Alle zwei Jahre gibt es bei der Arbeitgebervereinigung Region Wil einen neuen Präsidenten. So sehen es die Statuten vor. Und daran wurde auch dieses Mal nicht gerüttelt – obwohl die Situation eine aussergewöhnliche war. Eigentlich hätte Vorstandsmitglied Markus Wagner von der Aluwag AG in Niederbüren den Vorsitz übernehmen sollen. Doch davon musste er kurzfristig Abstand nehmen – aus gesundheitlichen Gründen.

Es gab nun zwei Möglichkeiten. Eine war, dass Noch-Präsident Markus Fust zwei weitere Jahre anhängt. Das kam für ihn aber – auch abgesehen der Statuten – nicht in Frage, da er sich vollumfänglich seiner Schreinerei widmen möchte. Also musste ein Vorstandsmitglied übernehmen. Es kam nur Peter Breitenmoser in Frage, obwohl dieser erst vor Jahresfrist in den Vorstand gewählt worden war. «Noch vor einer Woche hätte ich mir nie und nimmer vorstellen können, das Präsidium zu übernehmen», sagte er kurz nach seiner Wahl im Rahmen der Generalversammlung des AGV Region Wil am Dienstagabend im Hof zu Wil. Breitenmoser ist Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident der Schmolz + Bickenbach Stahlcenter AG in Bronschhofen.

Vorstand aufgestockt

Im Gewölbekeller wurden noch weitere Mutationen im AGV-Vorstand vollzogen. Bruno Jäger trat nach acht Jahren aus dem Führungsgremium zurück. Er hatte zwischen 2015 und 2017 auch das Präsidium des AGV Region Wil inne. «Er ist einer, der auch mal Klartext gesprochen hat. Und ein Ur-Wiler», würdige Markus Fust den scheidenden Bruno Jäger. Gleich zwei neuen Vorstandsmitglieder wurden gewählt. Zum einen Georg Leppla, Geschäftsleitungsmitglied von Stihl Kettenwerk mit Hauptsitz in Wil. Zum anderen Marc Züllig, CEO der IGP Pulvertechnik AG in Stelz bei Wil. Diese Aufstockung auf acht Vorstandsmitglieder wurde vorgenommen, weil bei der nächsten Generalversammlung in einem Jahr zwei Austritte bevorstehen.

Post inside
Bruno Jäger (links) wurde nach acht Jahren im AGV-Vorstand von Noch-Präsident Markus Fust aus dem Führungsgremium verabschiedet.

Im seinem zweiten und letzten Jahresrückblick kam Markus Fust auch auf da0s Thema Klimawandel zu sprechen. Man habe nur eine Welt, auf die es sorge zu tragen gelte. «Die jungen Leute, welche auf die Strasse gehen, werden belächelt. Aber wir sollten sie ernst nehmen», sagte Fust. Er warnte aber auch vor voreiligen Schlüssen, wie sie dannzumal nach dem Reaktor-Unglück von Fukushima gezogen worden seien. «Es wurden undurchdacht AKW vom Netz genommen, ohne eine bessere Lösung zu haben», sagte Fust.

«Müssen über Erhöhung des Rentenalters nachdenken»

Ferner machte Fust Werbung für den geplanten Autobahnanschluss im Westen der Stadt Wil, «weil dieser viele Verkehrsprobleme löst und das Zentrum entlastet». So würde es für Geschäfte wieder attraktiver, weil man ohne Verkehrsprobleme ins Stadtzentrum gelangen könne. Das wiederum schaffe Arbeitsplätze, was der Grundpfeiler der Sozialen Wohlfahrt sei.

Und dann liess Fust mit der Aussage aufhorchen, dass man sich eine Erhöhung des Rentenalters überlegen müsse. hallowil.ch hat nachgefragt:

 
Im Video begründet Markus Fust, warum eine schrittweise Anpassung des Rentenalters für ihn durchaus in Frage kommt.