Es sei schon etwas komisch gewesen, im eigenen Wohnzimmer aufzutreten. Gefilmt von mehreren Handy-Kameras. «Für Instagram habe ich zwar auch schon zu Hause gesungen. Aber es ist halt nicht das gleiche. Schliesslich hat es aber doch viel Spass gemacht und ich war erstaunt, wie qualitativ gut alles rübergekommen ist», sagte Lorena Beadini schon kurz nach der Sendung. Der Auftritt in den eigenen vier Wänden wurde nötig, weil wegen der Massnahmen rund um das Coronavirus die geplante Final-Liveshow in Köln in Wasser fiel. Alle Kandidaten traten daheim auf.

«Elastic Heart» von Sia sang Lorena Beadini. Da das ursprünglich geplante Halbfinale abgesagt werden musste, durfte sie «One Moment in Time» von Mariah Carrey nicht zum Besten geben. Das hätte sie zu gerne getan, weil bei diesem Lied die Vielfältigkeit ihrer Stimme noch besser zur Geltung gekommen wäre. Obwohl es schliesslich nicht zum Sieg gereich hat, war die Teenagerin schon kurz nach der Show stolz auf sich selbst. Immerhin hat sie es bis ins Finale der letzten Acht geschafft. Welchen Rang sie schliesslich belegte, wurde nicht kommuniziert. Laut einem Voting von «20 Minuten» wäre die Hinterthurgauerin auf Platz zwei gelandet, allerdings mit grossem Abstand hinter dem 18-jährigen Sieger Remo Forrer aus Hemberg.

Auch in Mazedonien berühmt geworden

Apropos Remo Forrer: «Ich habe mich fast so sehr für ihn gefreut wie für mich», sagte Lorena Beadini. Die beiden Ostschweizern verbindet mehrere Parallelen: Sie kennen sich, sind schon zusammen aufgetreten – und genossen die musikalische Ausbildung bei der gleichen Musiklehrerin. Namentlich ist es Teresa Kressig-Chen von der Musikschule Toggenburg, die sich somit auch eine grosse Scheibe des Erfolgs der beiden Finalisten abschneiden durfte.

Obwohl es für die knapp 17-jährige Rickenbacherin nicht ganz zum Sieg gereicht hat, wird sie weiter an ihrer Gesangskarriere arbeiten. Denn dank den Auftritten bei «The Voice Of Switzerland» hat sie auch in ihrer zweiten Heimat, Mazedonien, Bekanntheit erlangt und ist auch dort schon im TV zu sehen. Und falls es mit der Musikkarriere doch nichts werden sollte, gibt es noch Plan B: Der heisst «Primarlehrerin», da sie auch dort mit Musik zu tun hätte. Darum besucht Lorena Beadini, wenn nicht gerade das Coronavirus alles lahmlegt, die Fachmittelschule FMS.

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Liveticker der Final-Show:

21.56 Uhr: So, das soll es gewesen sein von diesem Liveticker. Haben Sie noch einen schönen Rest dieses Abends, der glaub’s zum Montag gehört. Vielen Dank für das Interesse an diesem Liveticker – und bis bald auf hallowil.ch.

21.54 Uhr: Auch wenn Lorena Beadini im ersten Moment womöglich enttäuscht ist, dürfte sich das bald ändern. Die junge Frau ist 16.

21.51 Uhr: Der Gewinner ist Remo Forrer aus Hemberg. Lorena hat es also nicht geschafft.

21.50 Uhr: Ob Lorena noch Fingernägel hat …?

21.48 Uhr: Genug geworben. Jetzt wollen wir es wissen. Schafft es Lorena Beadini?

21.45 Uhr: Das Voting ist mittlerweile abgeschlossen und wir sind in der letzten Werbepause. Danach wird der Sieger oder die Siegerin bekanntgegeben.

