Das Engagement der musik- und schauspielbegeisterten jungen Menschen ist kein Strohfeuer. Bereits zum dritten Mal haben sie sich an ein anspruchsvolles Musical herangewagt und eine intensive Vorbereitungszeit bewältigt. Nach «No(n)sens» und «The Adams Familiy» ist es nun «9 to 5», das durch 18 Darsteller und die achtköpfige Band die Schweizer Premiere erlebt.

Das Musical basiert auf einem Film aus den 1980er-Jahren und spielt in einem Büro. Die Bürovorsteherin Violet soll Judy einarbeiten. Judy hat sich die Stelle mit einem gefälschten Lebenslauf ergattert. Doralee, eine weitere Sekretärin, wird vom Chef Franklin Hart unentwegt belästigt. In der Firma verbreitet er das Gerücht, sie hätten miteinander ein Verhältnis. Deswegen wird Doralee von ihren Arbeitskolleginnen gemieden. Schliesslich freunden sich Violet, Judy und Doralee aber an, um Hart, ihren mit allen Wassern gewaschenen Chef, aus dem Weg zu räumen. Sie nehmen ihn gefangen. Unter Violets Leitung arbeitet die Firma mit grösserem Erfolg. Judy wird schliesslich Autorin, Doralee Sängerin. Harts Versuch, die drei Frauen der Entführung zu bezichtigen, misslingt. Er wird ins Ausland versetzt.

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Diese jungen Darsteller wagen sich an das Broadway-Musical «9 to 5».


Frisch von der Leber weg

Die Schauspieler unter der Regie von Severin Pfeffer gehen mit jugendlichem Elan ans Werk. Sie zeichnen die einzelnen Charaktere eindrücklich nach. Dabei gewinnen die weiblichen Hauptpersonen, die drei befreundeten Büroangestellten (Leandra Wiesli, Yara Schmitter und Sibylle Küng) und eine dem Chef verfallene Widersacherin (Jacqueline Koller) besondere Konturen. Bei den männlichen Darstellern stechen die Hauptfigur, der sexistische, egoistische, lügende und niederträchtige Chef Franklin Hart (Philipp Guldimann) und der von Regisseur Severin Pfeffer gespielte Joe, der schliesslich das Herz der Firmenchefin Violet erobert, speziell hervor. Präzis werden die vielen choreografischen Elemente dargeboten. Musiker und Sänger tragen schliesslich das ihre zum guten Gesamteindruck bei, welcher vom Premierenpublikum mit langanhaltendem stehendem Applaus belohnt wurde.

Der Tourneeplan

Nach der gelungenen Premiere am Freitagabend findet am 5. Mai eine weitere Vorstellung im Pfarreizentrum Flawil statt. Am 11. und am 12. Mai wird das Musical im Thurpark in Wattwil aufgeführt, am 18. Mai im Dreitannensaal in Sirnach. Dernière ist am 25. Mai in der Oberstufen-Aula in Goldach.

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Vom Musicalfieber angesteckt

Den Verein Musicalfieber Flawil gibt es seit vier Jahren. hallowil.ch hat Severin Pfeffer, den 23-jährigen Initianten und Regisseur zur aktuellen Produktion befragt.

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Severin Pfeffer zeichnet für Regie und Choreografie des Musicals verantwortlich.

hallowil.ch: Herr Pfeffer, ist Ihre Leidenschaft schon fast zur Hauptbeschäftigung geworden?
Nein. Davon bin ich noch weit entfernt. Ich habe ursprünglich Detailhandelsfachmann gelernt. Dann habe ich ein Jahr lang eine Musicalschule besucht. Das war die Grundlage dafür, dass ich mich bereits 2015 ans erste Musical gewagt habe. «9 to 5» ist nun die dritte Produktion. Beruflich bin ich jetzt Moderator bei Radio Munot in Schaffhausen.

hallowil.ch: Stammen ihre «Mitstreiter» alle aus Flawil?
Bei weitem nicht. Das Ensemble ist zusammengewürfelt aus der ganzen Ostschweiz. Es ist ein junges Team mit einer Altersspanne von 17 bis zu 40 Jahren. Alle sind Laien, die zum Teil Gesangsunterricht genossen haben. Bei der Band spielen einige Musiklehrer mit.

hallowil.ch: Wie viel Vorbereitungsarbeit war nötig?
Wir haben seit September wöchentlich an jedem Mittwoch geprobt. In der vergangenen Woche waren wir Tag für Tag am Proben. Ziemlich gross ist auch der logistische Aufwand für das Bühnenbild und die Requisiten. Deshalb freuen wir uns, dass wir im Wattwiler Thurpark und dem Sirnach Dreitannensaal in grossen Räumen spielen können.