An der Spitze des Bezirksgerichts Münchwilen dürfte sich bei den Erneuerungswahlen am 9. Februar nichts ändern, da Gerichtspräsident Alex Frei wieder antritt, ohne einen Gegenkandidaten zu haben. Die beiden bisherigen Berufsrichter Nina Schüler-Widmer und Cornel Inauen kandidieren ebenfalls erneut und dürften die Wiederwahl schaffen, da es auch hier keine Gegenkandidaturen gibt. Trotzdem kommt es womöglich zu einem zweiten Wahlgang. Denn Inauen kandidiert auch für das Thurgauer Obergericht. Wird er dort gewählt, braucht es in Münchwilen einen neuen Berufsrichter.

Spannend wird es bei den nebenamtlichen Bezirksrichtern, wo sieben Personen für vier freie Plätze kandidieren. Einer der Neuen ist der Wallenwiler Alexander Sigg, der seit 2015 in Eschlikon Gemeinderat ist, vor knapp einem Jahr für eine zweite Legislatur wiedergewählt wurde, in der Eschliker Exekutive das Ressort Hochbau betreut und auch Baukommissionspräsident ist. In diesem Frühjahr tritt Sigg gleich doppelt an. Am 15. März will er für die GLP den Sprung in den Grossrat schaffen, wozu wohl ein Sitzgewinn angestrebt wird. Ausser Alexander Sigg treten der bisherige Hinterthurgauer GLP-Kantonsrat Robert Meyer und der Aadorfer Michael Haldemann neben weiteren 13 Kandidaten für die GLP an.

Fachkompetenz und Erfahrung einbringen

Im Fokus steht aber vorderhand die Kandidatur für das Bezirksrichteramt. «Zwar bin ich kein Jurist, habe aber als Immobilien-Treuhänder immer wieder Rechtsfälle. Das ZGB und das OR kenne ich also schon fast in- und auswendig», sagt Alexander Sigg, der Geschäftsführer und Inhaber der Immovida Immo-Management AG in Wil ist. Es handelt sich um ein KMU mit sieben Mitarbeitenden, welches er im Jahr 2017 gegründet hat.

Und was ist der Beweggrund, Bezirksrichter zu werden? «Ich möchte mich für den Rechtsstaat und die Menschen im Bezirk Münchwilen einsetzen und so der Gesellschaft etwas zurückgeben. Als selbständiger Unternehmer ist es mir möglich, meine Zeit einzuteilen und die nötigen Ressourcen für die neue Tätigkeit zu schaffen», sagt Sigg. Und weiter: «Ich könnte meine Fachkompetenz und Erfahrung einbringen und einen Mehrwert liefern.»

Ein Pragmatiker, der Anreize schaffen will

An diesem Bezirksrichteramt reizt Alexander Sigg, dass explizit kein Jurist gesucht wird. «So kann ich einen Fall von einer anderen Seite beleuchten. Ich trete nicht als Jurist auf, sondern bin jemand aus dem Leben», sagt Alexander Sigg. Er ist überzeugt, dass ein Entscheid immer so gut ist, wie man ihn begründet. Was in der Geschäftswelt gelte, könne auch auf das Amt des Bezirksrichters übertragen werden. «Für mich sind Werte wie Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit, Rechtsgleichheit für alle, Respekt und würdevoller Umgang miteinander zentral», sagt der Wallenwiler. Er selbst bezeichnet sich als Pragmatiker. So gehe es jeweils darum, einen Einzelfall zu bewerten, ohne die eigene Linie zu verlieren.

Weiter von Bedeutung ist dem verheirateten Vater zweier schulpflichtiger Töchter ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen. «Es gibt nur diesen einen Planeten. Ihm müssen wir Sorge tragen. Ich will meinen Kindern eine intakte Natur und Umwelt hinterlassen. Dies soll gelingen, ohne allzu viele Regulatorien zu schaffen, dafür mit umso mehr Anreizen», sagt Sigg.