Matchwinner Silvio blieb nach dem Spiel bescheiden und wollte sich nicht als die grosse Figur bezeichnen. «Es war eine gute Leistung der Mannschaft und wir haben verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit war allerdings noch Nervosität drin. Nach dem ersten Tor wurde es lockerer», sagte Silvio hinterher. In Tat und Wahrheit lag es aber schon am Rückkehrer, dass der FC Wil einen resultatmässig blitzsauberen Start hinlegte und das wegweisende Startspiel gegen die Winterthurer für sich entschied. Stark war, wie der Rückkehrer nach knapp einer Stunde Spielzeit mehrere Winterthurer Spieler stehen liess und den Ball abgeklärt in die linke Ecke schob. Weniger schwierig war dann, in der Schlussphase das 2:0 zu erzielen und somit die Partie zu entscheiden. Silvio umspielte den herauseilenden Goalie Raphael Spiegel und traf ins leere Tor, obwohl der Winkel zwischenzeitlich spitz geworden war.

Ausgerechnet Silvio schrieb somit die Geschichte dieses Derbys. Noch in der vergangenen Saison hatte er elf Tore für die Winterthurer erzielt und war damit ihr bester Torschütze – wie schon in der Saison davor. Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte er zu einem 2:0-Sieg im Bergholz Entscheidendes beigetragen – für Winterthur. Damals steuerte er einen Treffer bei und holte eine Rote Karte heraus.

Ein höherer Sieg wäre möglich gewesen
Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Erfolg der Wiler effektiv verdient. Nach dem Seitenwechsel waren sie nicht nur die spielbestimmende Mannschaft, sondern auch jene mit der grösseren Anzahl Möglichkeiten. Es war gar so, dass die Winterthurer in der zweiten Halbzeit zu keiner einzigen Chance gekommen waren, die den wie immer zahlreich mitgereisten Fans einen Torschrei auf die Lippen getrieben hätte. Selbst in Rückstand liegend verhielten sich die Eulachstädter erstaunlich passiv und lauerten in der eigenen Hälfte, um vielleicht zu einem Konter ansetzen zu können. Die Möglichkeit kam nicht. Dies lag wohl auch daran, dass Winterthurs Ousmane Doumbia nach gut einer Stunde des Feldes verwiesen worden war. Er hatte Michael Gonçalves die Hand ins Gesicht gesetzt und deshalb die zweite Verwarnung des Abends gesehen. Und dies bei einem Freistoss für Winterthur.

Es war allerdings auch so, dass sich die Wiler nach der Pause deutlich gesteigert hatten. Plötzlich lief der Ball gut durch die eigenen Reihen und es ergaben sich Möglichkeiten. Am Ende hätte das Verdikt auch höher ausfallen können als 2:0. Jedoch vergab Silvio beim Stand von 1:0 eine so genannt hundertprozentige Chance, Kenzo Schällibaum traf den Pfosten und weitere Top-Chancen blieben ungenutzt.

Defensiver Engpass bleibt ohne Konsequenzen
Die Wiler hätten sich allerdings nicht beklagen dürfen, wenn sie bei Halbzeit in Rückstand gelegen wären. Schon früh setzte der ehemalige Wiler Captain Granit Lekaj nach einem Corner einen Ball aus kurzer Distanz über das Tor, später verfehlten Davide Callà und auch Doumbia das Tor ganz knapp. «Wir haben in der ersten Halbzeit die Bälle zu früh verloren. Das wurde nach der Pause besser, so dass man von einem verdienten Sieg sprechen kann», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück.

So fiel schliesslich nicht ins Gewicht, dass die Wiler defensiv äusserst dünn besetzt waren. Da der japanische Neuzugang Nikki Havenaar noch keine Spielberechtigung besass und Kenzo Schällibaum sowie Gonçalves auf der Flügelposition im Mittelfeld gebraucht wurden, standen genau drei Verteidiger zur Verfügung. Keiner sass auf der Ersatzbank. Zwei der drei Abwehrspieler sind nicht älter als 20-jährig. Einer davon – Ismajl Beka – hatte vor dem Spiel gegen Winterthur gerade einmal sechs Minuten Challenge-League-Luft geschnuppert. Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet.

FC Wil 1900 – FC Winterthur 2:0 (0:0)

IGP-Arena: 1100 Zuschauer. – Sr: Piccolo.

Tore: 56. Silvio 1:0. 82. Silvio 2:0.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, von Niederhäusern, Beka; Gonçalves, Zé Eduardo (89. Scholz), Breitenmoser, Schällibaum; Lombardi (95. Hoxha); Cortelezzi (90. Audino), Silvio (92. Savic).

FC Winterthur: Spiegel; Markaj, Lekaj, Hajrovic, Schättin (83. Saliji); Callà, Arnold, Doumbia, Radice (70. Gazzetta); Sutter (58. Sliskovic), Gele (85. Alves).

