An gewissen Stellen, die einigermassen gut zugänglich sind, werden die «Frauenschüeli» momentan täglich besucht und fotografiert. Weil sie jedes Jahr an den gleichen Orten zu finden sind, gibt es über die Mund-zu-Mund-Propaganda natürlich zahlreiche Menschen, welche die Blütezeit der Orchideen nicht verpassen wollen. Und es darf ihnen attestiert werden, dass sie Naturfreunde sind und sich an den Blumen erfreuen, ohne Schaden anzurichten.

Der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) wird auch Rotbrauner Frauenschuh, Marienfrauenschuh oder einfach Frauenschuh genannt. Die Form der Blüte führte auch zum Namen «Kriemhilds Helm». Der Gelbe Frauenschuh steht in allen Ländern unter Schutz. Um auf die besondere Gefährdung und Schutzwürdigkeit aufmerksam zu machen, wurde er bereits zweimal – einmal im Jahr 1996 und einmal im Jahr 2010) zur Orchidee des Jahres gewählt.

Der Gelbe Frauenschuh wird 15 bis 60 Zentimeter hoch. Am behaarten Stängel befinden sich drei bis fünf elliptische, stängelumfassende Laubblätter, die nach aussen spitz zulaufen. Die Längsfalten der Blätter leiten das Regenwasser zum Stängel hin ab. Die einzelnen Triebe weisen zwischen einer und vier Blüten auf. Die Blüte in Schuhform erreicht eine Länge von vier bis acht Zentimeter. Sie ist die grösste Einzelblüte unter den europäischen Orchideen. Die Blütezeit beginnt Mitte Mai und dauert in den Juni hinein. Bestäubt wird der Frauenschuh von Insekten.

Die Pflanze kommt in Nord-, Mittel- und Osteuropa – aber auch in Asien und Japan – vor. Sie bevorzugt schattige Laubwälder und buschige Berghänge und gedeiht bis in Höhenlagen von 2000 Metern. In der Blütezeit werden in der Schweiz vor allem die bekannten Vorkommen im Gasterental im Berner Oberland und das Bergsturzgebiet oberhalb von Arth-Goldau besucht.