«Es ist schade, dass man etwas gut Funktionierendes leichtsinnig aufgibt.» Das sagt Peter Müller, der seit 2015 Inhaber des Café Schöntal beim Centralhof mitten in Wil ist. Per Ende Oktober muss er mit seinen Angestellten raus, da kein neuer Mietvertrag ausgehandelt werden konnte. Dies berichtet die "Wiler Zeitung" am Donnerstag. Eigentlich war der Mietvertrag schon Ende 2018 ausgelaufen. Jedoch konnte noch einmal für ein paar Monate verlängert werden. Doch was ist der Grund? «Der Liegenschaftsbesitzer will dort kein Café mehr, da dies nicht mehr zeitgemäss sei», sagt Müller. Dafür sei ein mediterranes Restaurant geplant. «Als hätte es nicht schon genug davon in Wil», sagt Müller. Und weiter: «Mit dem Zins, den wir bezahlt haben, wird nun umgebaut. Das schmerzt.»

Obwohl das Ende des Café Schöntals zum Schluss nicht mehr allzu überraschend kam, seien alle Mitarbeiter «schockiert» gewesen, als der Entscheid unumstösslich war. Zumal das Konzept laut Müller funktioniert hat. Über Mittag wurden gut bürgerliche Menus angeboten, ansonsten gab es Kaffee, Kuchen und Gebäck. 17 Personen, darunter auch Teilzeit-Angestellte, verlieren ihren Job. Somit ist von einer Massenentlassung die Rede. Es besteht ein Sozialplan und bereits diese Woche fand ein Informationsabend beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum statt. «Ich hoffe sehr, dass in den nächsten dreieinhalb Monaten alle eine Lösung finden», sagt Müller.

Weniger Arbeit in der Backstube

Das Café Schöntal mit seinen 100 Sitzplätzen ist eine Zweigfirma des Café Stalder in Uzwil. Dort wurde jeweils auch die Patisserie hergestellt, welche im «Schöntal» angeboten und schliesslich verkostet wurde. Da nun weniger produziert werden muss, ist in der Backstube in Uzwil mit einem Stellenabbau zu rechnen. Müller hofft aber, dass es in Uzwil ohne Entlassungen geht und der Abbau mit natürlichen Fluktuationen aufgefangen werden kann.

Das Café Schöntal wurde im Jahr 2000 von Werner Stalder, damaliger Inhaber der Café Stalder AG in Uzwil, übernommen. Im Jahr 2011 übergab er Peter Müller zuerst das Café Stalder, vier Jahre später dann auch das Café Schöntal. Werner Stalder, der beide Betriebe aufgebaut hatte, ging in Pension.

Falsches Gerücht im Umlauf

Und wie geht es nun mit dem Schöntal weiter? Bereits überbieten sich in der Stadt die Gerüchte. Nicht korrekt ist jenes, wonach die Sein Lounge übernehmen werde. Culyano Gaja von der Sein Lounge erklärt, wie dieses Gerücht in Umlauf kommen konnte: "Ich bin mit der AC Architektur für den Umbau des gesamten Hauses verantwortlich, und nicht nur für das Schöntal. Mit der Sein Lounge hat das gar nichts zu tun."

Lesen Sie hier alles zur bewegten Geschichte des "Schöntals".