Kennen Sie das, wenn es nachts plötzlich so klingt, als würden neben Ihnen ganz Wälder zersägt? Wer schnarcht, merkt davon oft nichts und schläft friedlich weiter. Wer daneben liegt, merkt davon oft sehr viel und fragt sich vielleicht, ob es mit dem Verzicht auf das eine Glas Bier vor dem Schlafengehen weniger schlimm wäre. Markus Rütti, Chefarzt Medizin des Spital Wil, erklärt auf Anfrage: «Das Schnarchen entsteht durch eine Vibration von Weichteilstrukturen an Engstellen des oberen Atemweges während des Schlafens.» Das Schnarchen selbst stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar, gehe es jedoch mit Atemaussetzern einher, so könne es ein Hinweis auf ein «obstruktives Schlafapnoe-Syndrom» sein. Diese Schlafapnoe wiederum sei verbunden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Schlafapnoe bedeutet, dass der Tiefschlaf öfters unterbrochen wird und die Erholung darunter stark leidet. Dies erhöht zudem die Schläfrigkeit am Tag und die Risiken etwa im Strassenverkehr.

Risikofaktoren und Nasezuhalten

Risikofaktoren für das Schnarchen sind gemäss Markus Rütti: «Nikotinkonsum, erhöhtes Körpergewicht, Nasenatmungsbehinderung, Hyperplasie des Weichgaumens, Alkoholkonsum.» Häuft sich das Schnarchen also während der Festtage? Markus Rütti geht nicht davon aus, dass die Kontaktaufnahmen wegen Schnarchens bei Ärzten oder gar in der Notaufnahme während dieser Tage häufiger würden. Dennoch sagt er, man könne selbst etwas gegen das Schnarchen tun, und zwar: «Allgemeine Verhaltensänderungen, wie ein Rauchstopp, die Vermeidung von Schlafmitteln, das Vermeiden abendlicher Alkoholeinnahme, sowie die Einhaltung eines stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus mit entsprechender Schlafhygiene.» Von Tricks wie dem Nasezuhalten hält er indes nicht viel, damit könne das Schnarchen höchstens vorübergehend unterbrochen werden.

Medizinisch etwas gegen das Schnarchen zu unternehmen empfiehlt er, sobald seitens der Betroffenen ein Therapiewunsch entstünde. «So empfehle ich, den Hausarzt aufzusuchen und das weitere Vorgehen mit ihm zu besprechen. Gegebenenfalls ist dann auch eine Überweisung an einen Spezialisten nötig.» Das Spital Wil verfüge allerdings über kein schlafmedizinisches Angebot, so dass dort keine spezifischen Therapien oder Hilfsmittel angeboten würden. Gegebenenfalls könne das Personal aber bei allgemeinen Verhaltensänderungen die nötige Unterstützung bieten, so zum Beispiel medizinische Trainingstherapie oder Rauchentwöhnung.