Wenn Kinder und Jugendliche in Not sind, müssen sie schnellstmöglich eine erste telefonische Anlaufstelle erreichen können. Das Problem hierbei lag bis anhin, dass dies auf kantonaler Ebene, insbesondere nachts und an Wochenenden, nicht oder nur sehr erschwert möglich war. «Für Kinder, Jugendliche und Familien gibt es diverse Hilfsangebote im Kanton Thurgau. Doch, welches ist das Richtige? Was tun, ausserhalb der regulären Öffnungszeiten? Und an wen soll man sich überhaupt wenden»? Regierungsrat Urs Martin (Chef des kantonalen Departements für Finanzen und Soziales), ist sich dieser Problematik bewusst, so freut auch er sich, dass am 1. Juli die neue Helpline aufgestartet wird. Die Helpline bietet Kindern, Jugendlichen und Familien in problematischen Lebenssituationen rund um die Uhr eine niederschwellige, telefonische Unterstützung an. Es können sich aber auch involvierte Fachpersonen, etwa der Hausarzt, für Auskünfte an die Helpline wenden. Unter der Nummer 0848 21 21 21 werden zu jeder Tages- und Nachtzeit Fachpersonen erreichbar sein, die einerseits Ratschläge geben und auch schlicht als Gesprächspartner fungieren, andererseits sind sie dementsprechend instruiert, so, dass sie in Notfallsituationen entsprechende Massnahmen einleiten können.

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Links: Dino Michele Zanchelli, Bereichsleiter Pflege der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Clienia Littenheid AG. Rechts: Félicie Haueter, Ärztliche Leitung Abklärungs- und Aufnahmezentrum Münsterlingen / Spital Thurgau AG.


Pflegerisch – pädagogisch – sozial

Mit dieser Ausweitung an Erreichbarkeit macht der Kanton Thurgau einen Quantensprung und leistet Pionierarbeit. Tagsüber gibt es im Thurgau mit der Perspektive Thurgau, dem schulpsychologischen Dienst, der Benefo-Stiftung und weiteren Diensten, bereits niederschwellige Optionen für Hilfesuchenden. «Ausserhalb der Öffnungszeiten blieben Hilfesuchende aber oft auf sich alleine gestellt, oder wichen auf kostenintensive Notfallstrukturen aus. Es muss dahingehend nicht immer gleich ein Eintritt in eine Notfallstation oder eine Psychiatrische Klinik sein», sagt Dino Michele Zanchelli, Bereichsleiter Pflege der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Clienia Littenheid AG. Ängste abbauen, Tabuthemen ansprechen, Hilfe annehmen. Das alles wird durch die neue Helpline möglich sein. Pflegerisch, pädagogisch, sozial; die Helpline öffnet ganz neue Türen für junge Menschen die rasche und unkomplizierte Hilfe benötigen.

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Links: Regierungsrat Urs Martin (Chef des kantonalen Departements für Finanzen und Soziales). Rechts: Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule.


Wenn Zahnräder greifen

Die «Helpline Thurgau für Kinder, Jugendliche und Familien», entstand durch die Zusammenarbeit mehrere Institutionen. Realisiert wurde das Angebot durch die Clienia Littenheid AG und dem Abklärungs- und Aufnahmezentrum, AAZ, Münsterlingen, Spital Thurgau AG. Diese beiden werden auch für die durchgehende, telefonische Erreichbarkeit, sorgen. Doch stecken dahinter weitere «Zahnräder» die mithelfen, dass das Ganze von Beginn an funktioniert. Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, Félicie Haueter, Ärztliche Leitung Abklärungs- und Aufnahmezentrum Münsterlingen, Judith Hübscher-Stettler, Ressortleiterin Gesundheitsförderung, Prävention und Sucht im Amt für Gesundheit, Anna Hecken, wissenschaftliche Mitarbeiterin Gesundheitsförderung im Amt für Gesundheit, Dino Michele Zanchelli und weitere Exponenten, haben es geschafft, dass den Thurgauer Jugendlichen in Zukunft ein besonders wertvolles Angebot anerboten wird.