Die erste Ausstellung im neuen Jahr ist zugleich die drittletzte in der alten Bank an der Henauerstrasse 20. Im Sommer werden die neuen Räume an der Bahnhofstrasse 77 (ehemals Jeamona-Mode) zum Bezug bereit sein. Dora Hadorn, Präsidentin der Galeriekommission, stellte Leo Braun als einen Künstler vor, aus dessen Werken seine Liebe und Begeisterung für die Natur mit ihrer Schönheit und Ruhe ausstrahle. Alltägliche Szenen bekämen eine ganz eigene Faszination.


Berufstraum zurückgestellt

Leo Braun, in Flawil geboren und aufgewachsen, wollte weder Lokomotivführer noch Pilot werden. Er träumte von einer Laufbahn als Künstler. Aber wie es häufig ist, seine Eltern wollten, dass er einen «rechten Beruf» ergreife. Leo Braun besuchte deshalb das Gymnasium und wandte sich dem Lehrberuf mit Spezialisierung auf französische Sprache und Fremdsprachendidaktik zu. Das Zeichnen und Malen machte er zu seinem Hobby.


Pensionierung als Neubeginn

Mit 60 Jahren ging Leo Braun in Pension. Für ihn bedeutete das aber nicht Wechsel in den Ruhestand. Vielmehr ergriff er jetzt die Möglichkeit, sich ganz der Malerei zu verschreiben. Neben seiner Arbeit besuchte er Kurse in St. Gallen, Zürich und Paris. Heimische und französische Landschaften sowie Menschen in Alltagssituationen fanden seine besondere Beachtung. Das Einfangen von Augenblicken sei eines der tragenden Themen in den Werken Leo Brauns, sagte die Kunsthistorikerin Dorothee Haarer in ihrer Laudatio. Man finde es in seinen Landschaften: ruhige Flussläufe, stille Berggipfel oder schneebedeckte Felder. Fast noch mehr komme seine Ruhe und Bedachtheit in den Darstellungen von Menschen zum Ausdruck.


Momentaufnahmen ohne Hektik

So unterschiedlich die eingefangenen Motive, die abgebildeten Personen auch seien, durch das eine seien sie vereint, führte Dorothee Haarer aus: «Sie haben sich durch ihr Verhalten Momente der Privatheit im öffentlichen Raum geschaffen. Sie haben sich herausgenommen aus dem Tempo des Alltags und sich ein Innehalten gegönnt.» Aber das, was so leichtfüssig daherkomme und selbstverständlich wirke, sei das Ergebnis eines intensiven Schaffensprozesses. «Braun wählt sanfte Töne, geht mit bedachtem Farbauftrag und ausgewogener Bildkomposition an seine Werke heran. Er bringt so zusätzliche Entschleunigung hinein.»

Die Lehre aus den Bildern, so die Laudatorin: «Es genügen bereits Momente, um etwas Ruhe in den Augenblick zu bringen. Leo Braun ermuntert, dieses Experiment zu wagen.»

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Das Trio IntoNation: Margreth Lowe, Violine, Marianne Bänziger, Akkordeon, und Margreth Manser, Kontrabass, umrahmte die Vernissage musikalisch.


Kontakt mit Kunst und Künstler

Die Galerie zur alten Bank ist bis und mit Sonntag, 10. Februar jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Künstler ist am Sonntag, 20. Januar und am Sonntag, 27. Januar sowie an der Finissage anwesend.

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Mitglieder der Galeriekommission an der Vernissage im Einsatz: Dora Hadorn (Präsidentin), Lotty Schai, Ingrid Cantieni, Katharina Honegger, Barbara Böhi und Simone Egloff.