Herr Hüssy, weshalb sollte man aus Ihrer Sicht der SVP-Initiative «30 Minuten-Gratisparkieren» zustimmen, welche Vorteile bringt sie dem Wiler Gewerbe und der Bevölkerung? 
In sämtlichen umliegenden Gemeinden sind die Parkplätze vor Geschäften, Einkaufszentren kostenlos. Das bedeutet doch, dass viele von Wil auswärts die Einkäufe erledigen. Warum? Es ist bequem und muss sich nicht darum bemühen einen Parkplatz zu bezahlen. Mit 30 Minuten kostenlosem parkieren wird die Stadt als Einkaufs- und Verweilort attraktiver und statt das die Leute in andere Gemeinden fahren, werden die Einkäufe hier erledigt. Oder es werden wieder vermehrt unsere Restaurants besucht. Es ist ein sehr einfacher Weg die Stadt attraktiver zu gestalten und mehr Leute in die Innenstadt zu bewegen, womit es lebendiger wird. Man soll die Autos nicht aus der Stadt verbannen, weil diese suchen sich dann andere Orte wo man bequem einkaufen kann.

Post inside
Stadtparlamentarier Andreas Hüssy (SVP) wirbt für die Initiative «30 Minuten-Gratisparkieren». (Foto: zVg) 

Ein überparteiliches Komitee wirbt für den Gegenvorschlag, weshalb finden Sie, der Stadtfonds sei der falsche Weg? 
Der Gegenvorschlag ist nicht das, was er gemäss dem Titel sein soll. Ums parkieren geht es nur am Rande. Es wird ein ungeheures Bürokratie-Monster das ausser abschreckender Wirkung nicht viel bringen wird. Es geht um Klima und um Digitalisierung. Wie kann man so etwas Gegenvorschlag nennen? Man muss ein Projekt beantragen, das wird geprüft, weiter geprüft und bis es vielleicht einmal umgesetzt wird hat man x-tausend Franken für Experten und Berater bezahlt ohne dass es der Stadt wirklich etwas gebracht hätte.

Post inside
Der Stadtfonds soll zur Belebung der Innenstadt beitragen. (Archivfoto: Adrian Zeller) 

Frau Luginbühl, weshalb sollte man aus Ihrer Sicht dem Gegenvorschlag zur SVP-Initiative «30 Minuten-Gratisparkieren» zustimmen, welche Vorteile bringt er dem Wiler Gewerbe und der Bevölkerung? 
Mit dem Geld aus dem Stadtfonds, das durch den Gegenvorschlag zur Verfügung gestellt wird, kann das Wiler Gewerbe Ideen für eine sichtbare und wirkungsvolle Standortattraktivität einbringen. Die 200'000 CHF können vom lokalen Gewerbe und den Restaurants zielgerichtet eingesetzt werden. Es gibt bereits verschiedene Umsetzungsideen, wie der Vergünstigung von Wiler Einkaufsgutscheinen oder einem Kinderhort für Einkaufende und viele weitere Ideen werden folgen. Wil hat jetzt schon als Einkaufsort etwas zu bieten und soll weiterhin attraktiv bleiben. Mit dem Stadtfonds können Ideen realisiert werden, die andere Orte nicht bieten.

Post inside
Stadtparlamentarierin Dora Luginbühl (SP) argumentiert zugunsten des Stadtfonds. (Foto: zVg) 

Die SVP will mit der Initiative «30 Minuten-Gratisparkieren» das Gewerbe unterstützen, weshalb finden Sie, dies sei der falsche Weg? 
Sehr viel Geld verpufft in der Luft vor allem an Menschen ausserhalb von Wil. Kaum jemand wird wegen der eingesparten 80 Rappen mehr einkaufen oder ausgiebiger in einem Restaurant konsumieren. Zusammen gezählt über das Jahr verliert die Stadt aber sehr viel Geld, das grad aktuell sehr dringend benötigt wird. Wenn darum in der Stadt nachher überall bei Bildung, Kultur und Sport noch mehr gespart werden muss, kann dies nicht im Interesse der Wiler Bevölkerung sein, letztlich auch nicht im Interesse des lokalen Gewerbes. Das hier so benötigte Geld wird ohne Wirkung in Kleinstbeträgen auf sehr viele Autofahrer und Autofahrerinnen verteilt. Wo bleibt die Wertschätzung für Kundinnen, die mit Bus, Zug oder zu Fuss einkaufen gehen?

Die Leserinnen und Leser von hallowil.ch können bereits jetzt ihre Meinung zu den Abstimmungsvorschlägen abgeben.