«Da fehlt nicht viel. Das ist durchaus ermutigend», sagte SRF-Sportreporter Stefan Hofmänner im Rahmen der Liveübertragung, als der Wiler Cédric Noger in Alta Badia mit der Nummer 46 über die Ziellinie fuhr und auf Zwischenrang 33 klassiert war. 4,03 Sekunden hatte der Fahrer des Skiclubs Ebnat-Kappel auf den einmal mehr entfesselten Leader und späteren Sieger Marcel Hirscher aus Österreich verloren. Am Ende des Laufes war Noger im 37. Rang klassiert. Um die Qualifikation für den zweiten Durchgang zu schaffen, fehlten ihm schliesslich 58 Hundertstel-Sekunden. – und das bei seiner Weltcup-Premiere.

Schwerpunkt Riesenslalom

Der Wiler wusste nach dem Rennen nicht so recht, ob er nun mit dem Lauf zufrieden sein sollte oder nicht. Immerhin hatte er sein Debüt auf einer der schwierigsten Riesenslalom-Pisten der Welt gemeistert. Es fehlte aber eben doch eine halbe Sekunde für den zweiten Lauf. «Das war solide. Jedoch konnte ich nicht voll ans Limit gehen. Woran es lag, weiss ich nicht genau», sagte Noger rückblickend. Er war aber auch stolz, endlich im Weltcup angekommen zu sein. «Der Aufwand war gross. Gewisse Leute haben meinen Weg belächelt. Darum ist es eine Genugtuung», sagte Noger. Er spielte damit auf jene Phase an, als er nach stagnierenden Leistungen aus dem Kader von Swiss-Ski geworfen worden war, aber nicht aufgab und sich in dieses zurückkämpfte.

Und wie geht es nun weiter? Am Montag und Dienstag mit zwei Europacup-Riesenslaloms im italienischen Andolo. Schon am Mittwoch hofft Noger auf den nächsten Weltcup-Einsatz, wenn im österreichischen Saalbach der zu Saisonbeginn in Sölden verschobenen Riesenslalom nachgetragen wird. Der Fokus Nogers liegt momentan auf der Sparte Riesenslalom, auch wenn sich der Wiler vorgenommen hat, auch Slalom zu trainieren.

Post inside
Viel hat nicht gefehlt, und Cédric Noger hätte sich bei seiner Weltcup-Premiere in Alta Badia für den zweiten Lauf qualifiziert. (Bild: Screenshot SRF)


_______________________________________________________________________________

Die Vorschau auf Cédric Nogers Weltcup-Debüt:

Was ist das nur für eine Wiler Woche. Am Donnerstagabend feiern Tausende auf dem Hofplatz die erste Wiler Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Und nur drei Tage später feiert heute mit Cédric Noger ein Wiler Premiere im Ski-Weltcup. Er kommt ausgerechnet in Alta Badia zum ersten Einsatz im Tross der ganz Grossen. Die dortige Riesenslalom-Piste Gran Risa gilt wegen ihrer Steilheit mit einem Gefälle von bis zu 53 Prozent als eine der schwierigsten auf der Welt. Zudem ist sie häufig stark vereist. Einer der neun Schweizer, die heute Sonntag ab 10 Uhr an den Start gehen werden, ist der 26-jährige Wiler Cédric Noger - und zwar mit der Nummer 46. Für ihn geht somit ein Traum doch noch in Erfüllung, der zwischenzeitlich zu platzen drohte. Zwar machte er 2013 mit der Bronzemedaille im Riesenslalom an den Schweizer Meisterschaften auf sich aufmerksam. Doch dann folgte eine Durststrecke und Noger flog aus dem Kader von Swiss-Ski. Mittlerweile ist er zurück.

Zwischenzeitlich wieder im Europacup

Bereits in der vergangenen Saison hätte es beinahe geklappt mit einem ersten Start im Weltcup. Jedoch scheiterte der Wiler in der internen Qualifikation. Ende Oktober dieses Jahres lief es besser und er setzte sich vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden in der Qualifikation gegen zwei Mit-Konkurrenten durch. Die Weltcup-Premiere wurde aber erneut verhindert. Dieses Mal vom Wetter, da es in der Nacht vor dem Rennen stark geschneit hatte und das Rennen abgesagt werden musste. Genau wie seine Anhänger, die mit Transparenten und eigenen Noger-T-Shirts ins Ötztal gereist waren, musste Noger unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten. Seither bestritt er zwei Europacup-Riesenslaloms im schwedischen Funäsdalen. Dabei belegte er die Plätze 13 und 15, womit Noger nicht zufrieden war.

Nun also ausgerechnet auf der Gran Risa die Premiere im Weltcup. Der erste Lauf beginnt heute Sonntag um 10 Uhr, der zweite um 13 Uhr. Das Rennen wird live auf SRF übertragen. Auch hallowil.ch wird berichten.

Post inside
Cédric Noger im Zielbereich der Gran Risa in Alta Badia.