Seit 1994 läuft ein dreistufiger Rennovations-Vorgang beim Hof zu Wil, der seit 1978 unter Bundesschutz steht. Während der ersten grossen Rennovationsetappe in den 1990er-Jahren ist das erste Obergeschoss mit Schwerpunkt Gastronomie erneuert worden. Im Untergeschoss wurden der Gewölbekeller und die angrenzenden Räumlichkeiten für Veranstaltungen sowie die Hofinfrastruktur bereit gemacht. Die zweite Bauetappe, welche gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts stattfand, konzentrierte sich auf die ehemalige Pfisterei, wo die Stadtbibliothek eingerichtet wurde. Zudem wurde im ehemaligen Wehr und Wohnturm die neue Vertikalerschliessung eingebaut. Diese führt vom Gewölbekeller bis in den Dachstock.

Der Hof zu Wil steht mit der anstehenden dritten Erneuerungsetappe vor dem Abschluss der Gesamtrenovation. Der Schwerpunkt der Massnahmen liegt im zweiten und dritten Obergeschoss sowie im Dachstock des Hofs. Zudem steht das Haus «Roter Gatter» vor einer Gesamtrenovation. Die Gesamtkosten dafür dürften sich laut ersten Schätzungen auf rund 24 Millionen Franken belaufen.

Volksabstimmung nötig

Vorerst geht es aber darum, ein Detailprojekt auszuarbeiten, was dieses Jahr erfolgen soll. Dieses ist mit 1,83 Millionen Franken veranschlagt. Der Kanton St. Gallen hat eine Beteiligung via Lotteriefonds in der Höhe von 450'000 Franken in Aussicht gestellt. Die Stiftung «Hof zu Wil» will 690'000 Franken sprechen. Somit bleiben für die öffentliche Hand ebenfalls 690'000 Franken. Über diesen Betrag hat das Stadtparlament zu befinden – wohl an der nächsten Sitzung am 7. Februar. Dabei scheint es keine Opposition zu geben. Die Vorberatende Kommission unter dem Vorsitz von SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi stimmt dem Antrag des Stadtrates, 690'000 Franken freizugeben, mit 7:0-Stimmen zu.

Wenn das Stadtparlament grünes Licht gibt, ist es aber immer noch ein weiter Weg, bis die Sanierung startet. Liegen Detailpläne dereinst vor, werden sie vom St. Galler Kantonsrat beraten. Voraussichtlich im ersten Quartal 2021 ist in Wil eine Volksabstimmung geplant, bei welcher über den Baukredit befunden wird. Läuft alles glatt, startet der letzte Sanierungs-Abschnitt im Herbst 2021.