«Im Dezember erhöht sich die Zahl der 5G-Antennen im Thurgau von 28 auf 70», informiert die Thurgauer Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. Und damit ist die Zahl der aktiven 5G-Antennen sprunghaft angestiegen. Hintergrund ist, dass ein Netzbetreiber das 5G-Signal nun auch über die herkömmliche Frequenz um 2100 MHz verbreitet, was ohne vorgängige Information des Amts für Umwelt oder der Standortgemeinden erfolgen kann. Die gesamthafte Strahlen-Exposition der Bevölkerung ändere sich mit dieser Entwicklung dadurch aber nicht, «weil bestehende Dienste vom Netz genommen wurden». Das Amt für Umwelt (AfU) hat nun eine Liste mit den betroffenen Stationen veröffentlicht – online verfügbar unter umwelt.tg.ch. Um die Diskussionen rund um die Einführung von 5G zu versachlichen, hat das kantonale AfU eine technische Orientierungshilfe für die Gemeinden verfasst.

«Eine solche Umstellung ist rechtlich erlaubt», heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei weiter. Um eine herkömmliche Antenne in eine 5G-Antenne umzurüsten, sei nicht zwingend ein Baugesuch oder eine Bagatelländerung nötig, wenn dafür keine baulichen Veränderungen der Anlage nötig seien. Denn die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) ist zwar frequenzabhängig, aber technologieneutral verfasst. «Der Netzbetreiber nimmt dafür einen bestehenden Dienst vom Netz und sendet neu auf der gleichen Frequenz mit der maximal gleichen bewilligten Sendeleistung das 5G-Signal», informiert die Staatskanzlei. Ab sofort verbreitet beispielsweise die Swisscom das 5G-Signal auch über die Frequenz von 2100 MHz. Die «Gesamt-Strahlen-Exposition der Bevölkerung hat sich mit der neuen Technologie nicht verändert», wird in der Medienmitteilung betont. 

AfU will transparent informieren

«Aktuell erhalten wir täglich verschiedene Anfragen von besorgten Bürgern zum Thema 5G», sagt Martin Zeltner, Leiter der Abteilung Luftreinhaltung im Amt für Umwelt. Die Abteilung überprüft unter anderem die Einhaltung der Grenzwerte der Mobilfunk-Antennen. Weil das Thema so präsent ist, informiert das AfU auch die politischen Gemeinden des Kantons über den aktuellen Stand des 5G- Ausbaus. Zusätzlich haben die Gemeinden mit einem Schreiben technische Hintergrundinformationen zum Thema Mobilfunk und 5G erhalten. «Wir hoffen, mit diesen Informationen den Gemeinden in der zurzeit emotional geführten öffentlichen Diskussion eine sachliche Orientierungshilfe bieten zu können», sagt Zeltner. Das AfU wolle transparent über die bisher aktiven 5G-Antennen informieren, auch wenn es lediglich Vollzugsbehörde sei. Die rechtlichen Grundlagen zum Mobilfunk werden direkt vom Bund erlassen, der auch die Frequenzen versteigert. (pd)

Die Orientierungshilfe für Gemeinden ist unter folgendem Link ersichtlich: www.umwelt.tg.ch