In der Region Wil sind die Unterflurcontainer in den vergangenen Jahren fast schon flächendeckend in den Boden geschossen. Schon bald 1000 solcher grosser Abfall-Sammelbehälter sind mittlerweile errichtet worden – auch dank einer finanziellen Beteiligung in der Höhe von 10'000 Franken durch den Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid. (ZAB) pro Unterflurbehälter. Gut 400 weitere werden noch dazukommen in den nächsten Jahren. Bei der Stadt Wil hat man sich aber entschieden, auf diese Sammelstationen zu verzichten. Der Stadtrat sieht weder ökologisch noch finanziell einen Mehrwert, wie vergangene Woche bekannt wurde (siehe unten).

hallowil.ch hat den Puls gespürt und fragte seine Leser: «Den Abfall unterirdisch sammeln: Soll das in Wil Tatsache werden?» Nahezu eine Zwei-Drittel-Mehrheit spricht sich dafür aus, dass es diese Behälter in Wil nicht braucht – nämlich 219 von total 345 Personen, die sich bis am späten Montagnachmittag an der Umfrage beteilig haben. Die Umfrage ganz unten ist weiter offen.

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Keine unterirdischen Abfallstationen in Wil (23.1.)

Ganze 16 Millionen Franken stellt der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) innerhalb eines Jahrzehnts zur Verfügung, um den Grossraum Wil bis im Jahr 2026 flächendeckend mit Unterflurbehältern zu bestücken. Pro solche Anlage gibt es einen finanziellen Zuschuss von 10'000 Franken. Für jede Gemeinde hat der ZAB ein Konzept ausgearbeitet. Daraus lässt sich errechnen, dass in der Region 1600 solcher Behälter nötig wären.

Die Mehrzahl der Gemeinden ist mittlerweile an der Umsetzung – oder hat diese bereits abgeschlossen. 950 solcher Unterflurbehälter sind aktuell in Betrieb. Grossmehrheitlich wurde das Modell «halbversenkt» gewählt, bei welchem ein Teil der Anlage aus dem Boden herausragt. Unter anderem Zuzwil hat sich für das teurere Modell «vollversenkt» entscheiden, bei welchem der komplette Behälter im Boden zu liegen kommt.

Oftmals auf privatem Grund

Im Einzugsgebiet des ZAB ist nun Wil die erste Gemeinde, welche auf die flächendeckende Errichtung solcher Unterflurcontainer verzichtet. Dieser Entscheid ist das Ergebnis einer Analyse, welche eine externe Firma im Auftrag der Stadt gemacht hat. Daraus geht hervor, dass auf städtischem Gebiet knapp 200 Unterflurbehälter errichtet werden müssten. «Gemäss der Studie könnte in den nächsten acht Jahren nur rund ein Drittel der Behälter mit überschaubarem Aufwand errichtet werden. Bei allen anderen würde es komplizierter», sagt der zuständige Stadtrat Daniel Stutz. Hintergrund: Knapp 170 Standorte sind auf privatem Grund. Ein Landbesitzer müsste also Eigentum abtreten. Dazu kommen städtebauliche Aspekte. So ist es zum Beispiel in der Altstadt anspruchsvoll, Standorte für diese unterirdischen Anlagen zu finden, ohne das Ortsbild abzuwerten. Die Gesamtkosten für die Wiler Unterflurbehälter sind in der Studie mit drei Millionen Franken veranschlagt worden, wobei die ZAB-Zuschüsse bereits verrechnet sind.

Im Video begründet Stadtrat Daniel Stutz den Entscheid:

 

Die Stadt hat auch eine teilweise Umsetzung des Konzeptes in Betracht gezogen – und dann verworfen. Diese erzeuge statt Einsparungen einen Mehraufwand bei der Sammlung, weil parallel zwei Sammelsysteme aufrechterhalten werden müssten. Kommt dazu, dass im vorliegenden Konzept nur der Hausmüll berücksichtigt wird. Andere Abfälle wie etwa Altglas müssten weiterhin zu einer Sammelstation gebracht werden.

Gossau setzt auf Unterflurcontainer

Und wie sieht der Blick über den Tellerrand aus? Ganz grundsätzlich tun sich grosse Städte schwerer, auf Unterflur umzusteigen. Das vergleichbare Gossau hat sich allerdings dazu entscheiden, den Abfall künftig unterirdisch zwischenzulagern und setzt das Konzept nun um.

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