Herr Frei, wie geht’s Ihrer Mannschaft? Sind die Spieler fit?

Die Spieler sind noch müde von der Vorbereitung. Aber das wird sich legen bis Sonntag. Wir werden jetzt die Intensität des Trainings etwas runterfahren, so dass die Spieler im Vaduz-Match spritzig sind. Die Trainingseinheiten bis zum Wochenende werden kurz sein, jeweils nicht länger als etwa eine Stunde.

In den letzten beiden Testspielen gab es einen Sieg gegen Brühl und eine Niederlage in Luzern. Wie bewerten Sie diese Leistungen?

Die Resultate haben für mich nicht Priorität. In erster Linie geht es in solchen Partien um Spielpraxis und Spielrhythmus. Die Spieler sollen fit werden für 90-Minuten-Einsätze in der Challenge-League.

Wurden gegen Brühl und Luzern nicht zu viele Torchancen ausgelassen?

Ja, wir kreieren sehr viel Chancen, aber wir nutzen sie noch zu wenig. Es fehlt oft der Killerinstinkt vor dem Tor. Wir brauchen da noch etwas Zeit. Ich bin auch nicht sicher, ob man den Killerinstinkt lernen kann. Ich glaube eher, man hat diese Fähigkeit, oder man hat sie nicht. Aber wir versuchen alles, um Tormöglichkeiten zu erarbeiten; mit spielerischen Mitteln, mit Ideen, mit Hilfe der Kreativität der Spieler.

Belastet die Spieler die Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel?

Nein, diese Niederlage gegen Luzern hat keinen psychologischen Effekt auf die Mannschaft. Die Spieler wissen, dass sie in der ersten Halbzeit gute Chancen zum Ausgleich hatten oder sogar die 2:1-Führung möglich war. Insofern war das Spiel sehr zufriedenstellend.

Gegen Luzern hat ihre Mannschaft auch nach dem Rückstand den Kopf nicht hängen lassen und weiter die Offensive gesucht. Darf man diese Einstellung auch gegen Vaduz erwarten?

Wir wollen grundsätzlich immer nach vorne spielen. Wir wollen agieren, nicht reagieren, einen dominanten Fussball spielen. Oft gelingt das, manchmal gelingt das nicht. Zudem braucht jeder einzelne Spieler eine überragende Tagesform, um mehr als nur konkurrenzfähig zu sein in der Challenge League und in den Tests gegen Super League-Clubs. Am wichtigsten ist der mentale Aspekt. Die Jungs haben die richtige Mentalität, die es im Profifussball braucht. Man hat gar keine Zeit, Gegentoren lange nachzutrauern. Die Jungs wissen, worum es geht. Bis zum Abpfiff ist jeder in der Pflicht, das Bestmögliche zu geben.

Vaduz hat in den letzten beiden Testspielen jeweils Unentschieden gespielt: 1:1 gegen den SC Freiburg und 0:0 gegen den FC Zürich. Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken der Liechtensteiner?

Der FC Vaduz hat eine sehr kompakte Defensive und eine gewisse Portion Schlitzohrigkeit. Im Super League Jahr haben sie viel an Erfahrung gewonnen. Sie sind auch sehr stark im Ballgewinn und sehr gut auf stehende Bälle.

Haben Sie sich schon entschieden, wer gegen Vaduz im Tor steht? Marvin Keller oder Nils de Mol?

Die Entscheidung habe ich noch nicht getroffen. Ich fälle sie einen Tag vor dem Vaduz-Spiel, in Absprache mit meinem Trainerstab.