Walter Gysel ist bekannt für seine Ideen; auch dieses Jahr versuchte er etwas Spezielles auf die Beine zu stellen. Er hat zwei Chöre mit unterschiedlichem Hintergrund nicht vereinigt aber doch zusammengebracht.

Schweizer Genauigkeit gepaart mit afrikanischer Lebensfreude und Rhythmus

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Die beiden Chöre überraschen mit farbenfreudigem Outfit.

Walter Gysel und Jeannine Egli haben es geschaft, aus den beiden völlig verschiedenen Chören ein homogenes «Zusammen» zu schaffen. Spannend ist die Tatsache, dass viele Leute von beiden Chören sich sonst kaum über den Weg laufen im Alltag, hier zusammen singen. Nicht eine militärische, korrekte Aufstellung, die statisch dasteht, sondern eine bewegte lockere Anhäufung der Sängerinnen und Sänger wird dem Publikum gezeigt. Alle sind mit farbigen Röcken, Blusen, Hosen und Hemden bekleidet und schon fast ist nicht mehr zu erkennen, wer von welchem Chor ist. Während des Programms positionieren sich die Sänger und Sängerinnen der verschiedenen Stimmlagen an den Seiten des Kirchenschiffes und Solisten bewegen sich singend und tanzend durch den Mittelgang.

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Während dem Konzert bewegten sich die Sängerinnen und Sänger im Kirchenraum.


Das Publikum wird miteinbezogen

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Das Publikum liess sich von den Rythmen mitreissen.

Ob Refrain mitsingen, klatschen oder summen, das Publikum ist gefordert bei mindestens fünf Liedern. Walter Gysel bittet die Leute vorab, die typisch schweizerische Zurückhaltung abzulegen und es klappt tatsächlich. Man kommt sich vor wie in einer amerikanischen Kirche, wo die Besucher ebenfalls mitsingen, mittanzen und das ganze gleicht einem fröhlichen Fest mit viel Rhythmus und Stimmung. Mit «o happy Day» schliesst der Chor offiziell das Programm ab und das Publikum erhebt sich schon beim Lied aus den Bänken, singen und klatschen mit. Standing Ovation auch bei der ersten Zugabe «Baba eze o baba» und beim allerletzten Lied «We are the world» aus der Feder von Michael Jackson und Lionel Richie gibt’s kein Halten mehr. Der ganze Kirchenraum verwandelt sich in eine wogende singende Einheit und man glaubte man wäre im 1985 wo die grössten Rock- und Popstars das «Lied für Afrika» sangen und so heute noch mit dem Erlös etwas gegen den Hunger in Afrika.

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Glücklich über den schönen Erfolg: Gesamtleiter Walter Gysel und Dirigentin Jeannine Egli

Nach Gospel kommt Jazz

Der umtriebige Pensionär Walter Gysel sprüht vor Energie. „Ich bin pensioniert, jetzt gebe ich Gas“, meint der Gysel lachend. Die Idee für 2019 schon längst in seinem Kopf und die Lieder ebenfalls schon fast parat. Das Schwerpunkt-Thema ist der Jazz. Denn: nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Traditionell wird nach den Konzert Glühwein ausgeschenkt und man hat Gelegenheit mit den Sängerinnen und Sänger zu plaudern. Wer die beiden ersten Konzerte verpasst hat, hat die Möglichkeit am Sonntag, 18. November um 17 Uhr in der Kath. Kirche Zuzwil noch einmal das schweizerisch-afrikanische Gospel-Feeling zu spüren.