Das Spital Wil dürfte am Freitagvormittag aufgeatmet haben, als bekannt wurde, dass aufgrund der epidemiologische Lage und zum Schutz der Patienten sowie des Gesundheitspersonals das St. Galler Gesundheitsamt ein Besuchsverbot in Spitälern und Kliniken beschlossen hat. Denn bereits am Dienstag (siehe Artikel unten) hat das Spital Wil verkündet, dass es ein generelles Besuchsverbot – wie während des Lockdowns – anstrebt. Das Besuchsverbot tritt am Samstag, 31. Oktober, in Kraft und gilt vorerst bis zum 16. Dezember. «Patientinnen und Patienten in Akutspitälern, psychiatrischen Kliniken und Reha-Kliniken dürfen während dieser Zeit keinen Besuch mehr empfangen», so das Gesundheitsdepartement. Weiterhin erlaubt seien Besuche bei Patientinnen und Patienten, die sich in einer ausserordentlichen Situation befinden: Dazu gehören zum Beispiel Eltern von Kindern im Spital, Partner von Gebärenden oder Besucher von palliativen Patientinnen und Patienten. «Ausnahmen werden von der Leitung der Institution bewilligt» wird in einer Medienmitteilung weiter erklärt.

Noch vor drei Tagen wurden im Spital Wil zwölf Patienten mit dem Coronavirus behandelt. Am Freitagmorgen ist es eine Person weniger. «Nach dem aktuellsten Stand von heute um 8.30 Uhr sind elf Personen mit bestätigter Coronavirus-Infektion im Spital Wil hospitalisiert», bestätigt Barbara Anderegg, Kommunikationsleiterin der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT). Damit sei das Spital Wil aktuell sehr stark ausgelastet. «Die Bettenstationen sind maximal ausgelastet, da wir nebst Personen mit einer Coronavirus-Infektion alle übrigen Patienten im üblichen Masse behandeln und betreuen», so Anderegg. Stark gefordert sei auch die Notfallstation. Nun stellt sich aber Frage, mit wie vielen Corona-Patienten das Spital Wil komplett ausgelastet wäre? «Auf diese Frage ist keine pauschale Antwort möglich», versucht Spital-Sprecherin Anderegg zu erklären. Im Wiler Stufenplan seien verschiedene Massnahmen vorgesehen, wie das Spital die Kapazitäten sicherstellen oder schrittweise erhöhen könne. So wäre beispielsweise ein Verzicht auf gewisse elektive Eingriffe eine Möglichkeit, mehr Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten zu schaffen. «An unsere Grenzen stossen wir letztlich, wenn unsere Bettenkapazität ausgeschöpft ist oder wenn zu viel Personal ausfällt, um den Betrieb noch in gewohntem Umfang aufrecht erhalten zu können», führt Anderegg weiter aus. 

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Spital Wil möchte Besuchsverbot – wenn alle anderen auch mitmachen (27.10.20)

Die stetig ansteigende Anzahl Covid-19-Neuinfektionen hat auch Auswirkungen auf die Spitäler. 110 Personen werden dieser Tage laut aktuellen Zahlen des Kantons in den St. Galler Krankenhäusern gepflegt. Im Spital Wil waren am Montag 12 Personen in Pflege, die am Covid-19-Virus erkrankt sind. Beatmungen gibt es in Wil keine, da keine Intensivstation zur Verfügung steht.

Nachdem die St. Galler Regierung am Sonntag die Bestimmungen für Besuche in Altersheimen verschärft hat und nur noch zwei Gäste pro Tag und Bewohner zulässig sind, stellt sich die Frage: Kommt eine ähnliche Regelung auch in den Spitälern? Bis jetzt sind Besuche grundsätzlich möglich. Seit Juni gibt es bei der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, zu welcher das Spital Wil gehört, aber Einschränkungen. Im Patientenzimmer dürfen sich maximal zwei Besucher gleichzeitig aufhalten und die Besuchsdauer ist auf 30 Minuten beschränkt. Besucher müssen in den Zimmern eine Schutzmaske tragen. Bei einem Aufenthalt von weniger als vier Tagen soll auf einen Besuch verzichtet werden.

Spitäler entscheiden

Doch im Spital Wil strebt man ein generelles Besuchsverbot an – wie in der Zeit von März bis Anfang Juni. «Die Entscheidungskompetenz für die Besucherregelung liegt seit Juni wieder bei den Spitälern. Da wir aber für eine einheitliche Regelung im ganzen Kanton sind, haben wir zusammen mit dem Kantonsspital St. Gallen die Prüfung eines Besuchsverbots im ganzen Kanton angeregt», sagt Barbara Anderegg, Sprecherin des Spital Wil. Bis zu einem Entscheid bleiben Besuche möglich, so die oben beschriebenen Regeln eingehalten werden. «Besuche in besonderen Patientensituationen werden aber auch bei einem Besuchsverbot immer möglich sein», sagt Barbara Anderegg.