Kaum ist die Saison 2017/18 beendet, wirft die Spielzeit 2018/19 in der Tonhalle Wil ihre Schatten voraus. Gesamtleiterin Florence Leonetti stellte ein Programm vor, das auf die unterschiedlichen Präferenzen des Publikums Rücksicht nimmt. Dabei wird es zu einem Wiedersehen mit einigen Protagonisten kommen, die das Wiler Publikum schon bei früheren Auftritten begeistert haben. Die 15 vielversprechenden Gastspiele sollten eigentlich dafür sorgen, dass die Theaterauslastung von rund 75 Prozent in der abgelaufenen Saison wieder gesteigert werden kann.Trotz des eher ungünstigen Termins am Mittwochabend vor dem Auffahrtstag lockte die Präsentation der Spielzeit 2018/19 zahlreiche Theaterfreunde an. Gleich beim Betreten der Tonhalle wurde diesen ein Beutel überreicht, in dem sich neben dem druckfrischen Programmheft auch diverse kleine Präsente von verschiedenen Sponsoren befanden.

Die Theaterfrau Florence Leonetti, die das Gastspiel-Theater seit dem Frühling 2012 mit viel Herzblut leitet, strich die Höhepunkte der kommenden Saison anhand von kurzen Filmen oder Bildern heraus und weckte im Publikum die Lust auf weitere unterhaltsame Abende in der Tonhalle.

Mehr als sichere Publikums-Renner
Mit dem vorgestellten Programm mit einigen Höhepunkten sollte in der kommenden Saison eigentlich nichts schief laufen. Ein Gastspiel-Theater kann nur dann bestehen, wenn alle Unterhaltungssparten zum Zuge kommen. Ganz bewusst setzt die versierte Gesamtleiterin nicht ausschliesslich auf sichere Publikums-Renner.

„Musikalische Produktionen ziehen beim Publikum am besten, doch bin ich mir darüber im Klaren, dass alles Geschmacksache ist. Persönlich freue ich mich ganz besonders auf die zwei hochstehenden Schauspiele ‚Geächtet‘ und ‚Jeder stirbt für sich allein‘ mit ganz unterschiedlichen Inhalten“, gibt Florence Leonetti preis.

Saisonauftakt mit Musik vom Feinsten
Die neue Saison wird im Frühherbst mit zwei musikalischen Leckerbissen beginnen. Den Auftakt macht am 15. September das „The Ukulele Orchestra of Great Britain“, mit virtuosen Musikern, die selbst vor einem Heavy Metal-Stück wie „Highway to Hell“ von AC/DC nicht zurückschrecken und überall Begeisterungsstürme auslösen. „Seit drei Jahren war ich an diesem sensationellen Ensemble dran. Ich bin glücklich, dass es jetzt endlich klappt“, schwärmt die Tonhalle-Chefin.

Gleichermassen gross ist ihre Begeisterung für die sieben jungen Musiker der Wiener Formation „Federspiel“, die mit ihrer eingängigen, unkonventionellen Blasmusik neue Klangwelten schaffen und am 21. September mit Bestimmtheit auch das Tonhalle-Publikum begeistern werden.

Denkanstösse für Toleranz
Am 27. Oktober wird es mit dem grossen Kinoerfolg „Monsieur Claude und seine Töchter“ weiter gehen. Das Stück mit bissigen Pointen liefert auf sympathische und humorvolle Weise Denkanstösse für Toleranz und ein friedliches Miteinander der verschiedenen Religionen und Hautfarben. Ins gleiche Horn stösst am 2. November das 2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Schauspiel „Geächtet“, welches das Zusammenleben von Karrieristen aus drei Religionen in New York thematisiert.

Theatermonat November
Das am 11. November zur Aufführung gelangende Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ für Kinder zwischen 4 und 84 Jahren muss wohl kaum weiter vorgestellt werden. Eine Woche später (17. November) erlebt „Cafeteria“, das neuste Theaterstück von Franz Hohler, in Wil seine Uraufführung.

Der Theatermonat November wird mit der Theaterfassung des gleichnamigen Films „Wir sind die Neuen“ (30. November) abgeschlossen. Die Komödie lebt von der explosiven Mischung von zwei völlig unterschiedlichen Wohngemeinschaften im gleichen Haus.

