In den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Kiesgrube Espel in Betrieb genommen worden. Während rund einem halben Jahrhundert ist auf einer Fläche von 55'000 Quadratmetern im Westen von Gossau, benachbart zur Gemeindegrenze von Flawil, Kies abgebaut worden. Nach Aufgabe des Kiesabbaus ist ein Teil des Abbaugebietes vor 40 Jahren unter Schutz gestellt worden. Die Gemeinde Gossau hat das Naturschutzgebiet gepflegt und der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zur Verfügung gestellt. Das Areal ist zu einem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung geworden.

Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Seit drei Jahren ist Pro Natura St. Gallen-Appenzell bemüht, das Areal sowohl für Tiere und Pflanzen als auch für die Menschen aufzuwerten. 2018 hat sie den Espel von der Stadt Gossau im Eigentum übernehmen können und das Aufwertungsprojekt gestartet. Im Speziellen hat sie ein grösseres Angebot an Amphibienlaichgewässern geschaffen und so den Charakter eines Pionierlebensraumes wieder hergestellt. Weiter hat sie Lebensräume und Lebensraumstrukturen für folgende Arten geschaffen: 

- Pflanzen: Dickährige Trespe, Sumpf-Stendelwurz, Fleischrote Fingerwurz;

- Amphibien: Gelbbauchunke, Teichmolch, Kammmolch

- Reptilien: Schlingnatter, Ringelnatter, Zauneidechse

- Vögel: Zwergtaucher, Teichhuhn, Teichrohrsänger

- Libellen: Sumpf-Heidelibelle, Spitzenfleck, Keilfleck-Mosaikjungfer, Kleine Königslibelle, Kleine Pechlibelle, Zweigestreifte Quelljungfer

- Säugetiere: Biber


Verändertes Erscheinungsbild

Die getroffenen Massnahmen verändern den Gesamteindruck des Schutzgebiets Espel. Im zentralen Bereich ist eine grosse Fläche gerodet worden. Sie und weitere Bereiche sind als Magerwiesen neu gestaltet worden. In einigen Gebieten ist die Vegetation abgeschoben und der Kiesboden aufgelockert worden. So sind neue Ruderalflächen entstanden. Gehölzstreifen sind aufgelichtet und Waldflächen durchforstet worden. Die Verlandung von Weihern ist reduziert worden. Es sind verschiedene Kleingewässer entstanden.


Information für die Besucher

Eine neu geschaffene Beobachtungsplattform erlaubt Einblick ins ganze Gebiet zu nehmen. Das Gebiet soll für Besucher besser erlebbar werden, ohne dass die Störungen zunehmen. Am Rundweg werden weitere Beobachtungsmöglichkeiten geschaffen. Die Besucher sollen auch noch zusätzliche Informationen über den grossen ökologischen Wert von Refugien für selten gewordene Amphibien, Vögel, Pflanzen und andere Lebewesen erhalten. Die Infostelen mit QR-Codes müssen noch angebracht werden. Der gesamte Aufwand für die Aufwertungsmassnahmen beläuft sich auf 400'000 Franken.