Fleissige Vorstandsmitglieder und zugewandte Helferinnen und Helfer hatten ein Salatbüffet und kleine Gemüseflädchen vorbereitet. Essen wird beim Uzwiler Frauenverein immer recht grossgeschrieben. Das Essen schmeckte wie immer vorzüglich. Beim Service unterstützten nebst mehreren einsatzfreudigen Frauen aus dem Verein auch einige Männer das Team.

Auch diesmal verschoben

Im ersten Quartal dieses Jahres galten noch immer Corona-Schutzmassnahmen. Darum konnte die Versammlung nicht im üblichen Turnus, also im ersten Quartal durchgeführt werden. Ende März waren alle Corona-Massnahmen aufgehoben worden. Der Vorstand hatte einen guten Riecher gehabt und schon frühzeitig dieses Mai-Datum ins Auge gefasst. 50 Frauen trafen schliesslich – die zuletzt Eintreffenden gar unter Blitz und Donner! – im Kirchgemeindehaussaal in Niederuzwil ein.

Jahresbericht

Marianne Pessina vertritt den Verein nach aussen. Frisch und humorvoll führte sie durch die Versammlung. Auch technisch klappte alles. Hätte es allerdings irgendwann Schwierigkeiten gegeben, wäre ihr ganz bescheiden auf der Seite sitzende Gatte Daniel bestimmt sofort zu Hilfe geeilt.

Post inside
Ganz ohne Männer geht die Chose nicht... Daniel Pessina als rettender Engel im Hintergrund, sollte etwas schiefgehen. 

 Mit einer PowerPoint-Präsentation, von Käthi Immoos wunderschön gestaltet, rief sie den Frauen noch einmal in Erinnerung, was seit der ausserordentlichen 89. HV trotz Einschränkungen doch alles wieder möglich war. So besuchte der Verein im vergangenen August die Schellenschmiede von Peter Preisig in Gossau und erfuhr viel über das traditionelle Handwerk. Dabei erwies sich Simone Büchi vom Sekretariat der Kirchgemeinde als einsatzfreudige Hilfskraft. In einem Nebensatz strich Marianne Pessina hervor, dass das Sekretariat ja sowieso Dreh- und Angelpunkt der Kirchgemeinde sei.

Post inside
Peter Preisig hat sich als Autodidakt das Handwerk des Schellenschmieds beigebracht. 

Lauter schöne Anlässe

Der Filmabend – auch für Ehemänner und Partner zugänglich – zog wieder viele Mitglieder an. Der Schweizerfilm der Herbstzeitlosen-Regisseurin Bettina Oberli-  „Wanda mein Wunder“ - regte zum Nachdenken an. Dass Frauen aus Osteuropa ihre Familien für Schweizer Pflegebedürftige verlassen, hier in einem 24-Stunden-Job arbeiten, oft unter prekären Verhältnissen, ist seit längerer Zeit Tatsache. Ihre eigenen Kinder müssen die Mutter vermissen, es gibt Skype-Anrufe und hie und da einen Besuch, aber auch Geld in die Familienkasse. Der Film bot aber auch viel Anlass zum Schmunzeln, oft gar zu lautem Herauslachen.

Der Frauenadvent war diesmal durch das Musikerduo Barbara Bösch und Emanuel Krucker sowie überraschende Adventsgeschichten – von Marianne Pessina mit innerer Anteilnahme vorgetragen – geprägt. Natürlich darf auch der beliebte - und stets sofort ausgebuchte - Spaghettiplausch nicht unerwähnt bleiben. Denn, wie schon gesagt, die Uzwiler Frauenvereinsmitglieder lieben es, miteinander etwas Feines zu essen.

Hoffnung trotz dunklen Wolken am Horizont

Der Krieg in der Ukraine macht betroffen. Man hofft auf ein Ende der Kämpfe. Darf man sich hier noch freuen angesichts all der Schrecken. Am Weltgebetstag – nicht vom Frauenverein organisiert – hiess das Motto: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“ Dieser Anlass wird traditionell von vielen Frauen aus dem Verein besucht. Auch der Frauemorge mit der erblindeten Gabi Rechsteiner machte Hoffnung. Sie rief dazu auf, doch mit dem zufrieden zu sein, was einem zugeteilt, gegeben sei. Ein Cervelat sei zwar gewöhnlich, wer aber immer ein Filet haben wolle, sei ja ständig unzufrieden. „Mit sich selber versöhnlich sein“ ist da bestimmt eine gute Lebensdevise.

