Die Bibliothek im Zentrum von Uzwil feiert Geburtstag. 20 Jahre jung und inzwischen für viele ein selbstverständliches Kulturangebot der Gemeinde. Ein Blick über den Tellerrand.1998 eröffnete die Bibliothek im Zentrum von Uzwil. Damals eine neue kommunale Aufgabe. Dem Start folgte eine stürmische Wachstumsphase. Der Raum folgte dieser Entwicklung, die Bibliothek wurde grösser. Nun, nach 20 Jahren, hat sich der Betrieb eingependelt. Die Bibliothek ist erwachsen geworden.

Über den Tellerrand
Das Jubiläum gibt Gelegenheit, einzuordnen. Für einmal zu vergleichen. Die Uzwiler Bibliothek in den Kontext der Bibliothekslandschaft zu stellen. Vorerst zeigt der Blick auf die Landkarte: Nicht in allen Gemeinden gibts ein öffentliches Bibliotheks-Angebot. In der Region sind etwa Oberuzwil und Jonschwil weisse Flecken. Mit Folgen auch für die Uzwiler Bibliothek. Etwa ein Drittel ihrer Kundinnen und Kunden stammt aus der Region.

Wichtige Vergleichszahl der Bibliotheken: Wie viele Medien werden im Jahr ausgeliehen? Der Jahresbericht zu den öffentlichen Bibliotheken im Kanton gibt Auskunft. Und ermöglicht, die 114‘000 jährlichen Ausleihen der Uzwiler Bibliothek einzuordnen. Nur drei Bibliotheken im Kanton verzeichnen höhere Zahlen: St. Gallen, Rapperswil-Jona und Gossau. Wenig erstaunlich, stehen sie doch alle in Orten mit mehr Einwohnern und grösserem Einzugsgebiet. Auffällig: Uzwil lässt in diesem Vergleich auch Wil hinter sich.

Gutes Kosten-/Nutzenverhältnis
Und wie siehts mit den Kosten aus? Gut 7,1 Mio. Franken sind die Betriebskosten aller St. Galler Bibliotheken, sie leihen insgesamt 2,3 Mio. Medien aus. Natürlich: Bibliotheken definieren sich nicht nur über Ausleihen. Andere Vergleichszahlen gibts aber nicht. In der Betrachtung der Kosten pro Ausleihe ist die Stadtbibliothek St. Gallen etwas günstiger als Uzwil, die Bibliotheken von Gossau, Rapperswil-Jona und Wil weisen höhere Kosten pro Ausleihe aus. Fazit aus dem Zahlenvergleich: Die Uzwiler Bibliothek brummt. Und das mit vergleichsweise gutem Kosten-/Nutzenverhältnis.

Orte der Kultur
Im heutigen Verständnis sind Bibliotheken Kulturorte. Sie versorgen die Menschen in ihrem Einzugsgebiet nicht nur mit Lese- und Hörstoff. Sie sind offen für alle Kulturen, alle Interessen und Altersgruppen, wollen lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt sein. Das erkennt auch, wer die Aktivitäten der Uzwiler Bibliothek verfolgt. Panini-Tauschbörse, Lesungen, Krimiabend, Talk in der Bibliothek, Erzählnacht, Märchenabend, wöchentliche Heimat des Hello-Kafis bereichern den Jahreskreislauf.

Klar, dass die Bibliothek ihren Kundinnen und Kunden im Jubiläumsjahr ein besonderes Programm bietet. «Bier und Poesie» am 22. Februar macht den Anfang. Bier? Ja, das passt besonders zu Uzwil. Warum? Das erfahren Sie am Anlass. Und der Bibliothek wünschen wir alles Gute zum Geburtstag!

Öffnungszeiten Bibliothek
Dienstag 09.00 - 11.30 Uhr
14.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch 14.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 09.00 - 11.30 Uhr
14.00 - 18.00 Uhr
Freitag 14.00 - 19.00 Uhr
Samstag 09.00 - 11.30 Uhr
Vor Feiertagen schliesst die Bibliothek um 17.00 Uhr.

WEITERE THEMEN
Erdgas für Algetshausen?

Für mehr Versorgungssicherheit bauen die Technischen Betriebe derzeit eine neue Erdgasverbindung quer durch die Gemeinde. Sie führt an Algetshausen vorbei, die Erschliessung des Dorfes würde möglich. Das Versorgungswerk fragt deshalb mit einem Fragebogen, wie das Interesse für eine Neuerschliessung mit Erdgas/Biogas im Dorf ist.

***

¦ Kehrichtsammlungen
Mittwoch in Niederuzwil, Donnerstag in Uzwil und Stolzenberg. Freitag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Bitte stellen Sie Ihren Kehricht am Abfuhrtag bis 7 Uhr bereit.

***

Zweckverband Sonnmatt Uzwil
Im März 2018 befinden die Stimmberechtigten von Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren über den Kredit resp. das Bauprojekt zur Erweiterung des SeniorenZentrums Sonnmatt in Uzwil. Die Verantwortlichen des Zweckverbandes Sonnmatt Uzwil laden ein zu einer weiteren öffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstag, 20. Februar 2018, um 20.00 Uhr, im SeniorenZentrum Uzwil, Sonnmatt.

***

Augenblick
Über 120 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Uzwil verspürten dieses Jahr «keinen Bock» aufs Skilager. Die daheimgebliebenen Lehrpersonen überraschten sie mit einer neu organisierten Sonderwoche. An vier Vormittagen besuchten die jahrgangs- und leistungsmässig durchmischten Gruppen Kurse wie Sport, Spiele, Musik, Yoga, Foto, Knigge, Orientierungslauf und Selbstverteidigung. Die meisten Kurse wurden von Lehrerinnen und Lehrern der Oberstufe geleitet, für den Kurs in Selbstverteidigung engagierte die Schulleitung die Kampfsportschule SKEMA aus Wil.

Am Mittwoch war frische Luft angesagt. Es ging zum Wandern in den höchstgelegenen Toggenburger Wintersportort nach Wildhaus. Bei strahlendem Sonnenschein wurde ein Teil des Klangweges bewältigt. An drei Nachmittagen konnten die Oberstufenschülerinnen und –schüler ihre Fertigkeiten in der Küche, auf der Eisbahn, in der Sporthalle oder bei einem Kunstkurs unter Beweis stellen und erweitern. Für unsichere Schwimmerinnen und Schwimmer stand ein Schwimmkurs auf dem Programm. Den krönenden Abschluss bildete ein gemeinsamer Kinobesuch in Uzwil. Danach durften alle in die wohlverdienten Ferien starten. | Christian Schneider

***

Menschen: Stefan Forster
Dieses Licht! Magisch. Blauer Himmel? Für ihn oft zu langweilig. Morgen, Abend, Nacht, Wetterwechsel: Aussergewöhnliche Lichtstimmungen sind seine Welt. Er fängt sie ein wie kaum ein anderer. Stefan Forster will die Natur genau so zeigen, wie sie ist. Für ihn steht sie im Zentrum, nicht der Fotograf. Und wenn der Himmel beim Sonnenuntergang nicht wie gewünscht leuchtet? Er lehnt jede Art von Bildmanipulationen ab, weil «die Welt uns schon mit unrealistisch wirkenden Farben verwöhnt». Farben und Licht aufzuspüren, das ist seine Leidenschaft. Sie gleicht zuweilen einer Jagd. Und so sucht er Orte so lange auf, bis das Licht für ihn stimmt.

Ein Kugelblitz
Stefan Forster wurde 1986 geboren, wuchs in Uzwil auf. 17-jährig stand er wie bei jedem Gewitter am Dachfenster. Versuchte, mit seiner Kamera Blitze einzufangen. Plötzlich erleuchtete ein gewaltiger Blitz den Himmel. Aus dessen Mitte entstand eine Kugel, erstrahlte kurz an Ort und Stelle, bevor sie mit einem dumpfen Knall verschwand. Er hatte sein Bild im Kasten. Die Medien publizierten sein Kugelblitz-Bild und Stefan Forster verdient so das Geld für seine erste «richtige» Kamera. Mit 18 wanderte er allein zwei Wochen durch Islands Hochland, entdeckt die Liebe zur Natur und zur Fotografie.

Im Olymp angekommen
Seit 2008 betreibt Stefan Forster ein Kurszentrum für Fotografie, bietet Fotoreisen an. Und reist auch für sich und seine Bilder um die Welt. Seine Fotoexpeditionen führen ihn an jeden noch so entlegenen Punkt unseres Planeten. Mit dem Kajak paddelte er an der grönländischen Westküste ebenso entlang wie im Dunkeln zwischen den Alligatoren der Swamps von Louisiana. Er zeltete auf den Lofoten und in den Wäldern Alaskas, wartete vor Kälte schlotternd auf Polarlichter. Der Blick auf seine Bilder zeigt: Er war schon überall. Die Fachwelt erkannte seine Qualitäten. Mit seiner Aufnahme der «Wave» in der «Coyote Buttes Wilderness Area» im Grenzgebiet von Utah und Arizona schaffte er es auf die Titelseite des «National Geographic» – und damit in den Olymp der Natur- und Landschaftsfotografen.

Die Gratwanderung
Sein Beruf ist eine permanente Gratwanderung. Den Menschen die Schönheit der Welt näherbringen, weil man nur schützen kann, was man schätzt. Und gleichzeitig: Die Bilder reizen immer mehr Menschen, selber hinzugehen. Das kann magischen Orten schaden. Der persönliche Einsatz ist hoch, will man als professioneller Natur- und Landschaftsfotograf leben, überleben. Einen Grossteil des Jahres verbringt er irgendwo in der Welt. Allein oder mit Gästen auf Fotoreisen. Aktuell und noch bis Anfang März ist er im Rahmen der Explora-Tour mit seinen Bildern und Abenteuern in verschiedenen Schweizer Städten unterwegs. Und jüngst hat er seinen ersten Bildband mit faszinierenden Aufnahmen der Welt herausgegeben.