Fotografiert wird heutzutage alles und jedes von allen und von jedem. Kunstvolle Schnappschüsse sind deshalb keine Seltenheit. Foto-Kunst und Fotokunst-Ausstellungen dagegen schon eher. Dazu brauche es mehr als eine gute Kamera, betonte Dora Hadorn, die Präsidentin der Uzwiler Kulturkommission. Vor allem seien ein geschärftes und geschultes Auge und viel technisches Wissen nötig, so wie dies Joanna Moehr zu eigen sei. In einer ersten Schaffensphase habe die Fotografin sehr kontrolliert gearbeitet, war von der Laudatorin Anja Nützi zu erfahren. In einer zweiten Phase habe sie dann dem Zufall mehr Platz gegeben, wobei emotionale, auf das Wesentliche konzentrierte Bilder, meist in Schwarz-Weiss, entstanden seien.Mit der folgenden Beschreibung ihrer Passion auf ihrer Homepage gibt Joanna Moehr ihren Arbeiten einen klaren Rahmen: «Ich liebe die ursprüngliche Kraft der Natur und einsame, archaische Landschaften. Wenn der Wind pfeift, die Wellen hoch schlagen und die Wolken dunkler und dunkler werden, bin ich am liebsten draussen unterwegs, um die verborgene Schönheit der Natur mit meiner Kamera einzufangen. Daneben fasziniert mich der Blick aufs Detail, egal ob in der Natur oder auf den Strassen.»

Von der Berglandschaft geprägt
Ihre Liebe zur Natur schreibt Joanna Moehr der Inspiration durch die Appenzeller Berglandschaft zu. Sie ist im ausserrhodischen Mittelland aufgewachsen. Zum Fotografieren kam sie erst nach mehrjähriger Tätigkeit als kaufmännische Angestellte. Heute lebt sie in St. Gallen und arbeitet neben ihrer künstlerischen Tätigkeit auch als Auftragsfotografin.

Kontraste zwischen Natur und Technik
Die Ausstellung in der alten Bank zeigt Fotografien, die grösstenteils in den letzten zwei Jahren entstanden sind. Damit also aus jener Zeit, in welcher die Fotografin viel gereist ist und nicht mehr die unberührte Landschaft und das perfekte Bild gesucht hat. Jetzt interessierte sie vor allem das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur sowie zwischen Natur und Technik. Es entstanden zur Hauptsache schwarz-weisse Bilder. Allerdings fotografiere Joanna Moehr in Farbe, sie benütze keine Schwarz-Weiss-Kamera, führte Anja Nützi aus. Aber sie fotografiere im Raw-Format, also mit einem speziellen System, mit welchem im Nachhinein die Farben verändert oder auch entzogen werden könnten.

Der besondere Blick
Solche Schwarz-Weiss-Bilder, Bilder mit reinen Konturen, ohne Schatten, verlangten den besonderen Blick. Vor ihrem inneren Auge sehe die Fotografin das farbige Originalbild bereits in Schwarz-Weiss. Also auf das Besondere und das Wesentliche konzentriert. Dabei spiele, wie Anja Nützi ausführte, auch der Bildausschnitt eine wichtige Rolle. Darin komme auch die Wertschätzung den alltäglichen und oft unbeachteten Dingen gegenüber zum Ausdruck.

Entstanden und in der Ausstellung zu sehen sind Momentaufnahmen von Alltagssituationen und von den Strassen Europas, aber auch einzigartige Ausschnitte aus der Natur.

Öffnungszeiten
Die Ausstellung in der alten Bank ist bis und mit Sonntag, 18. Februar jeweils donnerstags 18.00 - 20.00 Uhr, samstags 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr sowie sonntags 14.00 - 17.00 Uhr geöffnet.