MidnightSports Zuzwil startet bereits in die achte Runde. Du warst damals selbst Teilnehmerin – weshalb hast du damals das Angebot genutzt?

Ich habe seit meiner Kindheit einen starken Bewegungsdrang. Für mich war die Turnhalle wie ein zweites Zuhause. Deshalb wollte ich auch das Midnight Sports nicht verpassen, denn da geht es nicht nur um Sport und Bewegung, sondern vor allem um den Spass. Auch fand ich es lässig, neue Sportarten auszuprobieren oder einfach mal mit meinen Freunden am Samstagabend rausgehen zu dürfen.

Welche Erlebnisse sind bei dir besonders hängen geblieben?

Ich denke, das Highlight für mich als Teilnehmerin war die «dunkle Halle», welche heute leider nicht mehr existiert. Damals wurde in der kleinsten Halle das Licht nicht eingeschaltet, es war nur mit Discobeleuchtung beleuchtet. Und obwohl es so dunkel war, spielten wir trotzdem Basketball, Ping Pong oder sind an den Schaukelringen hin und her geschwungen. Diese Atmosphäre liess die Aktivitäten in der Sporthalle nicht als Sport, sondern als Spass oder fast schon «Party» erscheinen. An diese Abende erinnere ich mich heute noch.

Nun bist du schon zum dritten Mal als Projektleiterin tätig. Was gab den Auslöser für den Schritt?

Als ich in das erste Jahr als Senior Coach gestartet bin, frage mich der damalige Projektleitende, ob ich mir vorstellen könnte, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Da ich als angehende Primarschullehrerin den persönlichen Lernfaktor und den Mehrwert erkannt habe, stand für mich schnell fest: Das will ich machen.

Welche Aufgaben übernimmst du dabei?

Als Projektleiterin übernehme ich die Verantwortung des Midnight Sports im Standort Zuzwil. Dabei werde ich den Werten und Ideen der Stiftung idéesport und dem Team gerecht. Konkret bedeutet dies, dass ich nicht nur die Arbeitspläne erstelle, die Finanzen im Überblick behalte und Special Events plane, sondern die Coachs im Team integriere und versuche, sie so zu fordern und fördern, dass sie sich persönlich weiterentwickeln können. Wichtig ist ausserdem die Kommunikation mit der Gemeinde, dem Hausabwart und vor allem den Teilnehmenden.

Welche Erlebnisse sind für dich jeweils die Motivation?

Die Vorfreude der Jugendlichen. Hierfür ein Beispiel: Im August fand bei uns in Zuzwil das Summer Midnight statt. Als ich etwa zwei Stunden vorher die Turnhalle eingeräumt habe, konnten mich ein paar Jugendliche beobachten und fragten, ob denn heute das Midnight stattfinden würde. Als ich dies bejahen konnte, jubelten die Jugendlichen und kramten ihr Handy hervor, um den Eltern mitzuteilen, dass sie heute Abend später nach Hause kommen würden. Solche Momente zeigen mir jedes Mal, dass das Angebot auf Anklang stösst, und ich glaube, ohne Midnight würde in der Gemeinde etwas fehlen.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Umsetzung des Projekts?

Für mich als Projektleiterin ist die Planung der Saison immer wieder eine neue Herausforderung. Jede Saison hat wieder neue Ecken und Kanten, denn es müssen Coachs weitergebildet, Special Events organisiert und vor allem neue Coachs rekrutiert werden. Dies beansprucht viele meiner administrativen Fähigkeiten. Im Team selbst sehe ich die Herausforderungen beim Gestalten von abwechslungsreichen und attraktiven Events. Schnell verfällt man in alte Muster, da diese funktionieren. Schöner wäre es jedoch, bei jedem neuen Event eine Überraschung bereithalten zu können.

Jugendliche sind nicht immer ganz einfach im Umgang. Welche Erfahrungen machst du da?

Beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen lernt man von Tag zu Tag Neues, denn jeder Mensch ist anders und jedes Zusammenspiel funktioniert anders. Dieses Verständnis habe ich meiner Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in St.Gallen (PHSG) zu verdanken. Kurse wie Klassenführung, Entwicklungspsychologie und Sportdidaktik verhalfen mir, einen tieferen Einblick in das Denken und Verhalten von Jugendlichen zu erhalten. Im Midnight Sports verknüpfe ich nun meine persönlichen Werte und mein Wissen der PH mit den Praxiserfahrung des Projekts. So habe ich beispielsweise erkannt, dass eine gute Kommunikation innerhalb des Teams und gegenüber den Jugendlichen die Grundlage für einen erfolgreichen Event ist. Ausserdem sind klare und transparente Regeln mit dem entsprechenden Durchsetzungsvermögen zentral, um Unruhen und Problemen vorzubeugen. Und trotz allen Strukturen und Regeln darf man aber niemals den Spass, Humor und das Verständnis gegenüber der Jugendlichen vergessen.

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