Einsatz für Andere

Der Vorstand und auch andere Frauen aus der Mitte des Vereins besuchen jedes Jahr unzählige Frauen und beschenken sie mit einem kleinen Mitbringsel, besonders aber mit ihrer Zeit. Gerade alleinlebende Frauen schätzen solche Besuche sehr, zeigen diese doch, dass sie nicht einfach vergessen oder gar abgeschrieben sind. Jolanda Würth ehrte alle verstorbenen Mitglieder mit Namen. Die Liste war sehr viel kürzer als im vergangen Jahr, als Corona seine Spuren hinterlassen hatte. Mit einem Moment der Stille wurde all dieser Frauen gedacht. Und wie eigens dafür bestellt erklangen dazu die Abendglocken der Kirche.

Post inside
Besucherstatistik: Da wurden doch ein paar Stunden für andere Menschen eingesetzt. Die herzigen Finkli strickt seit Jahren Edith Höhener für alle frischgebackenen Eltern. 

Gut gefüllte Kasse

Kasse und Revision gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Dass das Vereinsjahr mit Mehrausgaben von ein paar Tausend Franken abschloss, störte niemanden, liegt doch noch ein wirklich schönes finanzielles Polster auf der Bank. Kassierin Doris Decurtins durfte zudem eine grosszügige Spende aus dem Nachlass von Heidi Steiner verbuchen. Revisorin Nicole Frick – in Zusammenarbeit mit Ruth Hälg – gab der Finanzchefin beste Noten, ebenso dem ganzen Vorstand, dessen unermüdliche Arbeit mit grossem Applaus gewürdigt wurde.

Neues Programm

Auch im neuen Vereinsjahr sind wieder interessante Anlässe geplant. In der Schererei Brändle in Mosnang kann gestaunt werden, wie aus einem simplen Stück Papier in den Händen von Jolanda Brändle faszinierende Bildergeschichten entstehen. Im Juni kann die Stadtpolizei St.Gallen besucht werden. Im August wird im Dunant-Museum Heiden Geschichte lebendig, gerade jetzt mit dem Krieg in nächster Nähe von besonderer Aktualität. Natürlich darf auch eine Reise, ein Filmnachmittag und der Spaghettiplausch nicht fehlen, ebenso wenig ein Adventsanlass.

Es lohnt sich, einen Blick in das von Käthi Immoos wie immer so „amächelig“ gestaltete Programmheft zu schauen. Auch auf der Webseite des Vereins – unter dem Dach der Kirchgemeinde Uzwil – sind alle Vorhaben aufgelistet.

Energiegeladener Auftritt des Gospelchors Oberbüren

Ein besonderer kultureller Leckerbissen gehört zu einer Frauenvereins-HV dazu. Diesmal füllte der Gospelchor Oberbüren die Bühne und begeisterte mit ganz unterschiedlichen Songs, wie immer professionell und variantenreich vorgetragen, von «Hofpianist» Christian Schneebeli mit viel Herzblut am Klavier unterstützt. Dabei durften auch einige rasante Tastensoli genossen werden. Man spürte sofort, wie sehr sich die Sängerinnen und Sänger auf den Pianisten verlassen können. Dirigentin Anja La Rocca – früher Gähwiler – ihrerseits führte mit eindeutigem Dirigat und viel Energie durch den Auftritt.

Der Chor sang zur Verblüffung der Mitglieder auch „Hemmige“, ein Lied des Berner Liedermachers – und Anwalts – Mani Matter, darauf hoffend, dass Hemmungen auch gewisse Staatschefs bremsen würden.. Die Chorleiterin hatte dieses bekannte Lied extra für den Chor arrangiert. Es wurde begeistert aufgenommen. Raphael Brühwiler trug mit seinen besinnlichen Worten zu den einzelnen Songs zu einer festlichen Stimmung bei. Der Chor hat das grosse Glück, stimmlich ziemlich ausgeglichen zu sein. Gerade Männerstimmen fehlen oft in Chören, nicht aber im Oberbürer Gospelchor. Es war ein Genuss! Mit einem feinen Dessert zu Kaffee oder Tee schloss der harmonische Abend.

Vorankündigung für die Agenda: Die nächste HV des Frauenvereins findet voraussichtlich am 16. Februar 2023 statt – man weiss ja nie...