Alle Jahre wieder steht es im Frühsommer vor der Tür – das Pfingstwochenende. Zehn Tage nach Auffahrt und genau 50 Tage nach Ostern feiern Christen auf der ganzen Welt die Gegenwart des Heiligen Geistes auf der Erde. Für viele MitbürgerInnen jedoch bedeuten diese Tage lediglich ein verlängertes, freies Wochenende bei hoffentlich sonnigem und mildem Frühlingswetter. Die arbeits- freien Stunden werden oft und gerne für einen Kurzurlaub in der Sonnenstube der Schweiz oder einen Städtetrip ins benachbarte Ausland genutzt. Corona bedingt fallen diese Optionen für viele Feiertags-Touristen dieses Jahr buchstäblich einem unsichtbaren Zeitgenossen, dem Covid-19-Virus, zum Opfer. Unsichtbar ist dabei ein gutes Stichwort: Unsichtbar ist auch der Hauptdarsteller des eigentlich so wichtigen und aussergewöhnlichen Festes, das uns dieses verlängerte Wochenende beschert.

Pfingsten – «Pentekosté»

50 Tage nach Ostern findet das Pfingstfest statt. Daher auch der Name: Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort «pentekosté», der Fünfzigste, ab. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der den Aposteln erschienen sein soll. An Pfingsten wird die «Ausgiessung» oder «Entsendung» des Heiligen Geistes gefeiert. Doch genauso fremd wie vielen das Pfingstfest als solches, ist den Meisten auch dieser «Heilige Geist». Ein Erklärungsversuch: Der Heilige Geist ist für Christen der Teil Gottes, der immer in ihnen ist. Sie sind überzeugt, dass ihnen der Heilige Geist hilft, Dinge zu tun, die für die Menschen und die Welt gut und richtig sind. Der Heilige Geist erschien den Jüngern das erste Mal an Pfingsten. Laut der Bibel ist der Heilige Geist eine der drei Erscheinungsformen, unter denen Gott sich zeigen kann.

Der Heilige Geist erschien den Aposteln als Flammen aus Feuer. So konnten sie ihn sehen und allen von Jesus und Gott erzählen. Sie sollten verkünden, dass alle sich taufen lassen, an Gott und an seine Liebe glauben sollen. Obwohl in Jerusalem Menschen aus vielen verschiedenen Ländern lebten und nicht alle die gleiche Sprache sprachen, konnte der Heilige Geist sie jede Sprache sprechen lassen. So konnten alle verstehen, was der Heilige Geist zu verkünden hatte. Da nun alle Menschen über Jesus redeten, nennt man Pfingsten auch den Geburtstag der Kirche. Auf Bildern wird der Heilige Geist oft als weisse Taube dargestellt.

Ein Glaube, keine Wissenschaft

Will man den Heiligen Geist beschreiben, wirkt das ähnlich aussichtslos wie einen Pudding an die Wand nageln zu wollen. Und dennoch ist er mächtig am Werk. Ostern, Weihnachten und Pfingsten sind die drei höchsten Feste, die im Christentum gefeiert werden. Ostern – das Fest von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Weihnachten – das Fest der Menschwerdung Gottes. Pfingsten – das Fest der Aussendung des Heiligen Geistes.

Während viele Menschen mit Weihnachten und Ostern noch etwas anfangen können, sieht es beim Pfingstfest schon merklich düsterer aus. Pfingsten ist ein «schwieriges» Fest, weil das, was an ihm gefeiert wird, nicht so offensichtlich und nicht so zugänglich ist. Der Heilige Geist ist vielen fremd. Er ist eben nicht so greifbar wie die Geburt eines Menschen oder sein Sterben. Der Heilige Geist ist eigentlich eine unsichtbare Kraft, die nur an ihrem Wirken erkannt werden kann. An Pfingsten feiern Christen den Heiligen Geist, der Leben und Bewegung bringt, der den Mund öffnet und Verständigung bewirkt, der zum Zeugnis befähigt. Auch heutzutage wird besonders an jedem Pfingstfest gebetet, dass der Heilige Geist kommen und die Herzen der Gläubigen erfüllen und in ihnen das Feuer seiner Liebe entzünden möge. Pfingsten feiert den Heiligen Geist, der die christliche Gemeinde erfüllt und jeden einzelnen Getauften befähigt, das Evangelium zu verkünden und Menschen für Jesus Christus zu gewinnen. Doch bei allen, durch Geschichten aus der Bibel unterlegten Erklärungen, bleibt es ein Glaube. Nichts davon ist wissenschaftlich bewiesen. Und so muss/darf jeder einzelne ganz für sich allein entscheiden, ob er dieses Geschenk von Pfingsten für sich persönlich annehmen oder einfach dankbar ein paar geschenkte Freitage geniessen möchte.

Wie auch immer: hallowil.ch wünscht allen frohe und schöne Pfingsttage.

Text: Karin Pompeo