Es ist nichts anderes als ein Totalverlust. Alle ausgesetzten Fische und anderen Tiere, welche im Zuzwiler Dorfbach leben, sind Anfang Mai verendet. Nachdem zunächst unklar war, wer dafür verantwortlich zu machen ist, konnte mittlerweile ausfinden gemacht werden, woher das verdreckte Wasser kam. Und vor allem, was ins Wasser gelangte. Es handelt sich um Schweinegülle. Ganze 15 Kubikmeter waren zuvor in einen Güllekasten abgelassen worden. Wieviel aber wirklich in den Dorfbach geflossen ist, lässt sich rückblickend nicht mehr bestimmen.

Fakt aber ist: Die Gülle gelangte durch ein Loch in der Wand der Güllegrube ins Dachabwasser-Rohr und anschliessend über die Meteorleitung einer Strasse in den Bach. «Die Güllegrube war gemäss aktueller Erkenntnisse den ordnungsgemässen Kontrollen unterzogen worden. Es bestehen keine Hinweise auf eine nicht ordnungsgemässe Wartung», sagt Marco Breu von der Thurgauer Staatsanwaltschaft zu hallowil.ch. Dem Betreiber der Güllegrube könne dementsprechend kein strafrechtliches Verschulden nachgewiesen werden. Das Verfahren wurde eingestellt.

Auch wenn niemand zur Rechenschaft gezogen wird: Der Schaden ist angerichtet und es wird noch Monate dauern, bis der Dorfbach wieder in seine Originalbesetzung fliesst.

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So berichtete hallowil.ch über das Fischsterben (8.5.)

«Das muss massiv gewesen sein. Denn der Bach führt derzeit nicht wenig Wasser. Es gibt einen Totalverlust. Neben den Fischen sind auch alle Kleinlebewesen verendet.» Das sagt Markus Brunner, Präsident des Fischereiverein Thur zu dem, was sich am Dienstagabend im Dorfbach Zuwzil ereignet hat. Laut seinen Angaben ist auf Wuppenauer Ortsgebiet Gülle von einem Landwirt in den Bach gelangt. Die Kantonspolizei Thurgau spricht von einer «noch unbekannten Flüssigkeit». Der Verursacher ist beiden noch unbekannt.

Es war zu viel für die jungen Bachforellen, die zuvor in der Hälteranlage Mühlau Bazenheid gestreift wurden und im Dorfbach Zuzwil hätten grossgezogen werden sollen. 25'000 solcher Brütlinge waren ausgesetzt – und sind am Dienstagabend verendet. Die grössten toten Fische sind laut Brunner bis zu 15 cm gross. Auf das Abfischen im Herbst kann somit verzichtet werden.

Fischsterben auch in Bazenheid

Somit muss sich der Fischereiverein Thur einmal mehr mit toten Bachforellen befassen. «Einmal mehr» aus zwei Gründen: Einerseits hat sich gemäss Brunner im Dorfbach Zuzwil vor ein paar Jahren schon einmal ein ähnlicher Vorfall ereignet. Andererseits gibt es in der Mühlau in Bazenheid seit dem Jahr 2015 ein mysteriöses Fischsterben. Vor allem 2015, 2016 und 2017 sind jeweils im August aus bisher ungeklärten Gründen viele Bachforellen gestorben. Auch wenn es vergangenes Jahr weniger tote Fischen waren, so wurden 2018 umfangreiche Wasserproben genommen. Die Resultate werden demnächst erwartet. Ob das Fischsterben somit der Vergangenheit angehört, ist offen.