An der 137. Generalversammlung des Vereins Kloster Fischingen waren die schlechten Finanzen das Thema schlechthin. Aber das Gute wollte ebenso betont werden und davon gab es auch reichlich. Der gesamte Vorstand wurde in seinen Ämtern bestätigt, zudem wird er durch zwei Neugewählte ergänzt. 108 von aktuell 410 Mitgliedern des Vereins Kloster Fischingen versammelten sich am Freitagabend in der Klosterbibliothek und verfolgten die musikalisch umrahmte Generalversammlung. Seit 2015 stagniert diese Zahl aber bei etwas über 400.» Dies sei ein Aspekt der genaustens verfolgt werden muss. «Denn», so betonte Klosterdirektor Werner Ibig, «konnte man in den Jahren 2011 bis und mit 2015 stets neue Mitglieder generieren, wir wuchsen kontinuierlich

Nicht überall befriedigend
An Durchhalteparolen mangelt es dem Verein wahrlich nicht und leicht hat er es sowieso nicht. Denn die roten Zahlen drücken auf das Gemüt, kleinzukriegen ist der Verein aber nicht; noch nicht. «Jahre kommen, Jahre gehen und mit ihnen die Sorgen, Probleme aber auch die Freuden», sagte Roman Müggler, Vereinspräsident. Trotz dem Wellengang dem das Vereinsschiff ausgesetzt ist herrscht keine Tristesse.

Müggler betonte immer wieder die tollen Leistungen verschiedenster Personen, die in das Ganze mit involviert sind. So sagte er, dass auch hinter schlechten Zahlen grossartige Leistungen von vielen Personen stecken können. «Befriedigend ist die Situation aber beileibe nicht. So sei an dieser Stelle noch einmal betont, dass wir weder von kirchlichen, noch von staatlichen Institutionen in irgendeiner Form einen Betriebsbeitrag erhalten – das ist eine unbefriedigende Situation.»

Seit Jahren ein strukturelles Defizit
Werner Ibig erörterte das Wichtigste aus der Jahresrechnung 2016, welche mit einem Defizit von 600'000 Franken abgeschlossen hat. «Seit Jahren beschäftigt uns ein strukturelles Defizit im Bereich von 400'000 Franken. 2016 liegt es leider noch einmal höher.

Setzt man dieses erneute Defizit in das Verhältnis zum Eigenkapital (neu 1'600'000 Franken) zeigt sich eindringlich, dass es uns gelingen muss, die finanzielle Gesamtsituation zu verbessern.» Die Gründe für das noch höhere Defizit liegen im Verfehlen der finanziellen Ziele in den bereichen Seminarhotel und Schreinerei. Es wurde aber an der Versammlung betont, dass (noch) keine personellen Massnahmen getroffen werden müssen. Ibig dazu, «um Arbeitsplätze geht es noch nicht, aber wir brauchen Unterstützung.»

Zehn Wiedergewählte und zwei Neue
Der Vorstand des Vereins besteht aus zehn Personen, die sich allesamt für eine weitere, vierjährige Vorstandstätigkeit, zur Verfügung stellen. Einstimmig wurden diese, sowie Stefanie Neumeister Peter (Oberuzwil) und Bruno Hubatka (Wilen) als Ergänzungsmitglieder, gewählt.

Seit 1879 besteht dieser Verein und setzt sich ein für die Erhaltung und Belebung des Benediktinerklosters, der Führung von Schulen und weiteren Betrieben. Im Kloster selbst sind 120 Mitarbeiter angestellt. Wahrlich ein Kulturgut für das es sich einzusetzen lohnt, auch dank des Klosters geniesst der Hinterthurgau ein positives Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus.