Die Bilanz sei erfreulich, so Alex Bruggmann von der IG «Wil stoppt 5G». Insgesamt hätten sich seit dem Aufruf zur Sammeleinsprache 144 Personen eingetragen, 48 davon sind gültige Einsprachen. «Das macht eine gültige Unterschrift pro Stunde», freut sich Alex Bruggmann. Die Aktion wurde am Samstagmittag lanciert, die Frist für die Teilnahme lief am Montagmittag ab – den Gegnern blieben also 48 Stunden zum Unterschreiben.

Gerade, weil die Aktion übers Wochenende und in der Ferienzeit lief, sei man mit dem Rücklauf sehr zufrieden. Zudem hätte es diverse Rückmeldungen von Personen gegeben, die sich etwa aufgrund von Ferienabwesenheiten nicht an der Einsprache hätten beteiligen können. Denn: Um an der Sammeleinsprache teilnehmen zu können, sei auch eine Vollmacht für eine Rechtsvertretung nötig. Dieses Begehren erfordere eine gültige Unterschrift. Wer in den Ferien sei, der könne diese Vollmacht aber kaum ausfüllen, beispielsweise wenn kein Drucker vorhanden ist.

Die IG hat die Einsprache am Dienstag der Baukommission überreicht. Diese wird sich nun beraten, wie es weitergeht. «Das kann gut eine oder auch zwei Wochen dauern», sagt Alex Bruggmann. Wie es dann weitergehe, sei deshalb heute Spekulation.

Es wird sich also frühestens in einer Woche entscheiden, ob der Bär doch noch zum «Fight» herausgefordert wird.

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5G-Gegner haben Einsprachefrist bis heute verlängert (7.10.19)

Vor knapp einem halben Jahr war die Region Wil noch eine 5G-Wüste. Das ändert sich nun aber. Vor wenigen Tagen wurde auf dem Dach des ehemaligen Swisscom-Gebäudes an der Poststrasse mitten in Wil die Antenne mit 5G-Pannels bestückt. Noch ist sie nicht in Betrieb. Eine Protest-Unterschriftensammlung läuft dafür seit letzter Woche. Die Einsprachefrist wurde nun bis heute Mittag, 12.30 Uhr verlängert. Was halten Sie davon? Nehmen Sie an unserer Umfrage unten am Artikel teil.

Die neue 5G-Technologie scheint nicht mehr aufzahlten zu sein. Mit ihr kommt aber auch eine Protestwelle. Auf einer Landeskarte des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), welche alle 5G-Antennen des Landes mit grünen Punkten anzeigt, ist es bald schon flächendeckend grün. Noch vor ein paar Monaten war die Region Wil eine weisse 5G-Insel. Doch damit ist es nun vorbei. Alex Bruggmann, der mitten in Wil arbeitet, hat festgestellt, dass ab dem 24. September während drei Tagen die Antenne auf dem Dach des ehemaligen Swisscom-Gebäudes an der Poststrasse umgerüstet wurde. Laut seinen Informationen ist die 5G-Pannels allerdings noch nicht in Betrieb, da zuerst noch Abnahmemessungen erfolgen.

Im Video: Hier entsteht die 5G-Antenne in Wil:

 

Auch zwei Anlagen im Gebiet Sirnach/Münchwilen

Doch Alex Bruggmann hat gar keine Freude an der umfunktionierten Antenne. Er ist im Kernteam einer Protestbewegung, die am Mittwoch eine Homepage aufgeschaltet hat. Online werden Unterschriften für eine Sammeleinsprache zusammengetragen. Laut Bruggmanns Informationen ist eine solche bis 14 Tage nach dem Errichten der Anlage rückwirkend möglich. Darum wird neu bis Montagmittag, 12.30 Uhr gesammelt. Die Begründung unter anderem: Eine Umverteilung von Sendekapazitäten in andere Frequenzbereiche benötige zwingend ein ordentliches Bauverfahren, welches es nicht gegeben habe.

Auf der Karte des Bakom ist auch zu sehen, dass es in der Region Wil mittlerweile noch weitere 5G-Standorte gegeben hat. Nämlich zwei in der Region Sirnach und Münchwilen. 

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Man ist von Vorteil schwindelfrei, wenn man auf dem Dach der Poststrasse 5 in Wil 5G-Pannels einbaut.