Am vergangenen Donnerstagabend stand die Generalversammlung des Männervereins ganz im Zeichen des Abschieds. Nach 39 Jahren Vorstandsmitarbeit gab Paul Stahel seinen Rücktritt bekannt. Es wird gar gemunkelt, dass es ohne Paul Stahel den Männerverein in seiner heutigen bestehenden Form gar nicht mehr gäbe. Definitiv muss man seinesgleichen suchen, wenn man das Wirken des 82-jährigen Sympathieträgers genauer unter die Lupe nimmt. Seit 1979 arbeitete er unermüdlich für „seinen“ Männerverein. Organisierte, plante und führte aus. Und dies nicht nur als Sekretär, sondern auch als Kassier. Er habe stets Freude an seiner Arbeit gehabt, betonte er bei seiner Verabschiedung. «Ich habe auch immer gerne und voller Tatendrang organisiert. Und wenn ein Verein jedes Jahr neue Mitglieder aufnehmen kann, macht es umso grösseren Spass.»

Seine Augen glänzen, wenn er vom Männerverein spricht. «Es war nie nur ein Hobby – es war vielmehr ein Lebensinhalt für mich.» Unzählige Freundschaften habe er geschlossen, vier Präsidenten erlebt und an vielen weiteren Höhepunkten war er Teil eines funktionierenden Ganzen.

Der Briefmarkenkönig
In seinen fast vier Jahrzehnten als Sekretär, begleitete Paul Stahel, bei dem schon in jungen Jahren die Diagnose Kinderlähmung gestellt wurde, über 270 Anlässe. Dass die Einladungen bis vor wenigen Jahren noch per Briefpost versendet wurden, veranlasste ihn zum Aufkleben von über 68'000 Briefmarken. Hierfür hatte er – wie es bei fast allen erfolgreichen Männern der Fall ist – eine starke Frau im Hintergrund. Seine Ehefrau Paula, mit der er seit 61 Jahren glücklich verheiratet ist, unterstützte ihn fortwährend. Als sein Nachfolger wurde von den rund 70 Stimmberechtigten Gerry Fässler gewählt. Auch er übernimmt das Amt des Sekretärs und des Kassiers. Zudem trat auch Revisor Paul Schelbert zurück. Er wird ersetzt durch Franz Bischof und Alfons Scherrer.

Interessantes aus dem Bezirksgericht
Der Männerverein Sirnach, der 1880 gegründet wurde sieht sich seit Jahren einem gesunden Wachstum gegenüber. Zählte der Verein im Jahr 1990 noch 190 Mitglieder, so sind es bis heute deren 264. Der Zweck dieser Gemeinschaft gilt nach wie vor dem Zusammenschluss von Männern zur Förderung des kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens in Sirnach.

Immer wieder gelingt es den Verantwortlichen, um Vereinspräsident Matthias Erne (Auslandaufenthalt, Versammlung leitete Vizepräsident Heiri Keller), namhafte Referenten zu engagieren. In diesem Fall war dies Alex Frei. Der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Münchwilen hatte einige interessante Geschichten aus seiner über 30-jährigen Tätigkeit als Richter mit dabei...die Meisten regten zum Schmunzeln an.