Bemerkungen: Wil ohne Havenaar, Gülünay und Sadiku (alle nicht spielberechtigt). Winterthur ohne Roth, Seferi, N. Milosavljevic und Schmid (alle nicht im Aufgebot). – Platzverweis: 63. Doumbia (zweite Verwarnung für Unsportlichkeit). – 77. Pfostenschuss Schällibaum. – Verwarnungen: 22. Rahimi (Foul). 24. Doumbia (Reklamieren). 28. Breitenmoser (Foul). 61. Beka (Foul). 62. Lombardi (Foul). 85. Cortelezzi (Foul).

Das sind die wichtigsten Szenen des Spiels (Quelle: www.sfl.ch):

 

Das sind die Stimmen zum Derbysieg (Quelle: www.fcwil.ch):

 

Hier zum Nachlesen der Hallowil-Liveticker zum Startspiel:

Herzlich willkommen zum Liveticker des ersten Spiels der neuen Meisterschaft in der IGP-Arena. Der FC Wil trifft heute um 17:30 auf den FC Winterthur. Hallowil ist bereits jetzt im Stadion. Es tickert für Sie Pascal Ibig.

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Auch Maskottchen Willy ist bereit für den Saisonstart.

Die Aufstellungen sind auch schon da.

Der FC Wil spielt mit einer 3-4-1-2-Formation. Es laufen auf: Kostadinovic; Rahimi, von Niederhäusern, Beka; Gonçalves, Zé Eduardo, Breitenmoser, Schällibaum; Lombardi; Cortelezzi, Silvio.

Der FC Winterthur spielt mit einer 4-4-2 Formation. Es laufen auf: Spiegel; Markaj, Lekaj, Hajrovic, Schättin; Calla, Arnold, Doumbia, Radice; Sutter, Gele.

Schiedsrichter der Partie ist Luca Piccolo aus Bellinzona.

Und los geht's. Der Ball rollt in der neuen Saison.

1. Minute: Erster Eckball für Wil. Der Ball fällt Silvio vor die Füsse. Dieser verfehlt das Tor aus spitzem Winkel aber deutlich.

7. Minute: Nach der ersten Chance von Silvio gab es bis jetzt keine weiteren nennenswerten Chancen. Zurzeit speilt sich vieles im Mittelfeld ab.

9. Minute: Nun auch die erste Möglichkeit für Winterthur. Nachdem ein Flankenversuch von Markaj von Beka abgelenkt worden war, musste Kostadinovic im kurzen Eck klären. Es gibt den ersten Eckball für Winterthur.

10. Minute: Nachdem der Eckball von Winterthur von den Wilern nicht gut geklärt worden war, fällt der Ball Lekaj vor die Füsse. Dieser schiesst aus acht Metern aber über das Tor.

19. Minute: Da das Geschehen im Match zurzeit pausiert, haben wir Zeit für eine Randnotiz: Der Neuzugang Nikki Havenaar ist noch nicht spielberechtigt, da die Berechtigung für den Japaner nocht nicht eingetroffen ist.

22. Minute: Erste Verwarnung des Spiels. Fuad Rahimi sieht nach einem taktischen Foul die gelbe Karte.

24. Minute: Nun auch die erste Verwarnung für einen Spieler des FC Winterthur. Ousmane Doumbia sieht von Schiedsrichter Luca Piccolo die glebe Karte wegen Reklamierens.

27. Minute: Die Gangart wird ruppiger. Auf beiden Seiten häufen sich die Fouls, was zu Lasten des Spielflusses geht.

28. Minute: Nächste Verwarung für einen Wiler Spieler. Magnus Breitenmoser sieht die gelbe Karte wegen eines Fouls an Davide Callà.

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Wils Ismajl Beka (rechts) im Zweikampf mit Winterthurs Jordan Gele. (Bild: Simon Dudle)

35. Minute: Nächster Eckball für den FC Wil. Dieser bringt aber nichts Zählbares ein.

37. Minute: Riesenchance für den FC Winterthur! Nachdem sich Manuel Sutter im "16er" durchgetankt hat, legt er den Ball auf Davide Callà zurück. Dessen Abschluss aus halblinker Position aus sechs Metern zischt nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Glück gehabt.

42. Minute: Eine weitere Grosschance für den FC Winterthur. Nach einer schönen Hereingabe von Luca Radice steht Ousmane Doumbia alleine vor dem Tor. Sein direkt abgenommener Schuss schrammt aber aus elf Metern am rechten Pfosten vorbei.

44. Minute: Gute Chance für den FC Wil. Nach eines schönen Flanke von Magnus Breitenmoser kommt Silvio im Fünf-Meter-Raum ganz knapp nicht an den Ball.

Da kommt der Pausenpfiff von Luca Piccolo. In einer umkämpften ersten Halbzeit hatte der FC Winterthur die besseren Chancen und eine Führung der Gäste wäre nicht unverdient gewesen.

46. Minute: Weiter geht's. Beide Mannschaften kommen personell unverändert aus der Kabine.

51. Minute: Nach einem Foul von Remo Arnold an Sergio Cortelezzi gibt es einen Freistoss aus 22 Metern Distanz in zentraler Position für den FC Wil. Der Abschluss von Lomardi aus 20 Metern landet allerdings in der Mauer.

