Was war das für eine Anspannung die richtiggehend greifbar war im „Stade de Lion“ am Freitagabend. Das Public Viewing war ein voller Erfolg, die Sitzplätze besetzt und der Durst gross. Anpfiff Schweiz gegen Serbien um 20 Uhr und schon der erste Schock, Serbien gelingt schon in der fünften Minute der Führungstreffer; die Stimmung auf dem Nullpunkt. Aber nicht zum ersten Mal, denn schon zwei Minuten vorher sorgte ein dreisekündiger Bildausfall für Unruhen im „Gare de Lion Stadion“, in dem die Frauenquote auffallend hoch war. Man könnte von 50 zu 50 Prozent reden – egal, Fussball verbindet eben. Beim genaueren Betrachten jedoch war es aber auch auffällig, dass sich viele weiblichen Fans eher mit ihren Smartphones beschäftigten als mit Yann Sommer oder Fabian Schär. Nach der ersten grossen Anspannung zum Spielbeginn und der Niedergeschlagenheit nach dem frühen Rückstand, änderte sich das in der zweiten Halbzeit umgehend.

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Bangen und Zittern war angesagt, bis der Schweizer Sieg im Trockenen war.
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Aus dem Gare de Lion wird während den Schweizer Spielen ein Stade de Lion.

Die Explosion
Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri drehen die Partie mit ihren Treffern zwar verdient, doch ihr Jubel mit dem Doppeladler kam bei einigen der über 100 Zuschauern nicht sehr gut an. Die ersten richtigen Fangesänge erlebte das kleine, feine Stadion, in der 59. Minute, die ganz grosse Explosion dann in der 90 Minute, beim Sieg bringenden Treffer. Und dann war das Spiel zu Ende, das grosse Feiern lief an. Zahlreiche Gare de Lion Besucher machten sich auf den Weg zum Schwanenkreisel, das Ziel: zusammen den Sieg feiern denn, Fussball verbindet eben.

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Grosser Jubel beim Ausgleich für die Schweiz.
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Noch grösserer Jubel beim Siegtreffer.

Rot Schwarz in der Überzahl
Es waren wohl um die 1000 Fans die im hupenden Autokorso oder Feuerwerk zündend im und auf dem Kreisel feierten. Die ersten 30 Minuten dominierten ganz klar die albanischen Schlachtenbummler das Szenario. Flaggen mit dem schwarzen Adler, Kosovo Schals und weitere Fanartikel, liessen die anfänglich wenigen Schweizer Fahnen regelrecht untergehen, Fussball verbindet eben. Pyrotechnisches Material, Böller und Bierduschen, wehe, wenn die Schweiz den Weltmeistertitel gewinnt. Nach und nach übernahmen dann die roten Fahnen mit weissem Kreuz das Zepter. Fangesang wie „Hopp Schwiz, hopp Schwiz“, oder, „Oh Embolo, Oh Embolo“, regierte nach 23:00 Uhr.

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Fussball verbindet Albanische und Schweizer Fussballfans. Der Schwanenkreisel wurde kurz nach Spielende für die Siegesfeier der Schweiz gegen Serbien gesperrt.