21.42 Uhr: Gesucht ist ja der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Nicole Bernegger und Tiziana Gulino, welche in den Jahren 2013 und 2014 die ersten beiden Staffeln gewonnen haben. Jene Shows wurden noch im Schweizer Fernsehen gezeigt. Nach sechs Jahren Pause ist das Format nun bei 3+ gelandet.

21.39 Uhr: Wie auch immer das hier ausgeht: Es ist schon beindruckend, was für eine Stimme Lorena schon hat. Vor allem ist diese nicht einfach ein Geschenk, sie hat sich diese erarbeitet. Ich könnte mir vorstellen, dass in einer Wohnung in Rickenbach derzeit die Spannung gerade ziemlich gross ist - und noch manch eine Stimme abgegeben wird.

21.35 Uhr: Wie immer bei solchen Final-Shows stellt sich nun die Frage, wie lange die TV-Macher die Entscheidung hinauszögern. Scheinbar nicht allzu lange. Gemäss Planung sollte schon in ein paar Minuten der Sieger gekürt werden. Oder natürlich die Siegerin. Die Spannung steigt.

21.29 Uhr: Auch das ein starker Auftritt. Meines Erachtens könnte durchaus einer der beiden Finalisten aus der (erweiterten) Region Wil gewinnen. Noch kann übrigens abgestimmt werden.

21.22 Uhr: Und schon geht es weiter. Und zwar mit Remo Forreer aus Hemberg. Er ist 18-jährig und nimmt schon seit fünf Jahren Gesangsunterricht. Genau wie bei Lorena wollten auch ihn in der Vorrunde alle Coaches haben. Remo ist übrigens Sportartikel-Verkäufer. Er singt "Sign Of Th Times" von Harry Styles.

21.18 Uhr: Da müssen wir doch gleich mal durchschnaufen. Werbung.

21.16 Uhr: "Du bringst alles mit und hast so viel Talent in dir", sagt Anna Rossinelli.

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Lorena Beadini performt im eignen Wohnzimmer "Elastic Hart" von Sia. (Bild: Screenshot 3+)

21.13 Uhr: Sie singt "Elastic Heart" von Sia. Und das in knallroter Kleidung - und einem eher schlicht eingerichteten Wohnzimmer. Vor allem beim Refrain kommt die Stimme gut zur Geltung. Stark.

21.09 Uhr: Dann heisst es Bühne frei für Lorena Beadini. Oder besser gesagt: Wohnzimmer frei. Coach Anna Rossinelli schwört ihre zweite Kandidatin des Abends zuerst ein. Lorena habe eine Engelsstimme. Seit dem 3. Lebensjahr singe sie und nehme zweimal pro Woche Gesangsunterricht, sagt Lorena.

21.05 Uhr: Wir sind nun bei Axel. Das ist darum für uns von Relevanz, weil er die Nummer 6 hat und somit unmittelbar vor Lorena singt.

21.01 Uhr: Was hier noch gar nicht erwähnt wurde: Der Modus im Final ist simpel: Jeder Kandidat singt einmal. Wer am meisten Publikums-Stimmen bekommt, ist die dritte "Voice Of Switzerland" in der Geschichte. Kein Jury-Preis, kein Rigozzi-Bonus. Nix. Nur Publikum.

20.56 Uhr. Alsdann, allzu lang war der Werbeblock nicht. Die Zeiten lassen grüssen. Es geht weiter. Und voten kann man übrigens schon seit Sendebeginn um 20.15 Uhr. Wie bereits erwähnt: Lorena hat die Nummre 7. Dass Sie auch die richtig Wahl treffen. Der Erlös aus dem Telefon-Voting kommt Corona-Betroffenen zu gute.

20.52 Uhr: Dann tut sich Bemerkenswertes: Ein Werbeblock. Das ist in diesen Zeiteen nicht mehr selbstverständlich. Gleich gibt es die zweite Hälfte der Kadidaten, welche aus Wiler Sicht spannender wird. Welches Lied singt Lorena Beadini?

