Das Konzept sieht vor, dass zwischen der Haupt- und der Bahnhofstrasse in Bronschhofen Alters- und Familienwohnungen sowie gewerbliche Nutzung wie ein Dorfladen, ein Restaurant und Gewerbeflächen ein eigentliches Dorfzentrum ergeben. Dies auf einer Fläche von rund 11'500 Quadratmetern. Schwerpunkt bildet das Konzept «Älter werden im Quartier». 34 Alterswohnungen werden direkt vom hauseigenen Spitex-Stützpunkt aus betreut. Betagte Menschen können so auch bei schwerem Pflegebedarf an einem Ort leben, den sie als ihr Zuhause empfinden. «Die Bauten und Dienstleistungen des Quartierzentrums erfüllen die Vorgaben des Kantons für Pflegeheime. Mieter mit einem hohen Pflegebedarf können somit stationär abgerechnet werden und Leistungen beziehen, die dem Niveau eines Pflegeheims entsprechen», schreibt die Stadt Wil.

Die Thurvita AG, welche sich in Wil um die Altersfragen kümmert, rechnet für die Gesamtüberbauung mit Kosten von 50 Millionen Franken. Zwei Häuser für Familienwohnungen werden von der Katholischen Kirchgemeinde Wil finanziert, da sie dort Land besitzt. Für die restlichen drei Häuser muss die Thurvita finanziell geradestehen. Bereits haben sich Interessenten gemeldet. Demnächst soll ein Investoren-Wettbewerb lanciert werden.

Einsprachen möglich

Die Planungen laufen schon seit mehreren Jahren (hallowil.ch hat wiederholt berichtet). Aktuell geht es um den Baurechtsvertrag. In diesem wird der Zweck der Überbauung geregelt und es geht um ein mögliches Unterbaurecht, welches an den Investor abgetreten würde. Dieser Vertrag ist mittlerweile ausgearbeitet und von der Liegenschaftskommission des Stadtparlaments – bestehend aus allen grossen Parteien – an vier Sitzungen beraten worden. Das eindeutige Ergebnis: Mit 6:0-Stimmen wird beantragt, den Baurechtsvertrag zwischen der Stadt Wil und der Thurvita AG zu genehmigen. Kommende Woche kommt das Geschäft am 4. Juli ins Stadtparlament. Es ist davon auszugehen, dass auch dort Zustimmung erfolgt.

Damit ist der Weg für die Überbauung aber noch lange nicht frei. Als nächstes erlässt der Stadtrat einen Sondernutzungsplan und es kommt zu einer Planauflage. Dabei sind auch Einsprachen möglich. Danach wird der momentan sistierte Teilzonenplan dem Stadtparlament zur Genehmigung vorgelegt. Teilzonenplan und Sondernutzungsplan sind danach vom Baudepartement des Kantons St. Gallen zu genehmigen. Zudem muss die Finanzierung sichergestellt werden. Es dürfte also noch ein paar Jahre dauern, bis der Quartierstützpunkt in Bronschhofen Realität ist.