52. Minute: Nach einer guten Flanke von Michael Gonçalves verfehlt Zé Eduardo das Tor aus rund drei Metern mit dem Kopf knapp.

56. Minute: Nach einer guten Flanke von Kenzo Schällibaum kann Michael Gonçalves im Strafraum nicht genügend Druck hinter den Ball bringen und der Kopfball geht über das Tor.

57. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil!!! Nach einer Vorlage von Sergio Cortelezzi tankt sich Silvio durch die Abwehr durch und schiebt den Ball eiskalt am Torwart vorbei in die linke Ecke.

57. Minute: Die Führung der Wiler hat sich in der zweiten Halbzeit abgezeichnet. Nach der Pause merkte man, dass sie mit mehr Willen und Speilwitz aus der Kabine gekommen sind.

58. Minute: Erster Wechsel beim FC Winterthur. Anstelle von Manuel Sutter spielt neu Luca Sliskovic.

61. Minute: Gelbe Karten gegen Ismajl Beka nach einem Foul an Ousmane Doumbia.

62. Minute: Eine weitere Verwarnung für einen Wiler. Sandro Lombardi erhält die Gelbe Karte nach einem taktischen Foul an Jordan Gele.

64. Minute: Platzverweis für Ousmane Doumbia. Nach einem Griff ins Gesicht von Michael Gonçalves sieht er die zweite Gelbe Karte und muss vorzeitig unter die Dusche.

70. Minute: Zweiter Wechsel beim FC Winterthur. Luca Radice verlässt den Platz. Für ihn kommt Karim Gazzetta.

73. Minute: Riesenchance für den FC Wil. Das muss das 2:0 sein! Nachdem Sergio Cortelezzi auf Zuspiel von Michael Gonçalves vollkommen frei vor dem Tor steht, legt dieser quer auf Silvio. Silvio scheitert aber an Torhüter Raphael Spiegel.

77. Minute: Pfostenschuss von Kenzo Schällibaum. Nach einem Doppelpass mit Sergio Cortelezzi landet der Abschluss von Schällibaum am rechten Pfosten.

79. Minute: Vom FC Winterthur kommt in der zweiten Halbzeit erstaunlich wenig. Bis auf einen harmlosen Abschluss, der weit am Tor vorbei ging, hatten die Winterthurer bisher keine gefährliche Aktion.

81. Minute: Guter Abschluss von Zé Eduardo. Er zieht aus 16 Metern direkt ab. Torhüter Raphael Speigel kann den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Latte lenken.

82. Minute: TOOOOOOOOR für den FC Wil!!! Nach einer schönen Verlängerung mit dem Kopf von Sergio Cortelezzi umkurvt Silvio den Torhüter und kann den Ball dann ins leere Tor schieben.

83. Minute: Dritter Wechsel beim FC Winterthur. Anstelle von Tobias Schättin spielt neu Rijad Saliji.

85. Minute: Vierter Wechsel beim FC Winterthur. Anstelle von Jordan Gele spielt neu Roberto Alves.

85. Minute: Eine weitere Verwarung für Wil. Sergio Cortelezzi erhält die Gelbe Karte nach einem Foul.

87. Minute: Gute Chance für den FC Wil. Nach einer Flanke von Rechts von Michael Gonçalves verpassen in der Mitte sowohl Zé Eduardo als auch Silvio. Für Silvio wäre es ein lupenreiner Hattrick gewesen. 

89. Minute: Erster Wechsel beim FC Wil. Anstelle von Zé Eduardo spielt neu Etienne Scholz.

90. Minute: Zweiter Wechsel beim FC Wil. Anstelle von Sergio Cortelezzi spielt neu Ivan Audino.

90. Minute: 4 Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

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1100 Zuschauer pilgerten zum Saisonstart in die IGP-Arena. (Bild: Simon Dudle)

92. Minute: Dritter Wechsel beim FC Wil. Anstelle von Doppeltorschütze Silvio spielt neu Andelko Savic.

94. Minute: Vierter Wechsel beim FC Wil. Anstelle von Sandro Lombardi spielt neu Rrezart Hoxha.

Da ist der Schlusspfiff. Der FC Wil gewinnt das FCW-Derby gegen den FC Winterthur durch einen Doppelschlag des ehemaligen Winterthurers Silvio mit 2:0.

Konnte der FC Wil in der ersten Halbzeit noch froh sein, dass er nicht in Rückstand geraten war, so kann man auch konstatieren, dass der Sieg aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient ist. Der FC Wil hat den FC Winterthur in der gesamten zweiten Halbzeit unter Kontrolle gehabt und verhinderte mit einer konzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit auch nur einmal gefährlich vor Torhüter Zivko Kostadinovic aufgetaucht wären.

Somit verabschiede ich mich aus der IGP-Arena. Schön, dass Sie beim ersten Hallowil-Liveticker in der Challenge League dabei waren. Seien Sie auch nächste Woche wieder hier live dabei, wenn der FC Wil am Samstag, 28. Juli, um 17.30 Uhr im Lipo-Park auf den FC Schaffhausen trifft.