20.47 Uhr: Wir können uns getrost dem CV von Lorena widmen, weil sie noch nicht an der Reihe ist. Aktuell sind wir bei Startnummer 4. Das Format mit dem Singen in den Wohnzimmern ist gewöhnungsbedürftig. Es fehlen die Emotionen des Publikums. Es hat den Anstrich eins Ständchens zu Grossmutters 75tem. Aber gell: Was anderes geht halt nicht momentan. Immerhin konnte so die Final-Show gerettet werden.

20.42 Uhr: Aber zurück zu Lorena: Sie ist ja mit gerade einmal 16 Jahren die jüngste im Final-Feld. In Wattwil geboren, nun in Rickenbach wohnhaft. Sie macht die Fachmittelschule - und bringt diese mit dem Singen unter einen Hut. Oder umgekehrt.

20.34 Uhr: Es gibt ja noch einen zweiten Kandidaten, der aus der erweiterten Region Wil kommt. Es ist Remo Forrer aus Hemberg. Wenn er gewinnt, zählen wir Hemberg einfach zur Region Wil …! Remo hat die Nummer 8. Die Spannung wird also schön aufgebaut.

20.28 Uhr: Durchgesickert ist zudem, dass heute nicht live gesungen wird und die Aufnahmen vergangene Woche stattgefunden haben. Trotzdem fällt die Entscheidung live. Denn die TV-Zuschauer bestimmen per Voting, wer Sieger wird. Wie gross ist die Fangemeinde von Lorena Beadini?

20.21 Uhr: Die Rickenbacherin hat die Nummer 7.

20.19 Uhr: "Wir haben uns das Final nicht so vorgestellt, werden nun aber das Beste daraus machen. Das Finale wird geil", sagt Lorena zum Auftakt.

20.17 Uhr: Es wird eine ungewohnte Final-Show. Allzu viel haben die TV-Macher zwar nicht Preis gegeben im Vorfeld. Klar aber ist, dass die acht Final-Teilnehmer von zu Hause aus singen werden, um die Vorgaben betreffend Corona-Pandemie einhalten zu können. So etwas hat es noch nie gegeben.

20.14 Uhr: Wird das der beste Montag ihres noch jungen Lebens? Die erst 16-jährige Lorena Beadini aus Rickenbach hat heute die grosse Chance, mit dem Titel «Voice Of Switzerland» ausgezeichnet zu werden. Dazu muss sie aber vor allem die Gunst des Publikums auf sich vereinen. Denn die TV-Zuschauer bestimmen den Sieger. Herzlich willkommen zur Final-Sendung der dritten Staffel von «The Voice Of Switzerland». In zwei Stunden wissen wir, ob der Traum von Lorena Beadini in Erfüllung geht. Simon Dudle tickert für Sie durch den Abend.

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Vorschau auf die Final-Show:

Eigentlich müsste bereits feststehen, ob Lorena Beadini aus Rickenbach die dritte «Voice Of Switzerland» und somit Nachfolgerin von Nicole Bernegger (Jahr 2013) und Tiziana Gulino (2014) ist. Doch das Coronavirus wollte es anders. Die geplante Final-Liveshow, welche in einem Fernsehstudio in Köln hätte aufgezeichnet werden sollen, musste abgesagt werden, da derzeit grössere Veranstaltungen weder in Deutschland noch in der Schweiz erlaubt sind. Also mussten die Fernsehmacher kreativ sein und eine neue Lösung suchen. Dies wiederum nahm Zeit ein Anspruch, womit am geplanten Final-Sendedatum – es wäre der 30. März gewesen – nicht festgehalten werden konnte.

Doch eine Woche später ist es nun am Montagabend soweit. Wie gewohnt entscheidet das TV-Publikum mittels Telefon-Voting, wer «The Voice Of Switzerland» wird. Die Einnahmen durch Telefongebühren kommen Corona-Betroffenen zugute. Singen werden die acht Finalisten im eigenen Wohnzimmer, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Der Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen werde jederzeit eingehalten. Laut «20 Minuten» bleibt offen, ob in der Sendung alles live ist oder ob gewisse Blöcke voraufgezeichnet sein werden. Erstmals überhaupt wird eine solche Musikshow auf diese Art und Weise entschieden.

Sie singt in 13 Sprachen

Lorena Beadini ist die jüngste der Finalteilnehmer – und rechnet sich durchaus Chancen auf den Sieg auf. «Sonst hätte ich mich nicht angemeldet», sagte sie schon im März zu hallowil.ch (siehe Artikel unten). Mit ihrer Stimme hat sie die Juroren überzeugt. Alle drückten auf den Buzzer und wollten mit ihr «The Voice Of Switzerland» gewinnen. Die Hinterthurgauerin, welche Eltern aus Mazedonien und nicht etwa Italien hat und in 13 verschiedenen Sprachen singt, entschied sich schliesslich für die einstige Songcontest-Teilnehmerin Anna Rossinelli.

Wird Lorena Beadini dritte «Voice Of Switzerland»? Die Finalshow wird heute Montagabend ab 20.15 Uhr auf dem Sender «3+» ausgestrahlt. hallowil.ch berichtet mit einem Liveticker.

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Lorena Beadini steht im Finale (17.3.)

Sie ist gerade einmal 16 Jahre alt, Schülerin und kann gut zeichnen. Vor allem ist Lorena Beadini aber ein Gesangstalent. Sie nimmt an der diesjährigen Staffel von «The Voice Of Switzerland» teil – und das erfolgreich. Seit dem späten Montagabend ist klar, dass sie im Final der letzten zwei Sängerinnen steht. Auf dem TV-Sender 3+ wurde zuerst das Battle ausgestrahlt, bei welchem der Song «Be The One» von Dua Lipa zu zweit zu singen war. Die Hinterthurgauerin ging als Sieger hervor und war somit im Kreis der besten sieben Finalisten.

Auch in der so genannten Sing-Off-Runde, bestehend aus den Battle-Gewinnern, wusste Lorena Beadini zu gefallen. Mit «All About That Bass» von Meghan Trainor sang sie sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer und der Jury, sondern auch ins grosse Finale. In diesem steht sie gemeinsam mit Drilon Musa.

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Nach dem Battle: Lorena Badini schafft es ins Final. (Bild: Screenshot 3+)


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Im Porträt: Die singende und zeichnende Siegerin (12.3.)

«Was mache ich hier eigentlich?», sagt eine innere Stimme der jungen Castingshow-Kandidatin bevor sie auf die grosse Bühne geht. «Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr – ausserdem hast du nichts zu verlieren», meldet sich eine zweite innere Stimme. Die junge Sängerin merkt, wie sie zittert. Ihr wird unglaublich heiss, sie beginnt zu schwitzen. Mit zitternden Knien und einem Mikrofon in der Hand betritt sie die Bühne. Sie bleibt stehen, atmet ganz tief ein. So, als wolle sie mit aller Kraft ihre Nervosität verjagen. «Jetzt reiss dich zusammen», sagt ihr die zweite innere Stimme. Das junge Mädchen wagt einen Blick nach vorne. Im ersten Moment sieht sie nur Umrisse von fünf grossen Sesseln. Denn sie Schweinwerfer blenden. Die Musik von Meghan Trainors «All about that Bass» erklingt in der Halle. Das Mädchen beginnt zu singen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Wenn Lorena Beadini heute auf ihren ersten Auftritt vor der «The Voice of Switzerland»-Jury während den sogenannten Blind-Auditions zurückblickt, dann denkt sie unter anderem an ihre Nervosität. «Auch wenn ich nichts zu verlieren hatte, war ich nervös wie noch nie in meinem Leben», erzählt die 16-jährige Rickenbacherin. Kein Wunder, musste sie doch bekannte Jury-Mitglieder und Musiker wie DJ Antoinne, Anna Rossinelli, Noah Veraguth und die «Büetzer Buebe» Gölä und Trauffer von sich überzeugen. Und Lorena Beadini konnte mit ihrer Stimme alle für sich gewinnen. Denn während ihres Auftritts drückten alle Jury-Mitglieder auf den Buzzer und signalisierten ihr damit: «Ich will dich in meinem Team haben und mit dir ‘The Voice of Switzerland’ gewinnen». «Ich fühle mich geehrt, dass sich alle Jury-Mitglieder umgedreht haben», sagt die Rickenbacherin, die aktuell die Fachmittelschule in Frauenfeld besucht, «denn das hat mir gezeigt, dass ich wirklich singen kann.»

