Jedes Jahr im Frühsommer meistern die rund 500 Tiere ‒ darunter rund 200 Milchkühe und 300 Rinder und Kälber ‒ einen besonders steilen Aufstieg, der stellenweise aufgrund des felsigen Untergrunds eher eine Kletterpartie gleicht. Doch nicht nur deswegen gilt der Alpaufzug auf die Engstligenalp im Berner Oberland als einer der spektakulärsten der Schweiz ‒ denn der Aufstieg führt vorbei an den beeindruckenden Engstligenfällen.

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Zahlreiche Menschen sind zusammen mit den Tieren auf die Engstligenalp gelaufen.


Kletterpartie für Mensch und Tier

Die Kühe, ein Stier, zwei Esel und Ziegen benötigen etwas über eine Stunde, um den felsigen und teilweise steil abfallenden Pfad zur grössten Hochebene der Schweiz zu erklimmen. Doch die Tiere und ihre Sennen sind erfahren genug, um die schmalen Wege sicher zu bezwingen. Schwache und alte Tiere durften sich auf die moderne Transportbahn freuen, die sie bequem auf die Engstligenalp beförderte. Nun da die Tiere in ihrer Sommerresidenz angekommen sind, warten saftige Wiesen und fruchtbare Böden, die sie die kommenden Wochen geniessen können. Und zwar ganz ohne Zaun. Das bedeutet auch, dass man auf der Engstligenalp von Alpkäserei zu Alpkäserei wandern kann, wo feinste Sorten Bergkäse und Getränke warten. Im Berner Oberland werden nämlich jedes Jahr rund 1’200 Tonnen Käse produziert, wozu die Adelbodner Kühe einen wesentlichen Beitrag leisten.

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Die Kuh hat einen Melkstuhl auf dem Kopf, dies ist eine Tradition. 

Zahlreiche Schaulustige beim diesjährigen Alpaufzug

In den vergangenen Jahren durfte der Alpaufzug, anders als gewohnt, nicht als öffentliche Veranstaltung durchgeführt werden. Das ändert sich dieses Jahr endlich wieder und rund 900 Zuschauer:innen liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und feuerten die Kühe und ihre Sennen beim spektakulären Alpaufzug kräftig an. “Wir freuen uns sehr, dass so viele interessierte Menschen diese jahrhunderte alte Tradition wieder gemeinsam mit uns geniessen konnten“, so Dominik Honegger, Geschäftsführer der Bergbahnen Engstligenalp AG. Und die Plätze in der ersten Seilbahn um 5.00 Uhr in der Früh waren begehrt: “Sowohl unser Berghotel, als auch die Plätze bei unserem Alpaufzug-Älplerbrunch, waren komplett ausgebucht”. Als die Tiere nacheinander die Hochebene erreichten, wurden sie somit bereits von Alphornklängen und dem Applaus der zahlreichen Schaulustigen begrüsst. Bevor die Kühe im September wieder ins Tal absteigen, geniessen sie nun ihre Alpzeit und freuen sie sich auf jeden Besuch, der diesen Sommer die Engstligenalp entdeckt.