Der Verein «Lebenswertes Münchwilen» hat bei der politischen Gemeinde Münchwilen auch gegen die dritte auf dem Gemeindegebiet geplante 5G-Antenne eine Sammeleinsprache eingereicht. Darauf finden sich insgesamt 566 Unterschriften. Einsprache erheben können Einwohner und Personen mit einem Beschäftigungsgrad von mindestens 50 Prozent in der Gemeinde. Zusätzlich zur Sammeleinsprache sind 27 Einzeleinsprachen eingegangen. Sie richten sich gegen das Baugesuch von Salt an der Werkstrasse 5. «Die Einsprachen werden geprüft und der Firma Salt zur Stellungnahme weitergeleitet», bestätigt Gemeindepräsidentin Nadja Stricker gegenüber hallowil.ch.

Schon gegen die geplanten Swisscom-Antennen beim Schützenhaus und auf dem Areal der Firma Swisstulle wurden Unterschriften gesammelt. Federführend bei allen Sammeleinsprachen war der Verein «Lebenswertes Münchwilen», der auf seiner Homepage angibt, sich für «den Schutz der Bevölkerung vor zusätzlicher Belastung durch Elektrosmog und gegen den Ausbau von Antennenanlagen für Mobilfunkanlagen 5G und Folgende» einzusetzen. Die Vereinsmitglieder teilen eine grundsätzliche Skepsis gegenüber den Auswirkungen von nichtionisierender Strahlung auf Menschen und Natur. Es gibt aber auch private Motivationen für das Engagement gegen 5G. So würden etwa Wohneigentümer in der Nähe von geplanten Antennen befürchten, dass ihre Objekte an Wert verlieren, wenn in ihrer Nähe eine Antenne gebaut wird, sagt die Gemeindepräsidentin.

Stellungnahmen stehen noch aus

Zentrale Figur von «Lebenswertes Münchwilen» ist Erich Stör von den Grünen Münchwilen. Stör hat auch schon Informationsanlässe zum Thema organisiert und mittels Erheblichkeitserklärung erreicht, dass der Gemeinderat zu einem möglichen Verbot von Montagen und Umrüstungen von 5G-Antennen auf Grundstücken und Immobilien in Gemeindebesitz Stellung nehmen muss. Von den drei Grundstücken, auf denen in der Gemeinde Münchwilen Antennen geplant sind, befindet sich einzig das beim Schützenhaus in Gemeindebesitz. Dort und auf dem Areal der Swisstulle AG will Swisscom 5G-Antennen errichten. Bis heute hat Swisscom nicht zu den Sammeleinsprachen gegen ihre Antennen Stellung genommen. Dies dürfte auch daran liegen, dass sich in den letzten Monaten in der ganzen Schweiz auf kommunaler Ebene Widerstand gegen 5G-Antennen formiert hat.

Nadja Stricker betont, dass die Münchwiler Baukommission bei Einsprachen nur die Einhaltung der baupolizeilichen Regeln überwacht. Für andere Kriterien wie die Einhaltung der Grenzwerte für Strahlen sei hingegen der Kanton zuständig. Grundsätzlich sei es aber so, dass die Baugesuche genehmigt werden müssten, wenn die gesetzlichen Grundlagen, unter anderem die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für Elektrosmog, erfüllt sind. Sobald die Stellungnahmen der Mobilfunkanbieter und der Fachstellen des kantonalen Amts für Raumentwicklung vorliegen, wird die Baukommission der Gemeinde die Bau- und Einspracheentscheide fällen, so Stricker.