 
«The Voice of Switzerland»-Teilnehmerin Lorena Beadini aus Rickenbach singt für die hallowil.ch-Leser. (Video: Magdalena Ceak)

Eine bescheidene und bodenständige Schülerin

An diesem Donnerstagnachmittag eilt Lorena Beadini mit leicht nassen Haaren die Treppe ihres Elternhauses hinunter. Ihr Kleidungsstil ist modern, aber nicht allzu auffällig. Eine mittelhelle Jeans, schwarzer Gürtel und ein rosafarbenes enges Oberteil. «Sorry, ich musste mich nach dem Schulunterricht noch duschen, aber jetzt bin ich bereit», sagt sie und atmet tief aus. Gleich danach bietet sie etwas zu trinken und Süsses an. Dann setzt sie sich an den langen Esstisch aus Holz, der zwischen der Kücheninsel und dem Wohnzimmer steht. Im Hintergrund ist ein Fernseher zu sehen. Die zweite Sendung der diesjährigen «The Voice of Switzerland»-Staffel läuft. Ihre Eltern haben die Sendung mit ihrem Auftritt aufgenommen, sagt Lorena Beadini und lacht. Sie lacht so, wie es Mädchen in ihrem Alter tun, wenn ihnen etwas unangenehm ist. An der einen Wand im Wohnzimmer hängt ein gelbes Bild, das sofort die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. «Das hat meine Mama gemalt», erzählt sie. Ihre Mutter habe sie mit dem künstlerischen Interesse angesteckt. «Neben dem Singen, liebe ich es es, zu zeichnen.» Das hat sie auch bei ihrem «The Voice of Switzerland»-Auftritt bewiesen. Denn sie hat die beiden Jury-Mitglieder Anna Rossinelli und DJ Antoine mit je einer Bleistift-Zeichnung porträtiert und ihnen nach der Gesangseinlage geschenkt.

Der Name «Lorena» geht auf das lateinische Wort «Laurus» zurück, das übersetzt «der Lorbeerkranz» bedeutet. Der Lorbeer gilt als Symbol des Sieges und somit steht «Lorena» im übertragenen Sinne für «die Siegerin». Lorena Beadini selbst interpretiert in die Bedeutung ihres Vornamens nicht viel. «Nein, ich sehe mich nicht jetzt schon als Siegerin», so die 16-Jährige. Natürlich hoffe sie, heuer das Rennen zu machen. Sonst hätte sie sich erst gar nicht für die Staffel angemeldet. «Aber meine Konkurrenz ist stark», fügt sie weiter hinzu, «und hier schläft niemand.» Sie selbst sehe «The Voice of Switzerland» als eine grosse Chance. «Im Moment lerne ich so viel.» Die Tipps von Profis, die Zusammenarbeit mit dem Fernsehen, die geplanten Shows – das alles sei aufregend für sie. Dabei komme sie sich wie ein Schwamm vor, der möglichst viel aufsagen wolle. «Und ja, mein Traum ist es, irgendwann meine eigene Musik zu machen und mit ihr andere Menschen zu berühren sowie zu begeistern.»

