Fünf neue Gebäude sind geplant in Bronschhofen auf der Wiese zwischen der Hauptstrasse und dem Pfarreizentrum. 34 Alters-, 44 Familienwohnungen, ein Spitex-Stützpunkt, Gewerbeflächen und ein Einkaufsladen sollen ebenfalls zu diesem neuen Altersstützpunkt gehören. Doch die Planung zieht sich in die Länge. Der Wiler Stadtrat hat vergangenes Jahr den Entwurf eines Baurechtsvertrages zur Überarbeitung zurückgewiesen, da er «in dieser Form als nicht umsetzbar» beurteilt wurde. Ende 2018 lag nun der mit der Wiler Altersorganisation Thurvita AG ausgehandelte neue Baurechtsvertrag vor.

Betreffend Finanzierung war zuerst geplant, unter anderem mit der Wiler Genossenschaft für Alterswohnungen (GAW) zusammenzuarbeiten und das Projekt gemeinsam umzusetzen. «Die Gespräche und Abklärungen zeigten aber, dass die Umsetzung des anspruchsvollen Vorhabens besser sichergestellt werden kann, wenn das Baurecht für die Alterswohnungen nur an einen gesamtverantwortlichen Partner vergeben wird. In der Eigentümerstrategie der Stadt Wil ist festgehalten, dass die Thurvita AG die Verwirklichung des Konzepts „Älter werden im Quartier“ gewährleisten soll», so die Stadt weiter.

GAW zieht sich zurück

Für die GAW wäre somit das Unterbaurecht geblieben. Sie wollte sich aber nur beteiligen, wenn das Baurecht direkt von der Stadt Wil erteilt worden wäre. Die Genossenschaft hat sich deshalb aus dem Projekt zurückgezogen. Dies hatte grundsätzliche Fragen zur Folge. Werden Investoren gefunden, die bereit sind, in dieses Projekt zu investieren, ohne das direkte Baurecht zu haben? Das Volumen dürfte sich auf immerhin rund 20 Millionen Franken belaufen.

Scheinbar gibt es Interessenten. Wie die Stadt Wil in der Beantwortung einer Interpellation von SVP-Stadtparlamentarier Erwin Böhi am Mittwoch verlauten lässt, haben sich in den vergangenen Wochen mehrere Investoren gemeldet, die bereit sind, die drei Gebäude im Unterbaurecht zu übernehmen. Alsdann wird die Thurvita demnächst einen Investorenwettbewerb lancieren. Zwei weitere Gebäude, die ebenfalls zu diesem Quartier gehören und Familienwohnungen beinhalten, werden wie geplant von der Katholischen Kirchgemeinde Wil finanziert.

Noch ein langer Weg

Und wie geht es nun weiter bis zur Realisierung? Einen genauen Zeitplan nennt die Stadt Wil nicht. Als nächstes gehe es darum, den entsprechenden Sondernutzungsplan und Teilzonenplan zu genehmigen – im Falle des Teilzonenplans zuerst vom Wiler Stadtparlament und dann vom Kanton. Ist dann auch der Sondernutzungsplan rechtskräftig, kann ein Baugesuch eingereicht werden. Der Weg ist also noch weit. Ursprünglich war geplant gewesen, bereits vergangenes Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen.