Ab Montag gilt in den Spitälern sowie Betagten- und Pflegeheimen des Kantons St. Gallen für Besuchende die 3G-Pflicht, wie der Kanton am Samstag in einem Communiqué informiert. Ausserdem fordere die Regierung verstärkte Kontrollen in der Gastronomie und übrigen Betrieben. Am Montag erfolge zudem eine Aussprache in der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, der GDK-Ost, um «möglichst einheitliche Massnahmen in der Ostschweiz zu definieren», wie es im Communiqué weiter heisst. Die wichtigste Massnahme bleibe die Steigerung der Impfquote, macht der Kanton klar. Die Zahlen aus dem Kanton St. Gallen zeigten deutlich, dass die Impfung zur Vermeidung von Hospitalisationen hoch wirksam ist.

Infektionen und Hospitalisationen steigen

Seit Mitte Oktober 2021 steigt im Kanton St. Gallen die Anzahl Neuinfektionen mit dem Coronavirus markant an, vor allem bei den jüngeren Altersgruppen. Die Grafik zeigt die Entwicklung vom 1. September letzten Jahres bis zum 25. November diesen Jahres. Auf der Website ist die Grafik interaktiv, man erfährt Details, wenn man bspw. über die Balken fährt. Man findet sie unten auf der Seite unter dem Stichwort Entwicklung. Der Kanton stellt zudem weitere Informationen zur Verfügung, etwa die Anzahl Fälle nach Wahlkreisen oder auch Zahlen zur Bettenbelegung.

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Übersicht über die Entwicklung der Ansteckungen im Kanton vom 1.9.20 bis 25.11.21 (Grafik: Kanton St. Gallen)


80 Prozent der Intensiv-Patienten nicht geimpft

Die Zahl der Hospitalisationen steigt zwar etwas verzögert, aber ebenfalls kontinuierlich an, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Im Unterschied zu den Neuinfektionen sind hier hauptsächlich die ältesten Bevölkerungsgruppen betroffen. Bei den Hospitalisationen zeigt sich auch deutlich, dass die Impfung wirkt: rund 80 Prozent der Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen sind nicht geimpft.

Hauptgrund für den Anstieg der Infektionen sie die viel ansteckendere und gefährlichere Deltavariante, schreibt der Kanton. Weitere Gründe für die Verschärfung der Lage seien die vergleichsweise tiefe Durchimpfung im Kanton St. Gallen und der vermehrte Aufenthalt in Innenräumen.

Sofortmassnahme: Besuche nur mit 3G

Als Sofortmassnahme habe die Regierung des Kantons St. Gallen beschlossen: «Für den Besuch in einem Spital oder einem Betagten- und Pflegeheim ist ab Montag neu ein Covid-Zertifikat nötig. Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher über 12 Jahre von Betagten- und Pflegeheimen sowie Mitarbeitende von Organisationen zur Hilfe und Pflege zu Hause müssen dabei Mund- und Nasenschutzmaske tragen.» Diese Massnahmen seien namentlich im Kanton Thurgau bereits umgesetzt.

Vermehrt Kontrollen in Betrieben und Gastronomie

Die geltenden Regeln in Betrieben und Gastronomie müssten zwingend eingehalten werden. Deshalb fordere die Regierung denn auch vermehrte Kontrollen. So habe der kantonale Führungsstab etwa dazu aufgerufen, die Kontrollen von Restaurationsbetrieben zu intensivieren.

Ostschweizer Kantone für Massnahmen

Die Ostschweizer Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden hätten die Situation gemeinsam analysiert und das weitere Vorgehen besprochen, ist aus dem Communiqué weiter zu erfahren. Auch wenn die coronabedingten Hospitalisationen weniger stark ansteigen würden als es die Fallzahlen täten, würden die Kantone weitere Massnahmen als erforderlich erachten. Ganz besonders, um die Zahl der Hospitalisationen einzudämmen. Die GDK-Ost werde sich denn auch am Montag über abgestimmte Massnahmen austauschen. Auf diesem Weg wolle man «möglichst einheitliche Massnahmen» sicherstellen, man werde im Laufe der kommenden Woche weiter informieren.

Impfen schützt

Zum Schluss macht der Kanton im Communiqué die Wichtigkeit es Impfens nochmal deutlich: «Für den weiteren Verlauf der Pandemie sind die Erstimpfungen entscheidend. Die Impfung ist der beste Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung, vor deren Übertragung und vor möglichen Langzeitfolgen.»

Vom «Booster», also einer dritten Impfung, profitieren insbesondere Personen über 65 Jahren. Der Kanton St. Gallen habe bereits über 27'000 Personen über 65 Jahre zum dritten Mal geimpft und rund 16'000 Personen hätten sich ausserdem dafür angemeldet. Ab sofort können sich im Kanton alle Personen, deren Impfung sechs Monate zurück liegt, für die Auffrischung anmelden.