Wer am Donnerstag, kurz nach 18 Uhr, von Wil mit dem Auto Richtung Kirchberg fuhr, erlebte ein interessantes «Phänomen». Wo normalerweise St. Galler-Autonummern dominieren, schliesslich pendeln zu dieser Tageszeit viele Menschen von der Arbeit zurück nach Hause ins Toggenburg, dominierten für einmal ausserkantonale Autoschilder. Ganz viele Thurgauer waren zu sehen, aber auch viele Autos mit Berner-, Aargauer-, Zürich- und Baselbiet-Nummern wälzten sich zuerst durch den Abendverkehr in Rickenbach und dann den Berg hoch. Sie alle hatten ein Ziel: das Kirchberger Traditionsgasthaus Rössli. Denn dorthin hatte der Alpenland Sepp, wie der Rothenhausener Unterhalter und Volksmusiker Sepp Silberberger mit Künstlernamen heisst, eingeladen, um die Plattentaufe seines ersten Solo-Albums «So bin I», zu feiern. Dies bei einem feinen Menü und, vor allem, mit einem Unterhaltungsteil, für den der Alpenland Sepp selbstredend selbst sorgte.

In Bestform vor begeisterten Fans

Mit Witzen und eingängigen, unbeschwerten Melodien hatte er sein Publikum gleich in der Tasche. Mal waren es gesungene Liebeserklärungen wie «Den schönsten Traum verdank i dir», mal an die eigene Vergänglichkeit mahnende, sehnsüchtige Balladen wie das autobiografische «Grosseltern sein, was für ein Glück», welche die Fans dahinschmelzen liessen. «Unsere Männer haben heute das Essen im Kühlschrank vorgefunden, denn so einen Abend konnten und wollten wir uns nicht entgehen lassen», erklärt Elsbeth Kopp, die mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus Bern angereist war. Und ihre Tischnachbarin, Marlis Zurbuchen aus Ittingen, ihres Zeichens seit 35 Jahren Präsidentin des Fanclubs «Sepp & Co», stimmte zu: «Wir hätten uns um nichts in der Welt diesen Abend nehmen lassen.»

«Beim Sepp ist es immer lustig»

Das sind Worte, die der Alpenland Sepp am Abend des Öfteren zu hören bekommt – und sie gehen ihm runter wie Öl: «Diese Dankbarkeit und eure Treue mir und meiner Musik gegenüber – das ist einfach wunderbar», bedankte er sich artig – und legte gleich noch einen Zacken zu, denn bei Stimmungsliedern wie «Ein Tiroler bei den Toreros» oder dem geradezu programmatischen «Feiern bis die Hölle friert» kommt in der gediegenen Gaststube auf einmal Partyzelt-Stimmung auf, wurde doch geklatscht und die Hände gingen zum Himmel – nur auf den schön gedeckten Tischen stand am Ende doch niemand.

Für die CD-Taufe hatte der Alpenland Sepp nebst dem Besitzer des Rössli, André Grob, auch noch die bekannte Schlagersängerin und Moderatorin Linda Fäh als Götti und Gotte eingeladen. Und beide sind gerne der Einladung gefolgt. «Beim Sepp ist es immer lustig; es ist mir eine Ehre, dass er bei mir zu Gast ist», so André Grob gutgelaunt. Und Linda Fäh ergänzte: «Du hast mich schon vor zehn Jahren als ich in der Schlagerszene anfing unterstützt; dafür bin ich sehr dankbar.»