren beigezogen. Vorgängig werden sich auch die Oberstufenklassen Gedanken zum gleichen Thema machen. Ihre Ergebnisse werden in die Überlegungen der Erwachsenen einfliessen. Das Gesamtergebnis soll dem Gemeinderat als Vision zur Weiterverfolgung übergeben werden.