Haben Sie manchmal das Gefühl, kein Mensch hört auf Sie und jeder macht, was er will? Dann geht es Ihnen wie der Ampel, die knapp vor dem Wiler Schwanenkreisel auf der Bronschhoferstrasse steht. Meistens blinkt sie orange und sagt damit den Auto- Lastwagen-, Töff- und Velofahrern, dass sie mit der gebotenen Vorsicht in den Kreisverkehr einfahren können. Doch alle paar Minuten schaltet sie auf Rot. Dann nämlich, wenn entweder vom Bahnhof oder von der Lerchenfeldstrasse ein Stadtbus oder ein Postauto gefahren kommt. Die einzige Aufgabe dieser Ampel ist, den Kreisel so schnell wie möglich zu leeren und somit befahrbar zu machen für den Öffentlichen Verkehr. Hoch lebe die in Wil wackelige Fahrplanstabilität.

So weit, so gut. Das Problem aber ist: Kaum einer beachtet diese Ampel. Selbst wenn sie auf Rot ist, fahren viele Verkehrsteilnehmer einfach in den Kreisel ein, als wäre nichts – vorausgesetzt, es ist nicht grad irgendwo ein Polizeiauto zu sehen. Das hat verschiedene Gründe: Einer davon: Man muss in jenem Bereich auf vieles achten. Die Ampel steht unmittelbar nach einem Fussgängerstreifen. Hat man diesen passiert, rechnen viele Autofahrer nicht mehr mit einem weiteren «Gegner». Und vor allem nicht mit einem, der auf Rot stellt. Bis man das Rotlicht wahrgenommen hat, steht man schon fast im Kreisel – und fährt zu.

Fakt aber ist: Bei einer roten Ampel hält man an. Basta. So auch vor dem Schwanenkreisel. Sollte die Polizei Kontrollen durchführen, geht es ins Geld. «Beim Missachten eines Rotlichts droht, sofern keine Gefährdung, eine Ordnungsbusse von 250 Franken», sagt Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen. Doch wird auch wirklich kontrolliert an jener Stelle? «Fällt unseren Mitarbeiter eine Missachtung auf, dann wird sicherlich gebüsst.»