Der Priesterweihe vom Samstag folgte am Sonntag die Primizfeier für Raphael Troxler, wo er erstmals in eigener Regie die Eucharistie feierte. Nochmals durfte er die Begleitung einer grossen Zahl Schönstatt-Patres geniessen, deren Zugehörigkeit er ebenso wählte. Schönstatt-Pater Hans-Martin Samietz nahm in seiner Predigt die Gelegenheit wahr, Hinweise zur grossartigen Aufgabe im Priesteramt zu geben: „Als Priester bist du dazu gerufen Menschen in eine Liebeserfahrung zu verwickeln“. Bereichernde Umrahmung des Festgottesdienste boten der Cäcilienchor unter der Leitung von Markus Leimgruber, Marie-Louise Eberhard an der Orgel und die beiden Trompeter Andreas Schneggenburger und Gabriel Mayer-Hétu.In der feierlich gestalteten Primizfeier durften die Gläubigen nicht allein den erstmaligen Auftritt von Raphael Troxler als Zelebrand der Messfeier erleben. Im Wortgottesdienst und insbesondere in der Predigt von Pater Hans-Martin Samietz kamen die grossartigen Möglichkeiten des Priesteramtes zur Sprache, die Menschen ihre Gottesnähe spüren zu lernen. Für eine besondere Einlage an der Orgel sorgte Samuel Schneider mit dem Vortrag einer Eigenkomposition, speziell für den Primizianten vorbereitet.

Menschen von Gott gesandt
Bereits beim Eröffnungslied kam Gottes Begleitung zur Sprache: „Unser Gott ist ein Gott der mit uns geht“. Primiziant Raphael Troxler wies in seiner Begrüssung darauf hin, wie er mit seinen Schönstatt-Kollegen Menschen von Gott als Begleitung erhalten habe.

Die Lesung wies weitergehend darauf hin, dass bei Gott andere Gesetze gelten: „Segnet eure Verfolger und verflucht sie nicht“. Im Evangelium war der Besuch von Elisabeth mit Johannes in ihrem Schoss bei Maria, der Mutter Gottes Thema, wie deren noch ungeborenen Säuglinge, Johannes und Jesus, beim Treffen sich erfreut bemerkbar gemacht haben.

Tiefe der priesterlichen Sendung
Den Start von Raphael Troxler ins Priesteramt nahm der Festprediger Hans-Martin Samietz zum Anlass, auf die tiefgehende Aufgabe im Priesteramt einzugehen. Der silberne Stern im Boden des Geburtshauses Jesu in Bethlehem eingelassen, wolle von den vielen Pilgern berührt oder geküsst werden, das auch von gestandenen Männern. Dies führe diese Menschen an etwas heran, was tief in ihnen als Sehnsucht vorhanden sei, sich einfach ungefragt lieben zu lassen.

Als Priester sei auch Raphael gerufen Menschen in eine Liebeserfahrung zu verwickeln. Dabei soll es ihn nicht interessieren, ob ein Mensch gelernt habe zu lieben oder nicht. „An dieser Stelle sollst du versuchen es Christus gleichzutun. Erst lieben, dann urteilen“.

Das Primizevangelium liefere ein sehr schönes Bild von „blinder Liebe“. Der Säugling Johannes hüpft vor Freude im Leib seiner Mutter Elisabeth, weil er die Nähe des gleichaltrigen Jesus spüre. Die beiden Säuglinge konnten ohne einander zu sehen zueinander in Beziehung treten ohne Urteil über Aussehen und Verfassung des anderen, blinde Liebe.

Gelingende Kommunikation als Liebesvorschuss
Immer dann, wenn uns Menschen ein Sinn fehlte, vor allem das Sehen oder das Hören, falle es uns leichter zu verstehen, was das für Arbeit ist, einen anderen Menschen ganz bei uns ankommen zu lassen.

Die sich anbahnenden Missverständnisse im Kontakt mit einem taubstummen Kind fordere die Bereitschaft zu lernen, was Kommunikation heisst. Das Gegenüber sei bereits ausreichend angekommen und ausreichend geliebt. Darin sei gefordert, bei jeder Begegnung mit einem Menschen neu verstehen zu lernen, dass er bereits ausreichend von Gott geliebt ist.

Spezialist der leisen Töne werden
Nach Festprediger Hans-Martin Samietz liegt in der zölibatären Lebensform vielleicht dieser Auftrag: Zeit genug dafür zu haben die Voraussetzungslosigkeit der Liebe Gottes innerlich wirklich ergreifen zu wollen. Als Priester und Seelsorger hätten sie die Möglichkeit auf Menschen zuzugehen, die aus dem Blick geraten sind, wofür Eltern mit Kindern nicht so disponibel seien.

Als Priester dürften sie sich in der Fähigkeit spezialisieren, die leisen Töne der Liebe Gottes hören zu wollen. Und wenn Gott in uns Signalstärke erreicht, dann sollen wir aber auch auf Sendung gehen. Allerdings könne niemand eine Christuserfahrung verordnen. Sie lasse sich nicht nach einem bestimmten Plan aufdecken.

Maria als Vorbild
Die Gottesmutter könne eine Art Gottesseismographin bilden. Wenn Raphael also eine Zeit lang nichts von Gott hören sollte, helfe die Vorstellung, dass der Funkkontakt bei Maria vorhanden war. „Die Gottesmutter führt dich dann in jene Gegend deines Herzens wo das Signal nach wie vor stark ist“, schloss Festprediger Hans-Martin Samietz seine Gedanken zum Priesteramt.

Im Anschluss an die Primizfeier mit abschliessendem Primizsegen lud Raphael Troxler die Gläubigen zum Apéro-Imbiss beim Pfarreizentrum ein, um mit ihm den Festtag im gegenseitigen Kontakt zu geniessen.