«Lorena ist ein bescheidenes Mädchen», sagt ihre Mama Afrodita Beadini, «das selbstkritisch an sich arbeitet.» Mama Beadini meint, dass die 16-Jährige manchmal zu kritisch mit sich selbst ist. «Deshalb verkauft sie sich und ihr Talent meistens viel zu schlecht», findet Afrodita Beadini, die ihre Tochter in ihrer Gesangskarriere voll und ganz unterstützt. Sie bewundere ihre Tochter, wie sie neben der FMS-Ausbildung und den ganzen Prüfungen, noch Gesangsunterricht nehme und sich auf die nächste «The Voice of Switzerland»-Sendung vorbereite. «Obwohl die Konkurrenten sehr stark sind, schätze ich die Chancen meiner Tochter gut ein.» 

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Lorena Beadini aus Rickenbach ist nicht nur ein Gesangstalent, sie kann auch zeichnen. (Bild: Magdalena Ceak)

Lorena Beadinis Herz hat so entschieden

Rückblende zur zweiten Folge der neuen «The Voice of Switzerland»-Staffel: DJ Antonie, der als international erfolgreichster Schweizer House-DJ und Produzent bekannt ist, kniet mit einer roten Rose vor Lorena Beadini und bittet sie in sein Team zu kommen. Sängerin Anna Rossinelli, die im Jahr 2011 für die Schweiz am Eurovision Song Contest antrat, rät der Schülerin, ich nicht von Rosen bestechen zu lassen. «Du hast alles angeboten, was eine Stimme anbieten kann. Deine Performance war wie ein Früchtekorb und du hast dich an allem bedient», so Rossinelli. Auch Noah Veraguth, der im Jahr 2007 mit der Band «Pegasus» durchstartete, bekennt sich als Fan der ersten Stunde: «Das war eine perfekte Gesangseinlage, weil du eine eigene Version aus diesem Song gemacht hast.» Und Gölä vom Jury-Duo Büetzer Buebe setzt noch einen obendrauf: «Wenn man mit 16 Jahren so singen kann, dann ist das abartig. Wie wird denn das klingen, wenn du 20 Jahre alt bist?» Die junge Teilnehmerin lächelt bei jedem einzelnen lobenden Wort. Sie überlegt einige Augenblicke, entscheidet aber am Schluss: «Ich wähle Anna Rossinelli.»

«Warum ich mich entschieden habe ins Team von Anna Rossinelli zu gehen?», wiederholt die 16-Jährige die Frage. Die Sängerin sei eine vorbildliche Powerfrau – mit ihr könne sich die Rickenbacherin identifizieren. Ihr Herz habe so entschieden. «Zudem finde ich, dass wir Frauen zusammenhalten müssen», sagt Lorena Beadini, die im Jahr 2003 in Wattwil zur Welt kam. Sie bewundere jedes Mädchen und jede Frau. «Jede ist auf ihre Art und Weise besonders – egal, wie sie aussieht. Dünn, kurvig, klein, gross, hell- oder dunkelhäutig.» Jede Frau leiste viel und sei für die Gesellschaft bedeutend. Ihre Eltern – die Mama eine Dolmetscherin, der Papa ein Projektleiter – kommen ursprünglich aus Mazedonien. «Ich weiss, wegen meines Nachnamens denken viele, dass wir aus Italien kommen», erzählt sie. Sie sei stolz auf ihre Wurzeln. Und sie besuche das Heimatland ihrer Eltern sehr gerne. Für sie sei es ein Geschenk mit zwei verschiedenen Kulturen aufwachsen zu können. «Das erweitert den Horizont», sagt sie. Offen, respektvoll, neugierig – mit diesen drei Charaktereigenschaften beschreibt sich die Rickenbacherin selbst. Ein Grund, warum sie in 13 verschiedenen Sprachen singt. Englisch. Deutsch. Albanisch. Bosnisch. Arabisch. Französisch. Die Liste ist lang. «Ich setze mich mit den unterschiedlichsten Kulturen und deren Musik auseinander», erklärt sie. Einer ihrer grössten Träume ist, die Welt zu bereisen und unbekannte Fleckchen zu entdecken.