Nachdem hallowil.ch publik gemacht hatte, dass im Gebäude des «Speed Store» eine Bar errichtet werden soll, liefen die Telefone heiss. Einerseits bei den Anwohnern, die sich nun mittels 15 Einsprachen dagegen wehren und die Realisierung derzeit verunmöglichen. Andererseits aber auch bei «Speed-Store»-Geschäftsführer Massimo Simeone. Macht er «seinen» Laden dicht? Schon über 28 Jahre ist er in der Stadt Wil präsent.

Doch Simeone gibt Entwarnung und sagt: «Wir haben weiterhin ganz normal geöffnet, kehren aber zu unseren Wurzeln zurück.» Mit Wurzeln ist das Velo gemeint. Mit diesem hat im Jahr 1991 alles begonnen. Später kamen Snowboards, Skates und eine Boutique dazu. Letztere gibt es seit vergangenem Oktober nicht mehr und es werden gerade noch die letzten Hosen und Leibchen verkauft. «Die Leute kaufen heute in Konstanz oder dem Internet ein. Das ist halt der Gang der Zeit. Das gehört dazu», sagt Simeone.

Bar von Donnerstag bis Sonntag offen

Also ist einiges an Platz frei geworden. Das Untergeschoss wurde an ein Yoga-Studio vermietet, die Wintersport-Artikel werden künftig in einem Pop-Up-Store in einem Seitenraum verkauft, das Obergeschoss soll zur Hälfte an die Betreiber des Altstadtgartens untervermietet werden. Geplant ist, auf 80 Quadratmetern Fläche eine so genannte Velo-Bar zu betreiben. Dies betrifft zum einen den Vorplatz, wo es nicht nur Tische und Stühle der Bar haben wird, sondern auch Velos zur Schau. Zum anderen stehen auch im Inneren der Bar Velos – und zwar im hinteren Teil, wo auch der Zugang zum Hauptgeschäft ist. Haben «Speed Store» und die «Altstadtgarten»-Bar geöffnet, kann neben dem Drink auch ein Velo zu Gemüte geführt werden. Hat der «Speed Store» geschlossen, trennt ein Gitter die Bar vom Velo-Bereich ab. Die Zweiräder sind aber auch dann sichtbar.

Der «Altstadtgarten II» hat jeweils am Donnerstag- und Freitagabend geöffnet sowie am Samstag und Sonntag den ganzen Tag und Abend – bis spätestens Mitternacht. Dass die Anwohner Angst vor Lärm haben, ist für Simeone unbegründet. «Es wird nicht laut. Wir könnten keine Velo-Beratungen machen bei dröhnender Musik. Es ist ja keine Musikbar. Unsere Zielgruppe ist nicht in erster Linie die Jugend. Von ihr haben wir noch nicht gelebt.» Mit der Bar hofft Simeone, die Frequenz in seinem Laden erhöhen zu können.

Nicht unendlich Geduld

Wann und ob der «Altstadtgarten II» eröffnet, steht noch nicht fest und hängt davon ab, ob die Einsprachen gutgeheissen und danach ein allfälliger Weiterzug an die nächst höhere Instanz erfolgt oder nicht. Klar ist aber auch, dass Simeone nicht ewig zuwarten mag und wird. Denn schliesslich gehen ihm Mieteinnahmen durch die Lappen, so lange die jungen Verantwortlichen des «Altstadtgartens» noch nicht da sind.