Am Freitagabend war für 45 Personen, zumeist unterschiedlicher nationaler Herkunft der Moment gekommen, als neue Wiler Orts- und Stadtbürger den Bürgerbrief in Empfang zu nehmen. Es sind die im 2017 eingebürgerten Personen, welche die Hürden bei Bund und Kanton und auch beim Wiler Einbürgerungsrat geschafft hatten. Voraus der Einbürgerungsfeier erhielten die Anwesenden eine Altstadtführung und einen geschichtlichen Abriss des Wiler Stadtbürgertums durch Stadtarchivar Werner Warth. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann betonte in ihren Worten, dass der Status Bürger mehr bedeute als einfach Zugehörigkeit zur Stadt.Es ist die gleichzeitige Ernennung zu Ortsbürgern der Stadt Wil, welche den neu Eingebürgerten einen besonderen Anlass zur Schweizer Bürgerschaft bietet. Mit dem Bürgerbrief bestätigt der Ortsbürgerrat die Aufnahme. 45 Personen nahmen die Einladung zur Überreichung des Bürgerbriefes wahr. Erster Akt war eine Altstadtführung, wo sie auch die Besitztümer der Ortsbürger kennen lernten. Im Anschluss an die Überreichung des Bürgerbriefes im früheren Gerichtsgebäude durch Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Ortsbürgerpräsident Norbert Hodel, waren die Gäste zu Nachtessen im Fürstensaal des Hof zu Wil geladen.

Engagiert für mehr Verbundenheit
Stadtpräsidentin Susanne Hartmann lobte die neuen Stadt- und Ortsbürger für ihr Engagement. Sie hätten sich mehrfach anstrengen müssen, um das Schweizer Bürgerrecht zu erreichen. Zum einen galt es mit, sich mit unserer Kultur zu befassen und die Einbürgerung habe ihren Preis gehabt. Die Welt lebe im besonderen von Menschen, welche mehr tun als ihre Pflicht. Hartmann lud die neuen Stadtbürger ein, ihr Engagement weiter zu führen und sich in städtischen Belangen einzubringen. Erstes Zeichen hätten sie mit der Teilnahme an der Einbürgerungsfeier gesetzt.

Stadtbürgertum alter Zeiten vorgestellt
Stadtarchivar Werner Warth gab den Anwesenden einen Einblick, wie das Bürgertum in früheren Jahrhunderten viel strenger gehandhabt wurde. Sie seien es alleinig gewesen, welche etwas zu sagen hatten. Bürger der Stadt zu werden wurde in Verbindung mit Gerechtigkeit und Sittlichkeit in Verbindung gebracht. Die Pflege des Bürgertums habe auch dem Selbstbewusstsein für die Stadt gegolten. Dies habe sich in mehreren Kriegszügen der Wiler gezeigt.

Auch früher habe die Regelung der Einkaufssumme gegolten. Allerdings sei je nach Stand des Antragstellers die Erreichung des Bürgerrechtes unterschiedlich verlaufen. Die Stadt habe von Stadtbürgern einen Nutzen für die Stadtentwicklung erwartet. Aus dem Stadtarchiv zeigte Warth auch eine Reihe von Wappen bekannter Stadtgeschlechter auf.

Ortsbürger mit zahlreichen Besitztümern
Norbert Hodel, Präsident der Ortsbürgergemeinde wies darauf hin, dass die Bürgerschaft als oberstes Organ die Geschicke bestimme. Dazu lud er die Anwesenden ein, an der kommenden Bürgerversammlung vom 28. März in der Tonhalle Wil teilzunehmen. Um das Jahr 1850 hätten hätten 465 Ortsbürger in Wil gewohnt, heute seien es 2'606 Personen.

Zu den Besitztümern informierte Hodel über 427 ha Wald. Aus den Trauben der Reben der Ortsbürger werde alljährlich der Stadtwein gewonnen. Zum Besitz der Ortsbürger gehörten neben dem Baronenhaus auch die Tonhalle. Mit Werner Warth pflegten sie weiter das Stadtmuseum und ein Stadtarchiv. Darin seien unter anderem aus Stiftungen mehrere Werke von Wiler Künstlern abgelegt.

Für die neuen Schweizer Bürger konnte abschliessend der offiziellen Feier der spannende Moment mit der Überreichung des Bürgerbriefes folgen.