Mehr als ein Neujahrskonzert
Der Start ins neue Jahr zieht mit dem traditionellen Neujahrskonzert stets ein grosses Publikum an. Am 5. Januar 2019 wird das Sinfonische Orchester Wil unter der Leitung von Kurt Pius Koller die Funken springen lassen. Der Meersburger Komödiant Bastian Stoltzenberg führt mit feinem Humor durch das Programm, und zwei ehemalige Mitglieder der Tanzcompagnie des Theaters St. Gallen runden einen vielversprechenden Abend mit ihren Tanzeinlagen ab.

Mit Musik durch den Februar
Bereits ist es 8. Februar, wenn das Schauspiel „Le Bal“ ohne Worte das Publikum in eine musikalische Zeitreise von den 20er- in die 80er-Jahre entführen wird. Am 23. Februar darf in der Tonhalle so richtig herzlich gelacht und geklatscht werden. Die Musikclowns Gogol & Mäx verbinden ihre musikalische Vielseitigkeit mit akrobatischer Kunstfertigkeit und sorgen für einen sehr unterhaltsamen, unbeschwerten Winterabend.

Disco-Fieber neu entfacht
Ein Musical darf auch in der Tonhalle Wil nicht fehlen. Am 15. März wird das einstige Disco-Fieber neu entfacht. Bei „Saturday Night Never“ kommen Erinnerungen an den unvergesslichen Film mit John Travolta in der Hauptrolle und die legendären Hits der Bee Gees auf. Eine der erfolgreichsten Tanzgeschichten aller Zeiten ist längst Kult.

Wiedersehen mit Peter Bause
Ernster ist der Inhalt am 23. März in „Jeder stirbt für sich allein“. Dieses Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada mit dem Schauspieler Peter Bause, der im Einmann-Stück „Jugend ohne Gott“ in der Tonhalle für einen grandiosen Abschluss der Saison 2017/18 gesorgt hatte, bezeichnet Florence Leonetti als „besonders wertvoll“.

Das feine Einmann-Stück „Das Leben ist gut“, das am 28. März zur Aufführung gelangen wird, basiert auf dem Bestseller-Roman des Oltner Schriftstellers und Bar-Mitinhabers Alex Capus und thematisiert die Welt eines Barkeepers.

Theater des Kantons Zürich
In der Tonhalle Wil immer wieder gerne gesehen ist das Theater des Kantons Zürich. Am 5. April kommt es zu einem Wiedersehen. Das Schauspiel „Komödie im Dunkeln“ von Peter Shaffer ist eine Boulevard-Komödie, welche an die Schauspieler hohe Anforderungen stellt.

Abschluss mit Schattentheater
Mit einem besonderen Leckerbissen wird am 4. Mai 2019 die Saison enden. Das geheimnisvolle Schattenspiel der „Moving Shadows“ entführt das Publikum in eine fantastische Welt. In diesem mit Musik unterlegten Spiel mit Licht und Schatten fliesst alles ineinander.

Zu Gast in der Tonhalle
Abgerundet wird das Programm der Tonhalle mit sieben Gastauftritten, bei denen die Tonhalle die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Zu diesen zählen beispielsweise der Auftritt des Singsongchors Münchwilen (26. Oktober), die Komödiantin Stéphanie Berger, ex Miss Schweiz, mit ihrer abendfüllenden Comedyshow „No Stress, No Fun!“ (23. November), die Abschiedstournee von Heinz de Specht (24. Mai) oder das Konzert der Universal Brass Band Wil (25. Mai).

Fünf Kanti-Schüler begeistern
Musikalisch begeisternd umrahmt wurde die Präsentation des neuen Programms von fünf jungen Musikern, welche die Theaterchefin als „Tonhalle-Orchester“ vorstellte. In der Tat handelte es sich um fünf Kantonsschüler, von denen drei als Platzanweiser und Mitarbeitende an der Bar in der Tonhalle mitwirken. Normalerweise tritt das Quintett mit Lucca und Mattia Leonetti, den Geschwistern Ella und Simon Hagmann sowie Elia Grillo als Band „Matschik“ auf.

Vorverkauf läuft
Bis 23. Juni können bestehende Abonnements erneuert oder neue Abonnements bestellt werden. Die Theaterkasse in der Tonhalle ist von Mittwoch bis Freitag von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Telefonverkauf läuft über die Nummer 071 913 89 29. Für weitere Informationen: www.tonhallewil.ch