Im Mittelpunkt des Rückblicks auf das abgelaufene Vereinsjahr standen bei der FDP Uzwil die kantonalen und kommunalen Wahlen. Die Ergebnisse bewertete Ortsparteipräsident Bruno Lusti als positiv. Die Hauptversammlung wurde im Seniorenzentrum Sonnmatt durchgeführt. Und angesichts des warmen Sommerwetters informierte Heimleiter Kurt Marti anschliessend im Freien über den Heimbetrieb und die Ausbaupläne, die im Wesentlichen 78 Einbett-Pflegezimmer vorsehen.In der Region habe die FDP bei den Kantonsratswahlen einen Sitz gewonnen, hielt Bruno Lusti in seinem Jahresbericht fest. In der Gemeinde Uzwil habe sie zwar stimmenmässig zugelegt, aber zu einem Mandat habe es nicht gereicht.


Bei den Gemeindewahlen ist das GPK-Mandat der FDP an die SVP gegangen. Grund war der unerwartete Tod von Adrian Stauffer kurz vor der Wahl. Die Versammlung gedachte seiner wie auch des kürzlich verstorbenen Ueli Stucki, der früher die FDP im Schulrat vertreten hatte.


Den wieder gewählten Gemeinderäten Ruedi Müller und Hanspeter Haltner sowie Schulrat Peach Alpert gratulierte der Präsident zu den erzielten Resultaten.


Steuerfuss bleibt im Visier
Bruno Lusti zeigte sich erfreut über die Senkung des Steuerfusses um fünf Prozent. Damit sei der Gemeinderat einer jahrelangen Forderung der FDP nachgekommen. Allerdings wäre nach Ansicht der FDP eine grössere Senkung möglich gewesen. Die Partei werde am Ball bleiben und sich dafür einsetzen, dass die Gemeinde mit einem weiteren Schritt nach unten noch attraktiver werde.


Parteileitung bestätigt
Die Rechnungsablage zeitigte einen Überschuss von 2000 Franken und ein Vermögen von 10'000 Franken. Der Parteileitung mit Präsident Bruno Lusti, Vizepräsident Ruedi Müller, Kassierin Karin Theiler, Aktuarin Natasa Weber sowie Emil Manser, Jan Metzger, Martin Brunschweiler und Heinrich Schiess wurde erneut das Vertrauen ausgesprochen. In die GPK wurden Marcel Hilber (bisher) und Michaela Uhler (neu) gewählt.

Ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb
«Alle wollen alt werden, aber niemand will alt sein». Mit diesem Zitat leitete Kurt Marti, Leiter des Seniorenzentrums Uzwil mit den beiden Häusern Sonnmatt und Marienfried, seine Ausführungen zur heutigen Alterssituation im allgemeinen und den Gegebenheiten und Planungen vor Ort ein.


Herkömmliches Dilemma
Eine mittlere Unzufriedenheit mit der Situation des Alters sei nicht neu, stellte Kurt Marti fest. Heimplätze seien nach Ansicht der Betroffenen und ihrer Angehörigen schon früher als zu teuer empfunden worden. Die Bewohner dagegen würden mehr Personal wünschen. Im Heim möchten sie komfortabel wohnen, soziale Kontakte und eine perfekte Pflege finden. Teure Lösungen aber lehne die öffentliche Hand ab.


Wann ist man alt?
Dies zu definieren, bezeichnete Kurt Marti als ein Ding der Unmöglichkeit. Gefühlsmässig sei diese Grenze zwar kontinuierlich nach oben gerückt. Im persönlichen Empfinden spielten der Gesundheitszustand, beziehungsweise das Einsetzen von Gebrechlichkeit oder Demenz eine zentrale Rolle.
Alter sei weiblich. Zum einen werden Frauen um einige Jahre älter als Männer. In den Heimen aber machten sie zwei Drittel der Bewohner aus.


Gestiegene Ansprüche
Das Seniorenzentrum Uzwil beherbergt heute 175 Bewohner. Für die Betreuung stehen 175 Stellenprozente zur Verfügung, belegt von 240 Personen, darunter 27 in Ausbildung. Mit einem Jahresumsatz von 17 Millionen Franken stelle das Seniorenzentrum ein mittleres KMU dar.


Angesichts der heutigen Ansprüche an den Wohnkomfort mache man mit den sechs Viererzimmern keinen Staat mehr. Und auch die 27 Doppelzimmer seien nicht nach jedermanns Wunsch. «Wer will schon mit 85 plötzlich mit wildfremden Menschen hautnah zusammenleben?», stellte Kurt Marti als rhetorische Frage in den Raum.


Neue Pflegestation geplant
Das Vorprojekt für einen Erweiterungsbau steht. 78 Einbett-Pflegezimmer sind darin vorgesehen. Gleichzeitig werden in den bestehenden Gebäudeteilen Zimmer modernisiert. So werden schliesslich rund 230 Plätze zur Verfügung stehen, darunter immer noch ein paar in Doppelzimmern. Erweitert werden müssen auch die Küche und die Wäscherei.
Für einen neuen Pflegplatz wird mit Kosten von rund 400'000 Franken gerechnet. Die Gesamtkosten dürften zwischen 32 und 35 Millionen Franken ausmachen.


Gemeinschaftswerk dreier Gemeinden
Das Seniorenzentrum wird von einem Zweckverband getragen. Ihm gehören die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren an. Im kommenden Frühling sollte das Bauprojekt spruchreif sein. In Uzwil und Oberuzwil wird es an einer Urnenabstimmung vorgelegt, in Oberbüren entscheidet die Bürgerversammlung.