«Als wir zum ersten Mal von diesem Ölvorkommen hörten, dachten wir an einen schlechten Scherz», sagt einer der Investoren, die am Projekt beteiligt sind. Seinen Namen will er vorerst nicht in den Medien sehen. «Fossile Brennstoffe haben im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ein Imageproblem. Deshalb wollen meine Geschäftspartner und ich Störmanövern durch Umweltaktivisten vorbeugen», begründet er seine Diskretion.

Mitgliedschaft in der Erdölvereinigung

Zudem sei die Erdölindustrie sehr mächtig, betont der Unternehmer aus der Region gegenüber hallowil. «Sie will die Handelspreise für Öl auf dem Weltmarkt diktieren.» Um nicht aus dem Rennen gedrängt zu werden, habe Bundesbern auf die Initiative der Wiler Unternehmensgründer umgehend eine Mitgliedschaft bei der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) in Wien beantragt, erläutert der Investor. «Vor wenigen Tagen ist die Mitgliedschaftsbestätigung eingetroffen.» Nun könne man bei der Preisgestaltung mitreden.

Es sei ein glücklicher Zufall, dass ausgerechnet in einer Phase stark steigender Treibstoffpreise in der Schweiz eine Erdölquelle erschlossen werden kann, fügt der Financier an.

Post inside
Mit diesen Armierungseisen werden die Wände des Bohrlochs stabilisiert werden. (Foto: zVg) 


Firmennamen in englisch 

Wegen der internationalen Vernetzung, wurde für das Äbtestädter Ölförder-Unternehmen ein englischer Namen gewählt: «Fürstenland Oil Company Wil Limited.» Repräsentative Büros für den Geschäftssitz werden im Baronenhaus angemietet. 

Nach der Fertigstellung der Sanierung des Hofs zu Wil will man den Geschäftssitz dorthin transferieren. «Wir rechnen mittelfristig mit Geschäftspartnern auch aus dem arabischen Raum, deshalb wollen wir sie in einem eindrucksvollen Rahmen empfangen», sagt der Unternehmer.

Hohe Steuerabgaben

Als Zeichen der Verbundenheit mit der Region, will man dem Publikum Anteilscheine anbieten. «Wir rechnen mit einer ansehnlichen Dividende. Gleichzeitig können Inhaber von Anteilscheinen Heizöl sowie Treibstoff mit 10 Prozent Vergünstigung beziehen», versichert der Geschäftsmann. Vielsagend fügt er an: «Auch die Stadtkasse wird nicht leer ausgehen.» Konkrete Summen will er auch auf Nachfrage nicht nennen.

Infoanlass mit Apéro

Nachdem alle fachlichen und juristischen Abklärungen abgeschlossen sind, wird in den nächsten Monaten mit der kontinuierlichen Förderung von Wiler Erdöl begonnen werden. 

Aus diesem Anlass wird das Publikum am kommenden Freitag ab 17 Uhr zu einem Apéro eingeladen. Dabei stellen sich der Verwaltungsrat sowie die Geschäftsleitung des neuen Unternehmens vor und informieren vor Ort über das Projekt. Geländegängiges Schuhwerk wird empfohlen.

Treffpunkt ist das Bohrgelände zwischen Wil und Rossrüti. Es wird vor Ort eine Gelegenheit zur Zeichnung von Anteilscheinen geben.